Hygiene in der Zahnarztpraxis

Hygiene in der Zahnarztpraxis sicher und effizient gestalten

Die Anforderungen an die Hygiene in der Zahnarztpraxis sind sehr hoch. Praxisinhaber stehen vor der Herausforderung, das Management der Praxishygiene so umzusetzen, dass neben der Sicherheit auch eine hohe Effizienz gewährleistet ist.

 

Die Hygiene in der Zahnarztpraxis unterliegt strengen Vorgaben und wird von staatlicher Seite durch Praxisbegehungen überwacht. Gesetze, Richtlinien und Empfehlungen ändern sich, immer wieder kommen neue Verordnungen hinzu.

Das Ziel ist klar und grundsätzlich nachvollziehbar: das Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern und daraus folgende Infektionen soll so weit wie möglich minimiert werden.

Aber es kann in der Praxis einen enormen Aufwand erfordern, alle Anforderungen umzusetzen und zu dokumentieren. Praxisinhaber stehen zum einen vor der Herausforderung, die Praxishygiene so zu gestalten, dass sie sowohl einer behördlichen Praxisbegehung standhält. Hilfreiche Tipps dazu finden Sie im ersten Teil dieses Beitrags. Es geht aber auch darum, das Hygienemanagement möglichst effizient umzusetzen, um Fehler zu vermeiden und vor allem die knappen personelle Ressourcen so wenig wie möglich zu binden. Eine wesentliche Entlastung der Mitarbeiter ermöglichen digitale Lösungen. Wie das konkret aussieht lesen Sie im zweiten Kapitel.

Ist Ihre Zahnarztpraxis fit für eine Praxisbegehung?

Hygienemanagement beinhaltet viel mehr als nur die > Wahl des richtigen Einmalhandschuhs und den sachgerechten Einsatz von > Desinfektionsmitteln. Praxisinhaber müssen eine ganze Reihe von aktuellen Vorgaben kennen, um einer Praxisbegehung gelassen entgegensehen zu können. Wer sich über den Stand der Empfehlungen und Vorgaben informieren möchte, findet die aktuellsten Informationen unter anderem auf der > Website der Bundeszahnärztekammer.

Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail und in den Zahnarztpraxen werden immer wieder wichtige Punkte übersehen. Wasseraufbereitung, Dokumentation, Hygieneschulungen – es gibt viel zu beachten, um die Vorgaben der Behörden für ein regelkonformes Hygienemanagement zu erfüllen. Wir haben Ihnen einige besonders relevante Fragen aufgeschrieben, mit denen Sie mögliche Schwächen im Hygienemanagement in Ihrer Zahnarztpraxis aufdecken können.

Hygiene in der Zahnarztpraxis – Der Check vor der Praxisbegehung

1. Ist ein Qualitätsmanagement-System für die Standardisierung und Nachvollziehbarkeit des Aufbereitungsprozesses vorhanden?

Mit allen für die Aufbereitung relevanten Daten z. B. Arbeitsanweisungen, Verfahrensanweisungen, Verantwortlichkeiten, Checklisten, Hygiene-Rahmenplan, Arbeitsanweisungen, Fortbildungsnachweise?

2. Ist die Qualifikation des Personals ausreichend?

Alle mit der Aufbereitung von Medizinprodukten-Beauftragten müssen über eine geeignete Ausbildung oder Fortbildung sowie einschlägiger, beruflicher Tätigkeit hinsichtlich der jeweiligen Tätigkeit über aktuelle Kenntnisse verfügen (§ 8 Abs. 4 in Verbindung mit § 5 Nr. 1 MPBetreibV). Die Sachkenntnis zur Aufbereitung umfasst folgende Inhalte (Anlage 6 der KRINKO-BfArM-Empfehlung):

  • Instrumentenkunde (ggf. fachgruppenspezifisch),
  • Kenntnisse in Hygiene/Mikrobiologie (einschließlich Übertragungswege),
  • Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten,
  • Schwerpunkte der Aufbereitung
  • räumliche und organisatorische Aspekte der Aufbereitung,
  • Erstellen von Verfahrens- und Arbeitsanweisungen zur Aufbereitung,
  • Rechtskunde (MPG, MPBetreibV, BioStoffV).

