Komplettprothese Labor Strategie

„Der Gamechanger in der Totalprothetik“

Laborinhaber Simon Stroh und Zahnarzt Dr. Michael Weyhrauch haben die Vorzüge der digital gefertigten Totalprothese für sich entdeckt. Was den Workflow auszeichnet und worauf Labore achten sollten, zeigt der Erfahrungsbericht.

Ein starker und zuverlässiger Partner für Zahnarztpraxen und Patienten zu sein, ist das Ziel, das Simon Stroh antreibt. "Wir möchten den Zahnärzten so viel Unterstützung und Service wie möglich bieten", betont der Zahntechnikermeister, der sein Labor nahe Heidelberg gemeinsam mit seinem Vater Hans-Peter Stroh führt.

Digitale Zahntechnik ist ein wichtiger Schwerpunkt: Das Labor bietet verschiedene Möglichkeiten zur digitalen Herstellung von Zahnersatz und berät Praxen im Einzugsgebiet dabei, die erforderlichen Prozesse aufzusetzen. Das gilt auch für digital gefertigte Totalprothesen, bei denen Simon Stroh mit der Ivotion-Prothese von Ivoclar eine Variante etabliert hat, von deren Qualität er vollständig überzeugt ist.

Effiziente Fertigung aus einer Scheibe

"Die Ivotion-Prothese ist ein Gamechanger in der Totalprothetik", betont Stroh mit Blick auf den einfachen Workflow. "Die gesamte Prothese wird aus einer Scheibe und in einem Fräsvorgang gefertigt. Das ist sehr effizient."

Auch fällt die manuelle Arbeit mit Polymer und Monomer größtenteils weg, da die Fertigung in der Fräsmaschine erfolgt und es nicht notwendig ist, Zahnkranz und Prothesenbasis zu verkleben. "Das ist mir sehr wichtig, um die Gesundheitsbelastung für meine Mitarbeiter zu reduzieren", sagt Stroh.

Vorhersehbares Arbeiten, weniger Fehler

Qualitativ schätzt der Zahntechnikermeister die Ivotion-Totalprothesen als sehr hochwertig ein. "Ein großer Vorteil ist, dass wir vorhersehbare Ergebnisse erhalten. Und die Fehleranfälligkeit ist im Vergleich zur analogen Prothese viel geringer", so Stroh.

Leichte Kritik äußert er an der Ästhetik. "Es gibt aktuell noch einen ästhetischen Nachteil gegenüber Konfektionszähnen, weil die digital gefertigten Zähne keinen Dentin-Schmelz-Verlauf haben." Dies fällt jedoch nicht ins Gewicht, da die Prothesen optisch und qualitativ insgesamt überzeugen. 

CAD/CAM statt aufwendiger Handarbeit

Doch wie gestaltet sich der Arbeitsablauf? Der Laborinhaber erhält zunächst vom Zahnarzt die Funktionsabformung sowie die Bissnahme, meist auf Basis eines Stützstiftregistrats. Beides fügt er zusammen, um die Mundsituation per Laborscanner zu digitalisieren. "Ab diesem Zeitpunkt verschieben wir das ganze analoge Aufstellen, Auswachsen und Modellieren der Zähne in den Computer", erläutert Stroh. 

Die Fertigung der Totalprothese erfolgt anschließend zügig und präzise in einer Fräsmaschine. Je nach Anwendungsfall stellt das Labor bei Bedarf vorab auch eine Testprothese (Try-in) für den Patienten her.

Stroh kann jedoch meist darauf verzichten – und die Prothese direkt fertigen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Zahnarzt die Abformung und die Bisslagenbestimmung korrekt vornimmt, so Stroh. 

Stroh Dentaltechnik

Das Dentallabor Stroh Dentaltechnik wurde 1991 von Hans-Peter Stroh gegründet. Seit 2015 führt er es gemeinsam mit seinem Sohn Simon Stroh.

Die beiden Zahntechnikermeister beschäftigen 16 Mitarbeiter an ihrem Standort in Eppelheim (nahe  Heidelberg). Die moderne Ausstattung und hohe Qualitäts- und Ästhetikansprüche zeichnen das Labor aus.

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Prothesen auch wirtschaftlich attraktiv

Insgesamt sieht Stroh eine enorme Zeitersparnis im Vergleich zum analogen Vorgehen. "Wir sind damit deutlich schneller fertig. Die Konstruktion am Computer dauert maximal 90 Minuten und der Fräsprozess etwa eine Stunde. Damit ist die digital gefertigte Totalprothese für uns aus wirtschaftlicher Sicht interessanter." 

