Handschuh Ratgeber

Einmalhandschuhe für die Zahnarztpraxis: Ratgeber & FAQ

Kategorie: Materialien Praxis
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Das Angebot an Handschuhen für Zahnärzte und Mitarbeiter in der Zahnarztpraxis ist groß – aber auch die Unterschiede in Bezug auf Schutz, Tragekomfort und Sensorik. Wir erläutern die Vor- und Nachteile von verschiedenen Materialien, geben Tipps, wie Zahnärzte und ZFA das für sie passende Modell finden und beantworten die häufigsten Fragen zu Vorschriften und Kennzeichnungen.

Handschuhe sind in der Zahnarztpraxis als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) die erste Verteidigungslinie gegen Kreuzkontamination und Infektionsrisiken und schützen so Patienten und Mitarbeiter. Allerdings sind nicht alle Einmalhandschuhe gleich. Es stehen viele bunte Farben und sogar Düfte zur Auswahl. Wichtiger für die Auswahl sind aber das verwendete Material, die Passform, die Texturierung und die Qualität.

Eignen sich für Zahnärzte am besten Handschuhe aus Latex, Nitril oder Vinyl? Behandler und Praxismitarbeiter haben in der Regel individuelle Vorlieben für ein bestimmtes Material, kennen aber die Vor- und Nachteile der vielen unterschiedlichen Qualitäten nicht genau.

Nachfolgend werden die verschiedenen Materialien vorgestellt und die wichtigsten Fragen rund um Einmalhandschuhe und ihre Einsatzbereiche sowie Vorgaben und Kennzeichnungen beantwortet.

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Übersicht

Handschuhe in der Zahnarztpraxis: Welches Material ist am besten geeignet?

Ob Latex, Nitril oder Vinyl, für alle Handschuhe für Zahnärzte und Mitarbeiter in der Zahnarztpraxis gilt: Je dünner die Handschuhe, desto schneller werden sie durchlässig. Aufgrund der langen Tragezeiten am Behandlungsstuhl sollten Zahnarztpraxen besonders auf gute Qualität der Handschuhe achten. Ein praktischer Arzt, dessen Untersuchungen häufig weniger als eine Minute dauern, kann auch mit dünneren Handschuhen sicher arbeiten. Für die Zahnmedizin gelten deutlich höhere Ansprüche. Nachfolgend werden die Vor- und Nachteile von medizinischen Einmalhandschuhen aus Latex, Nitril und Vinyl in der Zahnarztpraxis in drei Kapiteln ausführlich erklärt. Noch andere Anforderungen müssen Handschuhe erfüllen, wenn sie die Trägerin oder den Träger zum Beispiel vor Chemiekalien schützen sollen, etwa beim Umfüllen von Hygienemitteln. Die häufigsten Fragen  zu den verschiedenen Schutzklassen und Normen beantwortet unser FAQ zu Handschuhen in der Zahnarztpraxis. Tipp: Für einen schnellen Überblick über Modelle, Materialien, Beschichtungen und Texturierungen empfehlen die Produktexperten von Henry Schein das aktuelle Handschuh-Poster.
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Latex-Handschuhe: Hoher Tragekomfort, aber Problem für Allergiker

Latex-Handschuhe gibt es in verschiedenen Ausführungen, etwa mit Beschichtungen aus Aloe Vera oder mit verschieden texturierten Oberflächen für mehr Griff und Tragekomfort. Außerdem arbeiten die Hersteller mit unterschiedlichen Materialmischungen, die das Tragegefühl beeinflussen. Preiswertere Handschuhe aus Latex enthalten in der Regel einen niedrigeren Naturlatex-Anteil – auf Kosten von Dehnbarkeit und Schutzwirkung.

Allerdings besitzt Latex einen kleinen Nachteil, der für manchen Träger zum großen Problem werden kann: Die winzigen Latexproteine können zu allergischen Reaktionen führen. Noch gravierender wird das Allergieproblem durch das feine Puder aus Maisstärke, das während der Produktion dafür verwendet wird, die Handschuhe vom Handschuhformer zu lösen.

Möglich ist zum einen die Aufnahme des Puders und damit der Latex-Proteine durch die Haut. Das kann starken Hautausschläge hervorrufen. Wenn die Hände in den Latex-Handschuhen schwitzen, wird die Aufnahme des Proteins zusätzlich erleichtert. Zum anderen kann die Aufnahme des Puders durch die Atemluft zusätzlich zu Atemproblemen und Hustenreiz führen.

Früher wurden Latexhandschuhe für einfacheres Anziehen sogar zusätzlich gepudert. Heute dürfen extra gepuderte Untersuchungshandschuhe in Deutschland in der Medizin nicht mehr eingesetzt werden. Zudem müssen die Puderpartikel aus der Produktion und die gelösten Proteine in einem oder mehreren Chlorbädern – der sogenannten Chlorinierung - ausgewaschen werden. Doch winzige Partikel können zurückbleiben.

