Röntgenbild (links) und Intraoralfotografie (rechts) von Backenzähnen im Seitenzahnbereich nebeneinander

Chairside-Fertigung mit IPS e.max ZirCAD Prime in einer Sitzung

Kategorie: Materialien Praxis
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Zirkonoxid-Restauration direkt in der Praxis: Das neue CAD/CAM-Material ermöglicht die Chairside-Fertigung von Kronen in einer Sitzung. Ein Anwenderbericht.

Eine 71-jährige Patientin stellte sich mit einem umfangreich restaurierten Zahn 46 und bestehender Sekundärkaries in der Praxis von Dr. Michael Weyhrauch vor. Aufgrund der insuffizienten Restauration war die Versorgung mit einer Krone indiziert.

Für diesen Fall fiel die Wahl auf den neuen Zirkonoxid-Block IPS e.max ZirCAD Prime von Ivoclar. Dieses Material ermöglicht die Anfertigung von Restaurationen im Chairside-Verfahren und bietet damit eine innovative Therapiealternative.

Ziel war es, die Patientin in einer Sitzung von rund 90 Minuten mit einer vollanatomischen Zirkonoxidkrone zu versorgen. Wie die Behandlung im Detail ablief, beschreibt Dr. Weyhrauch im folgenden Anwenderbericht:

Inhaltsverzeichnis

Durchführung

Aufgrund der erneuten Fraktur eines Höckers und der bestehenden großflächigen Füllung (Abb. 1) entschied ich mich dafür, Zahn 46 zunächst mit einer neuen Aufbaufüllung zu versorgen und ihn anschließend für eine Einzelkrone zu präparieren.

Abb. 1: Ausgangsbefund Intraoralaufnahme Regio 46.

Chairside-Versorgung mit IPS e.max ZirCAD Prime

Für Zahn 46 war die Versorgung mit einer Chairside-gefertigten IPS e.max ZirCAD Prime-Krone geplant. Nach dem Situationsscan und dem Ausschneiden des Präparationsbereichs wurde der Zahn exkaviert und mit einer neuen Aufbaufüllung aus Multicore von Ivoclar rekonstruiert.

Zur Abdeckung des pulpennahen Dentins kam zusätzlich das Überkappungsmaterial Delite Premium MTA von Kaniedenta zum Einsatz. Die Präparation erfolgte mit angedeuteter Hohlkehle; im Anschluss wurde eine Gingivaretraktion mittels Zwei-Faden-Technik durchgeführt.

Auf das Entfernen der Fäden folgte der Detailscan des präparierten Bereichs (Abb. 2, 3).

Abb. 2: Scan des Unterkiefers zur Vorbereitung der Restauration.
Abb. 3: Detailansicht des Scans von Zahn 46 mit Präparationsbereich.
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Design und Fräsen der Krone

Im nächsten Schritt wurde die Krone in der CEREC-Software (Version 5.3.3) designt und mithilfe der CEREC Primemill von Dentsply Sirona innerhalb von rund 14 Minuten gefräst. An den Fräsvorgang reihte sich anschließend die Nachbearbeitung der Zirkonoxidrestauration (Abb. 4 bis 7).

Der Verbinder wurde mithilfe einer Hartmetallfräse aus einem Instrumentenset für die CAD/CAM Chairside-Fertigung abgetrennt und mit einem Gummierer aus demselben Set geglättet.

Abb. 4: Instrumentenset für die Nachbearbeitung von CAD/CAM Chairside-Restaurationen.
Abb. 5: Glätten des Verbinderbereichs.
Abb. 6: Speed-Sintern im Programat CS6.
Abb. 7: Glasurauftrag für die natürliche Ästhetik der Krone.

Speed-Sintern und Glasur

Im Programat CS6 von Ivoclar wurde die Krone nun in nur 15 Minuten speed-gesintert. Danach erfolgten die Politur der okklusalen Kontaktpunkte, der Auftrag der Glasurmasse IPS e.max CAD Crystall./ Glaze Paste/ FLUO von Ivoclar und der Glanzbrand im Programat CS6.

Alternativ ist es aufgrund der Schichten im Block und des damit einhergehenden natürlichen Farb- und Transluzenzverlaufs möglich, die Krone vor und nach dem Sintern mit dem speziell dafür von Ivoclar entwickelten Polierset auf Hochglanz zu polieren und somit auf den Glasurbrand zu verzichten. Weil ich ausreichend Zeit hatte, habe ich mich hier in diesem Fall für den Glasurbrand entschieden.

Einprobe und Zementation

Der nächste Arbeitsschritt beinhaltete das Abstrahlen der Innenfläche mit 50 Mikrometern Korund bei 1,5 bar. Nach der Einprobe und Kontrolle von Präparationsgrenze, Kontaktpunkten und Okklusion wurde die Krone mit Ivoclean gereinigt und mit SpeedCem Plus von Ivoclar befestigt (Abb. 8). Abschließend wurden Zementreste entfernt und die Okklusion nochmals überprüft.

Abb. 8: Instrumentenset für die Befestigung einer Zirkonoxidkrone – vorbereitet für den klinischen Einsatz.

Klinisches Ergebnis

Im Rahmen des Kontrolltermins eine Woche nach Eingliederung wurde die fertige Restauration eingehend evaluiert. Die Patientin zeigte sich hochzufrieden mit der harmonischen, ästhetischen Integration in die bestehende Zahnreihe sowie der natürlichen Farbwirkung.

Auch das subjektive Empfinden – insbesondere hinsichtlich Kaugefühl und Tragekomfort – wurde von ihr als äußerst angenehm beschrieben (Abb. 9, 10).

Abb. 9: Harmonische Integration im Seitenzahnbereich.
Abb. 10: Seitenansicht bei geöffnetem Biss.

Schlussfolgerung

Mit IPS e.max ZirCAD Prime von Ivoclar können Zahnärzte, die bereits ein Chairside-System nutzen, ihren Patienten nun auch Zirkonoxidkronen innerhalb einer Sitzung anbieten. Das Material überzeugt durch seine hohe Stabilität (Biegefestigkeit bis 1.100 Megapascal) und ermöglicht dank minimaler Wandstärken ab 0,8 Millimetern eine substanzschonende Präparation.

Die unterschiedlichen Schichten im Block sorgen für eine natürliche Ästhetik, da die Krone bereits über einen harmonischen Farb- und Transluzenzverlauf verfügt. Für die Praxis bedeutet dies: einfache Verarbeitung, zuverlässige Festigkeit und ein ästhetisches Endergebnis.

Über den Autor:

Dr. Michael Weyhrauch begann seine Laufbahn als Zahntechniker im Dentallabor Teuber in Darmstadt und studierte anschließend Zahnmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dort war er in der prothetischen Abteilung als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und veröffentlichte zahlreiche Fachartikel, insbesondere zu Dentalkeramiken und Farbbestimmung. Seit 2016 führt er gemeinsam mit seiner Frau eine eigene Praxis in Mühltal.

– Dr. Michael Weyhrauch
Zahnarzt

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vom 19.03.2026
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