Darüber hinaus könnte sich die moderne Fertigungsmethode positiv auf die Attraktivität als Arbeitgeber auswirken. "Gerade junge, computeraffine Mitarbeiter bevorzugen es oft, digital zu arbeiten", sagt Stroh. "Und diejenigen, die noch nicht so versiert sind, können von Anfang an lernen, den Prozess digital zu gestalten." 

Wie gut die digitale Totalprothetik in der Praxis ankommt, zeigen die Erfahrungen von Dr. Michael Weyhrauch. Der niedergelassene Zahnarzt aus dem hessischen Mühltal ist von der neuen Technologie begeistert. "Es macht einfach viel mehr Spaß. Wir setzen die Prothese ein, machen nach einer Woche eine Kontrolle – und die Patienten sind sehr zufrieden, weil die Prothese sehr gut passt und sich im Alltag bewährt", betont Dr. Weyhrauch.

Die hohe Qualität, der Patientenkomfort sowie der Zeitgewinn sind aus Sicht des Zahnarztes wesentliche Vorteile der digital gefertigten Totalprothese. Dabei bestätigt Dr. Weyhrauch die Aussage von Simon Stroh, dass eine Wachs-Einprobe/Try-in-Prothese meist unnötig sei.Vielmehr erhalte er nach der Funktionsabformung und der Bissnahme direkt die fertige Prothese, die in den allermeisten Fällen optimal passe, sodass eine Überarbeitung nicht nötig sei. 

Auch den Aufwand für die Feinjustierung der Prothese in der Praxis bewertet er als äußerst gering, insbesondere mit Blick auf das Thema Druckstellen. "Die Druckstellenentfernung war bei analog gefertigten Totalprothesen oft mühselig. Bei den digitalen treten sie nur sehr selten auf." Positiv bewertet Dr. Weyhrauch auch die Stabilität. "Die Bruchgefahr ist deutlich geringer. Daher müssen wir weniger nacharbeiten." 

Zahnarztpraxis & Oralchirurgie am Fliednerplatz

Zahnarztpraxis WeyhrauchDres. Aline und Michael Weyhrauch führen eine gemeinsame Zahnarztpraxis in der hessischen Gemeinde Mühltal.

Sie decken nahezu das gesamte Spektrum der Zahnmedizin, Oralchirurgie und Zahntechnik ab.

Großen Wert legen die beiden Praxisinhaber auf moderne Behandlung.

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Wenig Aufwand in der Zahnarztpraxis

Um von all diesen Vorteilen profitieren zu können, musste er selbst kaum etwas ändern. "Bei der Funktionsabformung und der Bissnahme gibt es bei uns keine wesentlichen Unterschiede. Sie erfolgen wie gewohnt analog. Dabei haben wir den Prozess auf Vorschlag des Herstellers leicht optimiert, was zusätzlich Zeit spart", erläutert Dr. Weyhrauch. 

Besonders komfortabel sei der Prozess, wenn bereits eine Totalprothese des Patienten vorliege und dieser sie entbehren könne. "Wir machen die Funktionsabformung dann einfach mit der alten Prothese, schicken diese zusammen mit der Bissnahme ins Labor und bekommen die fertige neue Prothese in sehr kurzer Zeit."

Auch die digitale Reproduzierbarkeit sieht der Zahnarzt als großen Pluspunkt. "Wenn eine Totalprothese bereits digital gefertigt wurde, muss ich nicht wieder zurück auf Los gehen und den gesamten Prozess durchlaufen. Ich melde mich einfach kurz beim Labor und erhalte nach wenigen Tagen eine neue Prothese für meinen Patienten." 

Zukunft bringt neue Möglichkeiten

Was die Zukunft der digitalen Totalprothetik mit dem Ivotion-System von Ivoclar betrifft, sieht Laborinhaber Simon Stroh enormes Potenzial. "Wir stehen hier erst am Anfang. Die Materialien und Anwendungsfelder werden sich weiterentwickeln", prognostiziert der Laborinhaber. Diese und viele weitere Themen behält er stets im Blick – immer im Bestreben, Zahnärzten und Patienten Zahnersatz zu bieten, der hohe ästhetische und qualitative Ansprüche erfüllt. 

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