Hand mit blauem Handschuh hält einen e.max ZirCAD Block vor Sinterofen Ivoclar Programat CS6 mit Timer-Anzeige 15:00.

Neue Zirkonoxid-Generation für den Chairside-Workflow

Kategorie: Materialien Praxis
Die Weiterentwicklung von Zirkonoxid-Materialien und moderner Sintertechnologien ermöglicht heute effiziente Chairside-Workflows, die hohe mechanische Stabilität mit verbesserter Ästhetik verbinden. Im Folgenden stellen wir Ihnen die IPS e.max ZirCAD Prime Blocks vor.

Zuverlässigkeit, Ästhetik und klinische Sicherheit – das sind die wichtigsten Eigenschaften von keramischen Restaurationen. Gleichzeitig wächst in der Prothetik der Anspruch an effizientere Verfahren, die eine erfolgreiche Versorgung des Patienten mit Kronen und Brücken idealerweise in einer Sitzung ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle Entwicklungen in der Keramikprothetik

Die Palette der CAD/CAM-Materialien in der digitalen Prothetik ist breit. Neben polymerbasierten und metallischen Werkstoffen, die additiv oder subtraktiv gefertigt werden können, spielen vor allem keramische Materialien eine zentrale Rolle. Diese lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: Silikatkeramiken und Oxidkeramiken. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Zirkonoxid-Materialien haben sich etabliert

In diesem Spektrum haben sich oxidkeramische Werkstoffe wie yttriumstabilisiertes Zirkonoxid als besonders zukunftsweisend erwiesen. Ihre Vorteile: Abhängig von ihrem Yttriumoxidanteil verfügen sie über eine hohe Festigkeit, lassen sich schnell verarbeiten und bieten Möglichkeiten einer minimalinvasiven Präparation. Bei Chairside-Behandlungen hat sich Zirkonoxid auf Yttriumbasis daher in vielen Fällen etabliert.

Die schnelle Verarbeitung brachte bislang allerdings Abstriche beim Verdichtungsverhalten des Werkstoffs im anschließenden Prozess des Sinterns mit sich. Das führte zu notwendigen Kompromissen in Bezug auf mechanische Eigenschaften und Ästhetik.

Neue Zirkonoxid-Generation auf dem Markt

Mit dem IPS e.max ZirCAD Prime Block steht nun eine neue Generation von Zirkonoxid zur Verfügung, die speziell für den digitalen Praxisworkflow mit einem geeigneten CAD/CAM-System entwickelt wurde. In Verbindung mit dem Sinterofen Ivoclar Programat CS6 und dessen patentierter Vakuumtechnologie lässt sich ein beschleunigter Sinterprozess realisieren, der eine effiziente thermische Verdichtung ermöglicht.

Dies eröffnet Zahnärzten neue Möglichkeiten für Chairside-Fertigungen von Kronen oder Brücken. Dazu gehören vor allem eine hohe Materialfestigkeit, der im Folgenden beschriebene integrierte Farb- und Materialverlauf sowie eine zuverlässige klinische Leistung.

Materialwissenschaftlicher Hintergrund

IPS e.max ZirCAD Prime ist ein Zirkonoxid-Block für die Herstellung festsitzender Restaurationen an Front- oder Seitenzähnen. Das Material eignet sich für Patienten mit fehlender Zahnsubstanz im bleibenden Gebiss oder bei partieller Zahnlosigkeit.

Aufbau und Materialeigenschaften

Bei dem neuartigen Werkstoff handelt es sich um ein Multimaterial, also eine Kombination verschiedener Zirkonoxidtypen mit unterschiedlichen Yttriumoxidanteilen. Diese Zusammensetzung ermöglicht einen natürlichen Farb- und Transluzenzverlauf bei gleichzeitig hoher Festigkeit.

IPS e.max ZirCAD Prime besteht aus drei Schichten:

Dentinbereich: 3Y-TZP-Material mit hoher Opazität, mit dem sich verfärbte Zahnstümpfe abdecken lassen. Es zeichnet sich durch besonders hohe Biegefestigkeit und Bruchzähigkeit aus. Dadurch lassen sich bei Kronen die Wandstärken auf bis zu 0,8 Millimeter reduzieren.

Übergangsbereich: 4Y-TZP-Material, das einen harmonischen Übergang zwischen Stabilität und Transluzenz gewährleistet.