Grundsätzlich gilt: Je stärker die Chlorinierung, desto geringer der Anteil an gelösten Latex-Proteinen. Zugleich werden die Handschuhe aber auch glatter und rutschiger.

Auch Beschichtungen aus Polymer minimieren das Allergierisiko. Eine gute Alternative sind deshalb chlorinierte Handschuhe mit äußerer Polymer-Beschichtung. Durch die Beschichtung sind die Handschuhe extrem griffig und damit für den Einsatz am Behandlungsstuhl hervorragend geeignet.

Nitril-Handschuhe: Immer beliebter, komfortabel und in vielen Farben erhältlich

Nitril ist ein Kunststoff und damit latexfrei. Handschuhe aus Nitril sind erste Wahl für Zahnärzte und Praxismitarbeiter, die auf Naturkautschuk-Latex allergisch reagieren oder eine Sensibilisierung befürchten.

Waren Nitrilhandschuhe früher relativ steif, wird das Material durch verbesserte Produktionstechnologien heute immer dünner, elastischer und damit komfortabler zu tragen. Mit dem Tragekomfort hat in den letzten Jahren die Beliebtheit von Untersuchungshandschuhen aus Nitril deutlich zugenommen. Je nach Einsatzbereich kann man zwischen verschiedenen Stärken und Weichheitsgraden wählen.

Zudem wird eine breite Farbpalette angeboten - z.B. passend zur Farbgebung in der eigenen Praxis. Die Mitarbeiter können sich sogar ihren Lieblingsduft auswählen. Wie wäre es mit Orange?

Was viele Anwender nicht wissen: Auch Einmalhandschuhe aus Nitril können potentiell Allergene enthalten, etwa Alterungsschutzmittel, Vulkanisationsbeschleuniger und Weichmacher. Diese Stoffe können – wenn auch viel seltener als Latex – eine Sensibilisierung auslösen und ein allergisches Kontaktekzem verursachen. Besteht der begründete Verdacht auf eine entsprechende Allergie, sollte nach einer Alternative gesucht werden, etwa puderfreie Nitrilhandschuhe ohne Beschleuniger.

Vinyl-Handschuhe: Geeignete Untersuchungshandschuhe aus Vinyl müssen DIN EN 455 erfüllen

Besonders preiswert sind Handschuhe aus Vinyl. Das Material ist weich und außen besonders glatt, deswegen wird es vor allem in der Pflege viel eingesetzt. Auch bei der Hautfreundlichkeit überzeugen Vinyl-Handschuhe.

Dennoch werden Einmalhandschuhe aus Vinyl in der Zahnmedizin eher selten als Untersuchungshandschuhe genutzt, da sie in Punkto Dehnbarkeit, Reißfestigkeit und Sicherheit häufig schlechter abschneiden als Modelle aus Latex oder Nitril.

Es gibt aber auch hochwertige Handschuhe aus Vinyl, die als Untersuchungshandschuhe für den Einsatz in der Zahnarztpraxis geeignet sind. Wichtig ist hier die Zertifizierung gemäß EG-Norm DIN EN 455. Nur mit dieser Auszeichnung ist sichergestellt, dass die Vinylhandschuhe den Anforderungen für den medizinischen Einsatz entsprechen.

Das Tragen von Vinylhandschuhen über einen längeren Zeitraum wird neueren Studien zufolge nicht empfohlen. Vinylhandschuhe enthalten Weichmacher, die in Verdacht stehen kanzerogen (krebserregend) zu wirken.

Praxistest: Tragekomfort von Handschuhen für die Zahnarztpraxis vergleichen

Durch die langen Tragezeiten von Einmalhandschuhen in der Zahnmedizin sollten Praxen nicht nur auf die Qualität, sondern besonders auf eine gute Passform achten.

Ob Nitril oder Latex, stärker oder weicher, texturiert oder parfümiert - in der Zahnarztpraxis muss jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin entscheiden, welcher Handschuh das beste Tast- und Tragegefühl bietet.

Unterschiede in der Passform ergeben sich auch durch die verwendete Form bei der Herstellung der Einmalhandschuhe. Deshalb ist es empfehlenswert, nicht nur unterschiedliche Materialien und Größen zu testen, sondern auch verschiedene Modelle aus demselben Material auszuprobieren.

Tipp: Lassen Sie Ihr Praxisteam mitbestimmen, welche Handschuhe in welcher Größe in Ihrer Praxis zu Einsatz kommen und bestellen Sie verschiedene Modelle und Größen zum Testen. Die Kosten für eine zusätzliche Sorte Einmalhandschuhe sind gering, der tägliche Komfortgewinn für den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin ist dagegen hoch.

Zahn
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vom 25.01.2024
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