Zirlux

Monolithische Zirkone neuster Generation: Indikationen und Erfahrung

Kategorie: Vollkeramik
Für welche Indikationen lassen sich monolithische Zirkone der neusten Generation einsetzen? Laborinhaber Dirk Eisenach legt viel Wert auf Ästhetik und hat lange Zeit vor allem mit keramikverblendeten Zirkongerüste gearbeitet. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen mit den neuen Zirkonen.

Fünf moderne Fräsmaschinen stehen im Labor Eisenach, daneben fünf 3D-Drucker verschiedener Hersteller. Laborinhaber Dirk Eisenach und seine über 30 Mitarbeiter haben den Anspruch, technisch auf dem neusten Stand zu sein und alle Systemanforderungen der Kunden entsprechen zu können. Zugleich wird viel Wert auf Qualität und Ästhetik der Arbeiten gelegt. Im Bereich Vollkeramik setzte Eisenach in seinem Labor deshalb lange Zeit vor allem auf keramikverblendete Zirkongerüste. 

Mit den Zirkonen der jüngsten Generation hat sich für das Labor eine Möglichkeit zur rein digitalen Fertigung von Zirkon-Prothetik eröffnet. Warum er in neuen Materialien wie Zirlux Complete und Zirlux Esthetics TR eine wichtige Alternative zu Keramikverblendungen sieht und welche Erfahrung er mit den unterschiedlichen Materialien gemacht hat, lesen Sie im Interview.

" Die monolithische Fertigung kann eine gute Alternative sein" - Interview mit Zahntechnikmeister Dirk Eisenach

Herr Eisenach, welche Rolle spielt die CAD/CAM-Fertigung von Zirkonoxiden bei Ihnen im Labor? 

Dirk Eisenach: Grundsätzlich sind wir breit aufgestellt, aber gerade bei den Zirkonoxiden haben wir langjährige Erfahrung. Die erste Fräsmaschine haben wir vor fast zehn Jahren angeschafft. Ich verfolge die neuen Entwicklungen beim Material und probiere viel aus, unter anderem in Kooperation mit Herstellern. Und für herstellerübergreifende Diskussionen quer durch die Materialien stehen wir in engem Austausch mit Keramikspezialisten in verschiedenen Arbeitskreisen. 

Wir arbeiten in unserem Labor also mit verschiedenen Materialien. Besonders gerne nutzen wir Zirlux 16+. Aus diesem voreingefärbten Zirkonoxid stellen wir dann Gerüste her, die wir mit Keramik teil- oder vollverblenden.

Was sehen Sie in der Vollkeramik als aktuell wichtigste Entwicklung? 

Wichtigster Trend, speziell beim Zirkon, ist die Kombination von Festigkeit und Ästhetik in einem Material. Bei der Transluzenz hat sich materialtechnisch in der letzten Zeit sehr viel getan, so dass man anders als früher Brücken von beliebiger Spanne fräsen kann, die nicht nur die Funktion bieten, sondern auch wirklich gut aussehen können. 
 
Ein Beispiel für diese Weiterentwicklung bei der Transluzenz sind die neuen Materialien von Zirlux, Esthetics TR und Complete. Beide nutzen wir in der monolithischen Fertigung. Überzeugend ist hier die schöne Transparenz in Kombination mit den guten Festigkeitswerte. Ähnliches sieht man übergreifend bei vielen Herstellern, und diese neuen Entwicklungen bringen in der Anwendung und am Ende für die Patienten wirklich einen großen Vorteil. 

Wo genau liegt der Mehrwert für Patienten und Labor im Vergleich zu Ihrer bisherigen Vorgehensweise? 

Die Arbeiten mit Keramikverblendungen erfüllen ästhetisch und funktional hohe Ansprüche, sind aber aufwendig in der Fertigung. Und man muss leider sagen, dass der Preis ein immer wichtigeres Argument wird.  
 