Schneidebereich: 5Y-PSZ-Material mit höchster Lichtdurchlässigkeit für ein natürliches Erscheinungsbild.

Grundsätzlich gilt: Ein niedrigerer Yttriumoxidanteil erhöht die Bruchzähigkeit, während ein höherer Anteil die Transluzenz verbessert. Durch die abgestufte Struktur des Zirkonoxid-Blocks lassen sich Restaurationen herstellen, die sowohl mechanisch belastbar als auch ästhetisch anspruchsvoll sind.

Verarbeitung und Befestigung

Der Werkstoff IPS e.max ZirCAD Prime wird in einer autorisierten Fräsmaschine bearbeitet . Nach dem Fräsen werden die Restaurationen in einem Sinterofen gesintert, anschließend poliert und gegebenenfalls glasiert. Anschließend kann die Krone oder Brücke für eine individuelle Charakterisierung bemalt werden.

Je nach Indikation und Präparationsart ist eine einfache Befestigung mit konventionellem Zement ebenso möglich wie eine selbstadhäsive oder adhäsive Befestigung.

Thermische Verdichtung

Eine Kombination von Rohstoffen mit unterschiedlichen thermophysikalischen Eigenschaften stellt besondere Anforderungen an die thermische Verdichtung im Sinterprozess. Material und finale Wärmebehandlung müssen daher exakt aufeinander abgestimmt sein.

Eine Besonderheit besteht darin, dass die endgültigen Abmessungen, die Endfestigkeit und die optischen Eigenschaften der Restauration erst während des Sintervorgangs erreicht werden. Die spezielle Rohstoffzusammensetzung des Materials ermöglicht dabei ein schnelles Sintern in cirka 15 Minuten, ohne die ästhetische Qualität der Restauration zu beeinträchtigen. Optimale Ergebnisse werden unter anderem im Programat CS6 erzielt, dessen vakuum-basierte Sintertechnologie eine effiziente thermische Verdichtung unterstützt.

Dies geschieht auf folgende Weise: Das Vakuum sorgt neben anderen Effekten für eine Reduktion der Lufteinschlüsse in den Poren. Während des thermischen Verdichtungsvorgangs können diese so leichter geschlossen werden. Die in IPS e.max ZirCAD Prime enthaltenen speziellen Sinterhilfsstoffen reduzieren die Porenbildung zusätzlich. Weitere Sinterzusätze stellen darüber hinaus eine homogene Schrumpfung in allen Schichten des Zirkonoxid-Blocks sicher.

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Fallbericht aus der Praxis

Der Zahnarzt Dr. Michael Weyhrauch hat IPS e.max ZirCAD Prime in seiner Praxis bei der prothetischen Versorgung einer 71 Jahre alten Patientin eingesetzt. Ziel war es, innerhalb von 90 Minuten eine definitive Zirkon-Krone im Chairside-Verfahren anzufertigen.

Aufgrund der kurzen Behandlungszeit und der Materialeigenschaften entschied sich Dr. Weyhrauch für den neuen Werkstoff, der sich besonders für die schnelle, minimalinvasive Herstellung von Einzelkronen eignet. Nach Angaben des Zahnarztes erwies sich IPS e.max ZirCAD Prime im klinischen Einsatz als einfach zu verarbeiten, er hob auch die hohe Stabilität und das ästhetisches Ergebnis hervor. Die Patientin zeigte sich mit Form, Farbe und Tragegefühl der Krone ebenfalls sehr zufrieden.

Fazit

Die Wahl des geeigneten Werkstoffs hat einen entscheidenden Einfluss auf die ästhetische Qualität, Funktionalität und Langlebigkeit keramischer Restaurationen hat. IPS e.max ZirCAD Prime ermöglicht durch seine abgestufte Materialstruktur und die effiziente Verarbeitung im Chairside-Workflow eine hohe klinische Vorhersagbarkeit bei gleichzeitig ansprechender Ästhetik.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung in der Prothetik eröffnen sich neue Möglichkeiten, Behandlungszeiten weiter zu verkürzen und dabei qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen.

Weitere Informationen zu den Materialeigenschaften und der Anwendung von IPS e.max ZirCAD Prime, Anleitungen und Studienergebnisse finden Sie hier. Die Experten von Henry Schein Dental bieten interessierten Zahnärzten und Dentaltechnikern vielfältige Fortbildungsangebote.

vom 26.11.2025
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