Füllungstherapie

Füllungstherapie in 5 Schritten – Tipps zur Materialwahl

Mit unseren praxisnahen Tipps zur Füllungstherapie navigieren Sie souverän von der Ätzung bis zum Polieren. Ein Fokus in diesem Ratgeber liegt auf der Arbeit mit biokompatiblen Universalfüllungsmaterialien.

Eine Füllungstherapie kann zu einer Reise mit vielen Unbekannten werden, insbesondere wenn es um die Wahl des richtigen Materials geht. Dieser Ratgeber erläutert den Ablauf der Füllungstherapie in sechs leicht verständlichen Schritten und gibt wertvolle Tipps zur Auswahl der passenden Materialien - vom Ätzgel bis zum finalen Lack - unter besonderer Berücksichtigung aktueller biokompatibler Universalfüllungsmaterialien, die in jüngster Zeit bei Zahnärzten wie Patienten durch Langlebigkeit und Verträglichkeit punkten.

Schritt 1: Ätzen (optional)

Oftmals wird die Füllungstherapie mit dem Ätzen des gereinigten Zahns begonnen. Das Aufbringen von Säure hat den Vorteil, dass sich die Zahnoberfläche durch das Anrauen vergrößert und so auch eine größere Haftfläche für die folgenden Materialien entsteht.

Dabei soll stets nur der Teil angeätzt werden, der anschließend vom Kunststoffmaterial überdeckt wird. Hilfreich sind also Produkte für die Säure-Ätz-Technik, mit denen entweder nur der Schmelz oder auch noch zusätzlich das Dentin bearbeitet werden kann, die also sowohl für die Total-Etch-Technik als auch für die Selective-Etch-Technik indiziert sind.

Wichtig ist auch die Wahl der richtigen Konsistenz, um jede Anwendungssituation optimal behandeln zu können:

  • Ätzgele eignen sich für die präzise Anwendung. Das Material lässt sich punktgenau durch die dünne Kanüle applizieren; es ist standfest und tropft nicht.
  • Flüssigkeiten eignen sich dagegen optimal für tiefe Fissuren und großflächigere Behandlungen.

Eine Einfärbung sorgt für zusätzliche Erleichterung und Kontrolle bei der Applikation, zudem können Rückstände leicht erkannt und abgespült werden

Schritt 2: Bonden

Das beste Füllungsmaterial ist nichts wert, wenn es nicht richtig hält. Ein zuverlässiges Bonding ist daher unverzichtbar für eine dauerhaft stabile Restauration. Neben guten Haftwerten spielt die Flexibilität eine große Rolle.

Nachfolgend finden Sie relevante Kriterien für die Wahl des optimalen Bond-Materials:

  • Freie Wahl bei der Ätztechnik - Ob Self-Etch, Selective-Etch oder Total-Etch: Im Idealfall ermöglicht das Bond dem Zahnärztin/der Zahnarzt je nach klinischer Situation oder persönlicher Vorliebe die freie Wahl bei der Konditionierung der Zahnhartsubstanz.
  • Sichere Haftung - Produkte mit hohen Haftwerten an Schmelz und Dentin in einer Schicht sorgen für einen dauerhaften randspaltfreien Verbund zwischen Zahnhartsubstanz und Füllungsmaterial. Je nach Behandlungssituation sollte ein Bond gewählt werden, dass auch an Metall, Silikatkeramik, Zirkon- oder Aluminiumoxid zuverlässig ohne Verwendung eines Primers haftet. Ideal geeignet für die Stiftbefestigung im Wurzelkanal sind Produkte, die auch bei chemischer Härtung optimal haften.
  • Vielfältige Anwendungsfelder - Das Bond sollte kompatibel mit allen licht-, dual- und selbsthärtenden Composites sein, damit es sowohl für direkte als auch indirekte Restaurationen eingesetzt werden kann. Weitere Pluspunkte haben Produkte, die ohne zusätzlichen Aktivator für Dualhärtung auskommen, zur Desensibilisierung überempfindlicher Zahnhälse beitragen und als Schutzlack für Glasionomerzement-Füllungen einsetzbar sind.
  • Darreichungsform - Präparate in handlicher SingleDose sind genau für eine einzige Anwendung konzipiert: So bekommt jeder Patient sein ganz eigenes Produkt. Drittkontakte und weitere Kontaminationsmöglichkeiten werden so auf einfachem Wege unterbunden. Gleichzeitig ist das Material immer zu 100 Prozent frisch. Weitere Vorteile der Einmalapplikationsform: Sie hält nicht nur stets die optimal abgestimmte Menge für genau eine Behandlung bereit – und vermeidet somit eine Materialverschwendung –, auch Dosier- oder Mischfehler werden von vornherein ausgeschlossen. Zudem lassen sich Bondings  aus der SingleDose schnell applizieren und unterstützen somit eine kurze Behandlungszeit.