3. Sind alle räumlichen Anforderungen erfüllt?

Dazu gehören z. B. Grundfläche, Arbeitsflächen, Behandlungszimmer, Aufbereitungsraum, Umkleideraum, Sozialräume, Raumluft, Toiletten, Böden, überkreuzen von Wegen möglichst vermieden (§ 8 Abs. 4 in Verbindung mit § 5 Abs. 3 MPBetreibV und TRBA 250).

4. Ist der Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung sowie die erforderlichen Hygienemaßnahmen im Qualitätsmanagementsystem festgelegt?

Dazu gehören z.B. flüssigkeitsdichte Schutzkleidung, Flüssigkeitsdichte langstulpige Schutzhandschuhe, Augen- und Mund-Nasen-Schutz.

5. Gibt es eine Gefährdungsbeurteilung nach §5 und 6 des Arbeitsschutzgesetzes?

z. B. Schutzausrüstung, Umkleide und Pausenraum, Biostoffverordnung.

6. Sind die Risikobewertung und Einstufung der Medizinprodukte vorhanden?

Einstufung entsprechend der Anwendung unkritisch, semikritisch und kritisch, sowie nach den Anforderungen an die Aufbereitung des Produkts (A, B oder C).

7. Sind die Herstellerangaben zur Aufbereitung vorhanden?

Der Medizinproduktehersteller muss dem Betreiber ausreichende Angaben zu Verfügung stellen (Richtlinie 93/42/EWG, DIN EN ISO 17664). Die Aufbereitung ist unter Berücksichtigung der Angaben der Hersteller durchzuführen (§ 8 Abs. 1 MPBetreibV).

8. Ist die Verfahrensvalidierung vorhanden?

Geeignete validierte Verfahren im Sinne des § 8 Abs. 1 MPBetreibV sind Verfahren, welche ein definiertes Ergebnis (insbesondere Sauberkeit, Keimarmut/Sterilität und Funktionalität) reproduzierbar und nachweisbar ständig erbringen.

9. Sind die Intervalle für Wartung und Validierung eingehalten?

Zum Betrieb von Reinigungs-Desinfektionsgeräten (RDG) und Sterilisator sind die Intervalle für Wartung, Validierung und Routineprüfungen unter Berücksichtigung der Angaben von Hersteller und Validierer festzulegen.

10. Wird eine Reinigungs- und Funktionskontrolle/-Pflege durchgeführt?

Nach Reinigung und Desinfektion muss eine optische Kontrolle der Medizinprodukte auf Sauberkeit, Korrosion, Risse, Verformungen und Bruch erfolgen. Für die visuelle Beurteilung ist regelmäßig eine Lupe, gegebenenfalls auch mit leistungsfähiger Lichtquelle erforderlich. Festgestellte Verunreinigungen sind im unreinen Bereich zu entfernen.

11. Ist eine Sterilgutverpackung und Kennzeichnung vorhanden?

Für die Siegelprozesse müssen Validierer Intervalle von Routineprüfungen, Wartungs- und Validierungsarbeiten festgelegt werden (nach Herstellervorgaben). In regelmäßigen Abständen müssen Probesiegelnähte erstellt und begutachtet werden (optische Kontrolle, Peeltest). Bei Siegelgeräten müssen jährlich die Siegelnaht-Zugfestigkeitsprüfungen erfolgen.

12. Erfolgt eine Sterilgutfreigabe?

Mit der Sterilgutfreigabe wird der korrekte Ablauf des gesamten Aufbereitungsprozesses bestätigt. Zu berücksichtigen sind:

  • Ergebnis der letzten Routineprüfungen von Geräten des Aufbereitungsprozesses
  • Prozessparameter der Sterilisation und gegebenenfalls der maschinellen Reinigung/Desinfektion
  • Umschlag von Indikatoren
  • Ergebnis der Prüfung des Reinigungserfolgs
  • Unversehrtheit der Verpackung
  • Unversehrtheit aller Versiegelungen
  • Trockenheit der Verpackung mit Angabe der maximal akzeptierten Nachtrocknungszeit
  • Lesbarkeit und Vollständigkeit der Kennzeichnung

13. Finden regelmäßige Lagerkontrollen statt?

Medizinprodukte sind staubgeschützt, sauber, trocken bei Raumtemperatur zu lagern. Verfallene oder überlagerte Medizinprodukte müssen aussortiert werden.

