Die Auswahl an dentalen Fortbildungen ist groß. Doch wie können Zahnarztpraxen und Dentallabore die passenden Kurse entdecken und davon langfristig profitieren? Fundierte Tipps dazu gibt Melanie Busch, Fortbildungsmanagerin bei Henry Schein Dental.
Frau Busch, die Auswahl an dentalen Fortbildungen ist riesig. Wie finde ich die Fortbildung, die mir als Praxis- oder Laborinhaber wirklich weiterhilft?
Für mich beginnt jede Fortbildungsentscheidung mit einer klaren Zieldefinition. Erst wenn ich weiß, was ich verbessern oder erreichen möchte, suche ich gezielt nach dem passenden Thema. Wichtig ist, dass die Fortbildung anerkannte Fortbildungspunkte beinhaltet und von einem qualifizierten, erfahrenen Referenten durchgeführt wird. So wird aus einem großen Angebot eine strukturierte Auswahl – und aus der Fortbildung eine sinnvolle Investition.
Für viele Praxisinhaber ist es gar nicht so leicht, im Praxisalltag genug Zeit für Fortbildungen zu blocken. Gibt es dafür flexible Lösungen?
Zeitmanagement ist eine der größten Herausforderungen bei Fortbildungen, vor allem wegen des Personalmangels. Längere Abwesenheiten sind im Praxisalltag oft schwer umzusetzen. Flexible Formate wie Webinare bieten hier eine gute Lösung, da sie mit geringem Zeitaufwand verbunden sind und den Praxisbetrieb kaum beeinträchtigen.
Welche Fortbildungen sind für zahnmedizinische Fachangestellte empfehlenswert?
Für zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) sind Fortbildungen empfehlenswert, die sowohl fachlich relevant als auch praxisnah umsetzbar sind. Dazu gehören zum Beispiel Bleaching-, Prophylaxe- oder Ergonomie-Kurse, aber auch Seminare zu Praxisalltagsthemen wie Kommunikation, Abrechnung oder Praxisorganisation – also Inhalte, die den täglichen Ablauf erleichtern und die Zusammenarbeit im Team stärken.
Solche Fortbildungen bieten einen klaren Mehrwert, weil sie medizinische Fachangestellte dabei unterstützen, ihre Aufgaben effizienter zu erfüllen.
In welchen Fällen sind Fortbildungen für das gesamte Praxis- oder Laborteam sinnvoll?
Das bietet sich an, wenn Inhalte vermittelt werden, die alle Mitarbeitenden gleichermaßen betreffen. Dazu zählen etwa Notfallkurse oder Brandschutzschulungen, aber auch Themen, die den allgemeinen Praxisalltag, Abläufe oder die Zusammenarbeit im Team betreffen.
Ein gemeinsamer Termin hat mehrere Vorteile: Der organisatorische Aufwand wird gebündelt, und alle erhalten denselben Wissensstand. Gleichzeitig stärkt eine gemeinsame Schulung den Teamgeist und fördert das Miteinander im Arbeitsalltag.
Praxisinhaber und angestellte Zahnärzte müssen einer Fortbildungspflicht nachkommen. Worauf sollten sie dabei achten?
Sie sollten vor allem auf die Fortentwicklung der fachlichen Kompetenz achten – mit dem Ziel, ihr zahnärztliches Handeln kontinuierlich zu verbessern. Dazu gehört nicht nur die Auffrischung fachlicher und interdisziplinärer Kenntnisse. Es geht auch darum, praktische Fertigkeiten einzuüben und weiterzuentwickeln.
Darüber hinaus gewinnen kommunikative und soziale Kompetenzen an Bedeutung – etwa in der Patientenführung oder im Praxismanagement. Auch die Kenntnisse zu rechtlichen und gesetzlichen Themen sollten regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht werden, um die Anforderungen der Berufsausübung zu erfüllen.