Schritt 3: Restaurieren

Immer mehr Zahnärzt:innen und ihre Patienten legen gerade bei Füllungsmaterialien großen Wert auf Produkte, die nicht nur verträglich sind, sondern auch die hohen Anforderungen an Funktion und Ästhetik erfüllen.

Bei der Auswahl des passenden Füllungsmaterials gilt es eine Reihe relevanter Kriterien zu beachten.

  • Festigkeit - Eine der wichtigsten Eigenschaften: das Material muss stark genug sein, um dem täglichen Kau- und Bissdruck standzuhalten.
  • Handling - Ein gutes Füllungsmaterial sollte leicht zu handhaben sein, sodass Zahnärzt:innen es effizient und präzise einsetzen können.
  • Schrumpfung - Ein zentrales Problem moderner Füllungsmaterialien ist die Polymerisationsschrumpfung während des Aushärtungsprozesses.  Eine zu hohe Schrumpfung führt zu Spannungen im Zahn. Möglich Folge ist u.a. das Auftreten einer Sekundärkaries durch Randspaltbildung.
  • Farbstabilität - Das ausgewählte Füllungsmaterial sollte über die Zeit hinweg seine Farbe beibehalten und nicht verfärben, um ein natürliches Erscheinungsbild zu gewährleisten.
  • Flexibilität - Nicht alle Zähne und Füllungen sind gleich, daher ist ein Füllungsmaterial, dass mit verschiedenen Bondings kompatibel ist, im Praxisalltag von Vorteil.
  • Biokompatibilität - Immer mehr Patient:innen legen Wert auf verträgliche und allergikerfreundliche Materialien, die gleichzeitig die hohen Ansprüche an Funktion und Ästhetik erfüllen.

Die Wahl des richtigen Restaurationsmaterials kann den Unterschied ausmachen, wenn es darum geht, eine langlebige, ästhetisch ansprechende und funktionale Füllung zu erhalten.

Keramik zum Füllen

Mit Admira Fusion von VOCO können rein keramisch basierte Restaurationen komplett chairside vorgenommen werden – ganz so wie bei der Arbeit mit einem Composite.

Ermöglicht wird dies durch die innovative Verbindung der Nano-Hybrid- mit der ORMOCER®-Technologie (ORMOCERe = „Organically Modified Ceramics“). Das bedeutet, dass Siliziumoxid die verwendete chemische Basis ist, und zwar sowohl für die Füllstoffe (Nano- und Glaskeramik-Füllkörper) als auch – und das ist die innovative Entwicklungsleistung – bei der Harzmatrix.

Diese „Pure Silicate Technology“ sorgt u.a. für eine sehr niedrige Polymerisationsschrumpfung von nur 1,25 Vol.-% und einen sehr geringen Schrumpfungsstress. Enthalten die Füllungsmaterialien darüber hinaus keine klassischen Monomere sind sie damit im Vergleich zu herkömmlichen Kunststofffüllungen allergikerfreundlich.

Das lichthärtende, röntgenopake Nanohybrid-ORMOCER enthält 84 Gew.  % anorganische Füllstoffe und deckt ein breites Indikationsspektrum ab: Dazu gehören u.a. Füllungen der Klassen I bis V, Rekonstruktionen von traumatisch beschädigten Frontzähnen, die Verblockung oder Schienung von gelockerten Zähnen, Stumpfaufbauten und die Anfertigung von Composite-Inlays.

Admira Fusion besticht außerdem durch seine hohe Farbstabilität und ist somit absolut universell einsetzbar. Das sehr homogene Material bietet Ihnen ein hervorragendes Handling und ist mit allen konventionellen Bondings kompatibel.

