Datentransfer

Wie sicher ist der Datentransfer im digitalen Workflow?

Hacker, Trojaner, Viren, Würmer … fast täglich schrillen in der Cyberwelt laute Alarmglocken. Mit immer „perfideren“ Methoden werden sensible Daten gestohlen oder Rechner mit nur einem Klick zerstört. Die Sensibilität für Datensicherheit in der Bevölkerung ist hoch. Dieser Herausforderung müssen sich auch Dentallabore und Zahnarztpraxen innerhalb des digitalen Workflows stellen.

Klick. Doppelklick. Senden. Und dann?

Uwe Herzog
Uwe Herzog, Vertriebsmanager CAD/CAM-Systeme, Henry Schein Dental

Wie steht es um die Datensicherheit beim Austausch von intraoralen Scandaten innerhalb des digitalen Workflows? Sensible Patientendaten „sausen“ durchs Netz – von der Praxis zum Dentallabor oder Rechenzentrum. Was gilt es zu beachten? In welchem rechtlichen Umfeld bewegen sich Zahnärzte und Zahntechniker? Wir sprechen mit einem Spezialisten, der es wissen muss. Uwe Herzog (Vertriebsmanager CAD/CAM-Systeme, Henry Schein Dental) steht Rede und Antwort.

Problemstellung

Intraoral erfasste Patientendaten unterliegen als personenbezogener Gesundheitsdatensatz dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Das bringt besondere Pflichten mit sich, z. B. hinsichtlich der Verarbeitung und Weitergabe. Verantwortung! Die Privatsphäre des Patienten und die zweckgebundene Datenanwendung dürfen nicht verletzt werden. Wer von den vielen Vorteilen eines Intraoralscanners profitieren möchte, muss sich mit Datenschutz auseinandersetzen. In erster Linie sollte das Scansystem den Anforderungen an die Rechtssicherheit und an die ärztliche Schweigepflicht Genüge tun.

Herr Herzog, wie können Zahnärzte und/oder Zahntechniker der Herausforderung  Datenschutz gerecht werden und welche Hinweise haben Sie zum Datenversand?

Grundsätzlich gibt es dahingehende Übertragungsportale, z. B. von Densply Sirona, das Sirona Connect Portal oder die spezielle Cloud-Plattform 3Shape Trios Inbox. Hier werden die Vorgaben des Gesetzgebers zur Datensicherheit durch spezielle Serverlösungen und Verschlüsselungen direkt realisiert und beachtet. Erfolgt der Datenversand per Mail, ist eine Verschlüsselung – z. B. über ein Zertifikat – möglich. Hier empfehle ich, sich mit einem IT-Verantwortlichen zu beraten. Für grundsätzliche Beratungen zu diesem Thema stehen unsere ConnectDental Spezialisten zur Verfügung, ein wichtiger Baustein, wenn es um individuelle Lösungen oder das Verknüpfen von bestehenden CAD/CAM-Systemen mit neuen erweiterten Möglichkeiten geht

Kann der Patient jederzeit Auskunft über den Verbleib des Datensatzes bzw. die Löschung verlangen?

Ja, hier hat der Patient unveräußerliche Rechte. Wir raten grundsätzlich dazu, nach einer Aufklärung des Patienten über die Datenerhebung eine schriftliche Einwilligung unterzeichnen zu lassen. Diese sollte u. a. die Verarbeitung und Weitergabe des Scans einbeziehen.

Muss der Patient darüber informiert werden, wohin seine Daten versandt werden?

Auch hier Klares Ja! Transparenz ist wichtig. Der Patient muss darüber aufgeklärt werden, dass der Datensatz z. B. bei einem externen Rechenzentrum liegt oder von einem externen Fertigungszentrum oder dem Dentallabor des Vertrauens weiterverarbeitet wird.

Wem obliegt die Verantwortung für den Datensatz und die Datensicherheit im digitalen Workflow?

Die Verantwortung für die Sicherheit des personenbezogenen Datensatzes liegt immer in den Händen des Zahnarztes, auch wenn er die Weiterverarbeitung der Daten delegiert hat oder die Daten bei einem externen Rechenzentrum liegen.

Annett Kieschnick, Freie Fachjournalistin

Sie möchten mehr zum Digitalen Datentransfer erfahren? Hinterlassen Sie uns eine Nachricht!