14. Sind die Normen und Prüfungen im Bereich Wasser eingehalten?

Dazu gehören z. B. DGSV Zulassung, MPG Zulassung, Wartung. Werden an den Einheiten jährlich Wasserproben entnommen und durch ein akkreditiertes Labor untersucht?

15. Sind die Fenster mit Insektenschutz ausgestattet?

16. Befindet sich alle Kühlschränke außerhalb des Aufbereitungsraumes?

Sollten Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit Nein beantworten, besteht umgehender Handlungsbedarf. Kontaktieren Sie am besten einen zertifizierten Hygienespezialisten oder Techniker, der sich mit den Vorgaben auskennt und gemeinsam mit Ihnen an einer Lösung arbeitet.

Zur Unterstützung der Vorbereitung auf eine Praxisbegehung bietet Henry Schein den Praxis-Check an, bei dem ein Spezialist in Ihre Praxis kommt, um gemeinsam vor Ort die wichtigsten Punkte durchzugehen, auf die bei einer Praxisbegehung zu achten sind.

Informationen zum Praxis-Check anfordern

 

Die Lösung für mehr Effizienz: Mit wenig Aufwand die Praxishygiene in den Griff bekommen

Der Aufwand für ein korrektes Hygiene-Management stark angestiegen ist. Die Hygiene in der Zahnarztpraxis nimmt im alltäglichen Workflow immer mehr Zeit in Anspruch. Für viele Praxisinhaber wird das zu einer großen Herausforderung, auch angesichts der zunehmenden Personalknappheit.

Abhilfe schaffen ein effizientes Hygienemanagement und eine Digitalisierung von Prozessen, die dem Praxisteam helfen, die Hygiene in der Zahnarztpraxis  einfacher, schneller und sicherer zu gestalten. Neben vernetzten Geräten sorgen vor allem intelligente Software-Lösungen für große Zeitgewinne in der täglichen Praxishygiene.

Hygienemanagement-Software für die Zahnarztpraxis: Mehr Sicherheit, weniger Arbeit

Die Hygienemanagement-Software DOCma® wurde mit Zahnärzten und Instituten entwickelt. Praxen können damit ihren Hygieneprozess effizient und rechtskonform gestalten und ihre Lagerhaltung optimieren. Das System bietet im Rahmen der Praxishygiene die Möglichkeit, Material und Sterilgut mit Charge den behandelten Patienten zuzuordnen. Selbstverständlich werden die gesetzlichen Anforderungen bei der Dokumentation mit DOCma® berücksichtigt.

Sie möchten wissen, wie DOCma funktioniert? Schauen Sie sich jetzt unser Video an!

Die 5 wichtigsten Gründe, warum Sie mit DOCma® in Sachen Praxishygiene bestens aufgestellt sind.

  1. Bewährt bei Praxisbegehungen
  2. Ersparnis von Zeit und Geld
  3. Dokumentation der Hygienekette
  4. Eine Lösung für alle Prozesse
  5. Prüfbarkeit aller Vorgänge

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Weitere Informationen zur Hygiene in der Zahnarztpraxis

Bereits bei der Praxisplanung sollten Sie die Themen Hygiene und Digitalisierung im Blick haben. Um typische Fehler zu vermeiden, lesen Sie hier, was Sie bei der Gründung beachten sollten. Auch bei der > Praxisübergabe kann Ihre Hygieneeinrichtung eine ausschlaggebende Rolle spielen.

Beachten Sie, dass für implantologische Praxen besondere Anforderungen gelten. Welche Dinge Sie beachten sollten, wenn in Ihrer Praxis auch implantologisch gearbeitet wird, Finden Sie weitere Informationen in unserem Artikel > Hygiene in der implantologischen Praxis“.

Die Hygiene ist zugleich ein wichtiger Imagefaktor für Ihre Praxis. Wie Sie dies bestmöglich im Praxismanagement berücksichtigen, lesen Sie im Beitrag > Alles sauber hier? Der kritische Patientenblick sieht mehr, als man denkt.

Sie führen keine Zahnarztpraxis, sondern sind Inhaber eines Dentallabors? Dann geht Sie das Thema Hygiene ebenfalls an. Lesen Sie in unserem Artikel > Saubere Sache: Hygiene im Dentallabor, worauf Sie als Laborinhaber besonders achten sollten.

 

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