Eine starke Familie

Ergänzt wird das Füllsystem durch weitere Produkte, die ebenfalls die physikalischen Werte von Admira Fusion aufweisen:

Admira Fusion x-tra: Die Fast-Track-Variante erlaubt Inkrementstärken von bis zu 4 mm und punktet zudem mit der universellen Farbe U, die im Seitenzahnbereich mit Hilfe ihrer chamäleonartigen Anpassung an die umgebende Zahnsubstanz besonders ästhetische Ergebnisse ermöglicht.

Admira Fusion Flow: Das fließfähige Material sorgt für ein optimales Anfließverhalten und verbleibt gleichzeitig nach Applikation und Modellation standfest in der Kavität.

Admira Fusion x-base: Das Bulk-Fill-Material ist zudem fließfähig und eignet sich optimal für Unterfüllungen.

Admira Fusion im Online-Shop

Frontzahnrestauration mit Admira Fusion

Schritt 4: Aushärten

Lichthärtende Füllungsmaterialien können ihre erstklassigen Eigenschaften erst dann richtig ausspielen, wenn die Lichtpolymerisation für eine ideale Aushärtung sorgt. Empfohlen werden Polymerisationslampen der neuesten Generation, die nicht nur zuverlässig und leistungsstark sind, sondern zudem das Absorptionsspektrum aller gängigen Photoinitiatoren vollständig abdecken.

LEDs mit einer Wellenlänge von 450-480 nm sind optimal für die Aushärtung von lichthärtenden Dentalmaterialien geeignet. Weitere Faktoren für die Auswahl der optimalen Polymerisationslampe sind ein geringes Gewicht und eine schlanke, griffige Bauweise.

Schritt 5: Polieren und Finieren

Auch wenn sich moderne und hochgefüllte Composites durch eine zahnharte Oberfläche auszeichnen, ist die Politur am Ende der Füllungslegung unverzichtbar. Denn eine raue Oberfläche begünstigt, dass sich Zahnbelag (Plaque) ablagert. Dies erschwert die tägliche Reinigung und es kann zu Verfärbungen kommen. Zusätzlich besteht die Gefahr der Neubildung von Karies, insbesondere im Bereich der Füllungsränder.

Die Politur sorgt dafür, dass die rauen Oberflächen leicht abgetragen und verdichtet werden, wodurch eine glatte und glänzende Struktur entsteht. Dabei spielen die Materialeigenschaften der Oberflächen eine große Rolle, denn durch diese werden die geeigneten Poliermittel und Polierinstrumente bestimmt. In der Zahnheilkunde gibt es jedoch nicht das eine Poliermittel oder Polierinstrument, mit dem sich jedes (Füllungs-)Material polieren lässt.

Zahn

Polierprotokoll vereinfacht die Auswahl

VOCO hat ein Polierprotokoll erstellt, das Ihnen aufzeigt, wie Sie insbesondere die hochgefüllten Nano-Hybrid Composites/ORMOCER®e in nur drei Schritten auf Hochglanz polieren können. Nach dem Konturieren und Finieren ist ein mehrstufiges Poliersystem zu empfehlen. Sehr gute Ergebnisse können Sie mit den so genannten Twist Polishern erreichen.

Polierprotokoll herunterladen

Schritt 6: Schützen

Die Restauration ist erfolgreich abgeschlossen, nun gilt es, den Zahn nachhaltig zu schützen.

Fluoridhaltige und kolophoniumbasierte Lacke (Beispiel:  VOCO Profluorid Varnish) sorgen für einen schnellen Verschluss der Dentintubuli und somit für eine sofortige Desensibilisierung. Gleichzeitig bewirkt das Material die Bildung von Calciumfluoriddepots an der Zahnoberfläche und langfristig die Förderung der Bildung von Fluorapatit, das den Zahn vor Säureattacken schützt

Tipp: Produktreihen verbessern Füllungstherapie

Nutzen Sie eine optimal aufeinander abgestimmte Produktreihe, um den gesamten Prozess der Füllungstherapie optimal umzusetzen. Bei abgestimmten Produkten eines Herstellers harmonieren die einzelnen Schritte bestmöglich miteinander, was nicht nur für eine erhöhte Wirksamkeit sorgt, sondern auch Erleichterungen im Handling mit sich bringt.

Die Produkte von VOCO decken ein breites Indikationsspektrum ab und eignen sich daher für zahlreiche klinische Situationen. Selbstverständlich sind sie auch einzeln und/oder mit anderen Präparaten verwendbar.

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vom 08.10.2023
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