Rein digital gefertigte monolithische Arbeiten ohne Verblendungen sind wesentlich günstiger, und mit den neuen Materialien haben sie nicht nur die Festigkeit, sondern auch eine hohe Ästhetik. Die neuen Zirkonoxide haben sich also vor allem deshalb schnell verbreitet, weil man den Patienten so günstigeren, aber sehr natürlich wirkenden Zahnersatz anbieten kann.  
 
Damit stellt die monolithische Fertigung heute eine gute Alternative dar, auch wenn ich nicht sagen möchte, dass man keine keramischen Verblendungen mehr benötigt. Es kommt dann immer auf den Einzelfall und auch das Budget des Patienten an. 

Für welche Indikationen setzen Sie Zirlux Complete hauptsächlich ein?  

Grundsätzlich sind mit Zirlux Complete auch größerspannige Brücken möglich. Wir haben beispielsweise eine Arbeit in der Fertigung, das sind 28 Kronen, also eine komplette Bisshebung, Ober- und Unterkiefer.  

Für uns ist Zirlux Complete gerade für große Arbeiten bestens geeignet. Der Riesenvorteil liegt darin, dass man wirklich sämtliche Indikationen abdecken kann. Wir haben auch schon Zirkon-Primärteleskope daraus gefräst - das geht mit dem Material einwandfrei. 

Welche Erfahrungen haben Sie denn konkret mit den neuen Materialien gemacht, haben Sie Tipps für die Verarbeitung? 

Die beiden neuen Zirlux-Materialien sind seit der Einführung bei uns im Einsatz. Was für uns beim Zirlux Complete wirklich auffällig war, ist dass es beim Fräsvorgang sehr kantenstabil ist. Man kann das Material sehr dünn ausarbeiten, ohne dass beim Fräsen Frakturen im Material entstehen. 
 
Grundsätzlich muss man sich mit neuen Materialien oder neuer Technik beschäftigen und sich ein wenig einfuchsen, wie man das so schön sagt. Zum Beispiel muss man beim Bemalen neuer Zirkone genau schauen, wie man die Ergebnisse erreichen kann, die man möchte. Wir haben uns bei den neuen Zirlux-Materialien aber relativ schnell eingefunden, das war keine große Umstellung. Im Gegenteil, es ist deutlich einfacher geworden, denn man kann das Material mit minimalem Aufwand modifizieren, verfeinern und so ästhetisch noch mehr herausholen. 

Wie sieht es mit der anderen Neuheit aus, mit Zirlux Esthetics TR? Welche Indikationen sehen sie hier, auch im Vergleich zum „Allrounder“ Complete? 

Hauptschwerpunkt bei dem zweiten neuen Zirkon, Esthetics TR, ist wie der Name schon andeutet, die Ästhetik, gedacht vor allem für den Frontzahnbereich. Das Material ist nach unserer Erfahrung durch die besondere Transluzenz tatsächlich sehr schön für Frontzahnarbeiten. Laut Datenblatt ist die Transluzenz nur drei Prozent höher als beim Complete, aber vom Material her kommt das noch viel lebendiger raus, auch ohne es zu bemalen oder sonst irgendwie zu verändern. Je nach Situation kolorieren wir aber auch bei diesem Material noch nach. 

Man kann mit dem Esthetic TR auch Seitenzähne fertigen, aber die Indikationen sind da schon eingeschränkter, denn der Schwerpunkt liegt auf der Ästhetik, und das geht ein wenig zu Lasten der Belastbarkeit. Laut Datenblatt eignet sich das Material für bis zu viergliedrigen Brücken, ich würde aber sagen: idealerweise nur ein Brückenglied.  

Wie ist Ihr Fazit zu den Zirkonen neuester Generation? 

Grundsätzlich kann ich nach diesen ersten Monaten der Erprobung sagten, dass die neuste Generation der Zirkonoxide einen wirklichen Mehrwert bietet – das sind tolle Materialien. Die Neuheiten von Zirlux reihen sich ein in die allgemeine Weiterentwicklung bei den großen und bekannteren Herstellern, aber bei sehr verlässlicher Qualität und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Vielen Dank, Herr Eisenach, für das interessante Gespräch. 

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vom 12.12.2022
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