
Vom ersten Inlay bis zur Brücke: CEREC Primemill Lite und Primemill im Praxisalltag
Für welche Praxistypen eignen sich Primemill Lite und Primemill – und welche Indikationen deckt welche Einheit im Alltag am besten ab?
Aus der Praxis lässt sich das gut trennen: Neugründer oder Teams, die mit Chairside starten und überwiegend Kronen, Inlays und Onlays versorgen, sind mit der Primemill Lite gut bedient. Sie ist preislich niedriger, arbeitet mit zwei Motoren und deckt ein breites validiertes Materialspektrum ab (u. a. Zirkon, Glaskeramik, Hybridkeramik, Komposite, Feldspat). Für Komposite/Hybrid steht „Super‑Fast‑Grinding“ zur Verfügung; „Super‑Fast‑Milling“ und „Extra‑Fine“ bleiben der großen Schwester vorbehalten.
Wer häufig Zirkon in Höchsttempo, feine Detailauflösung oder regelmäßig Brücken im Wochenmix hat – und häufige Materialwechsel – fährt mit der Primemill besser: vier Motoren, „Super‑Fast‑Milling“ und „Extra‑Fine“‑Modi für besonders filigrane Oberflächen. Eine pragmatische Option in wachsenden Praxen: eine Primemill Lite für Einzelrestaurationen und eine Primemill für Brücken bzw. zur Trennung von Nass- und Trockenprozessen – so bleibt der Tagesablauf planbar, ohne Umrüstpausen.
Kurzum: Die Primemill Lite ist ideal für den Großteil der typischen Standard-Chairside‑Fälle. Für höhere Ansprüche gilt: Die Primemill punktet, wenn Zirkon‑Tempo, feine Detailauflösung und häufige Materialwechsel den Takt vorgeben - inklusive Brücken.

Funktion
Verarbeitung
CEREC Primemill
Nass- und Trockenbearbeitung
CEREC Primemill Lite
Nass- und Trockenbearbeitung
Funktion
Motoren
CEREC Primemill
4
CEREC Primemill Lite
2
Funktion
Materialien
CEREC Primemill
Alle (über 60 validiert)
CEREC Primemill Lite
Alle (über 50 validiert)
Funktion
DS Core
CEREC Primemill
Optional
CEREC Primemill Lite
Empfohlen: DS Core Access oder Light
Funktion
Konnektivität
CEREC Primemill
CEREC SW 5.2.x und 5.3.x,
inLab CAM SW 22.x und 24.x,
Funktionen zur Fertigung auf DS Core¹
CEREC Primemill Lite
CEREC SW ≥ 5.3.4 mit Export nach inLab CAM SW 24.x,
Funktionen zur Fertigung auf DS Core¹
Funktion
Dateneingabe
CEREC Primemill
CEREC on DS Core,
CEREC Software,
inLab Software, STL
CEREC Primemill Lite
CEREC on DS Core,
CEREC Software & inLab Software (beide mit Export nach inLab CAM Software), STL
Funktion
„Super Fast“-Fräsen für Composit-/Hybrid-
keramik-Kronen
CEREC Primemill
4 min (Komposit)
CEREC Primemill Lite
4 min (Komposit)
Funktion
„Super Fast“-Schleifen für Zirkonoxidkronen
CEREC Primemill
5 min (Super Fast)
CEREC Primemill Lite
12 min
Funktion
„Extra fine“-Fräsen
CEREC Primemill
Ja
CEREC Primemill Lite
n.a.
Funktion
Zusätzlicher Werkzeugkomfort
CEREC Primemill
Optimal
CEREC Primemill Lite
n.a.
Funktion
CEREC Primemill
CEREC Primemill Lite
Verarbeitung
Nass- und Trockenbearbeitung
Nass- und Trockenbearbeitung
Motoren
4
2
Materialien
Alle (über 60 validiert)
Alle (über 50 validiert)
DS Core
Optional
Empfohlen: DS Core Access oder Light
Konnektivität
CEREC SW 5.2.x und 5.3.x,
inLab CAM SW 22.x und 24.x,
Funktionen zur Fertigung auf DS Core¹
CEREC SW ≥ 5.3.4 mit Export nach inLab CAM SW 24.x,
Funktionen zur Fertigung auf DS Core¹
Dateneingabe
CEREC on DS Core,
CEREC Software,
inLab Software, STL
CEREC on DS Core,
CEREC Software & inLab Software (beide mit Export nach inLab CAM Software), STL
„Super Fast“-Fräsen für Composit-/Hybrid-
keramik-Kronen
4 min (Komposit)
4 min (Komposit)
„Super Fast“-Schleifen für Zirkonoxidkronen
5 min (Super Fast)
12 min
„Extra fine“-Fräsen
Ja
n.a.
Zusätzlicher Werkzeugkomfort
Optimal
n.a.
Wie sieht der typische CEREC-Workflow aus – vom Scan bis zur fertigen Restauration?
Der Workflow lässt sich gut in drei Schritte gliedern: scannen, designen, fertigen. Unabhängig davon, ob mit Primescan 2, Primescan 1, Primescan AC/Connect oder einem kompatiblen Drittanbieter-Scanner gearbeitet wird – die Scandaten können über DS Core zentral organisiert werden. Das Design lässt sich anschließend browser-basiert auf jedem geeigneten Gerät weiterbearbeiten.

In CEREC on DS Core stehen cloudbasierte Rechenleistung und die CEREC Software (u.a. biogenerisches Design) zur Verfügung, sodass Randfindung und Designvorschläge für Kronen, Inlays und Onlays KI-unterstützt und im Browser vorbereitet werden können. Das erleichtert gerade in größeren Teams die Zusammenarbeit und schafft mehr Flexibilität im Tagesablauf.
Im dritten Schritt wird die Primemill bzw. Primemill Lite angesteuert. Mit der Primemill sind bei Zirkon Fräszeiten von rund fünf Minuten möglich; ein kompletter Same-Day-Zirkon-Workflow liegt im Praxisalltag bei etwa einer Stunde, abhängig von Indikation und Routine.
Der große Vorteil für Patient:innen: Alles passiert in einer Sitzung. Keine zweite Betäubung und kein weiterer Termin sind notwendig – das sorgt für hohe Zufriedenheit und eine starke Weiterempfehlungsrate.
Viele Praxen fragen nach Wirtschaftlichkeit. Wie unterscheiden sich Investition, Leistung und ROI – und ab wann lohnt sich das?
Ich betrachte drei Hebel: Erstens spart SuperFastMilling bei Zirkon mit der Primemill pro Fall wertvolle Minuten, die sich über die Woche addieren. Zweitens erhöhen cloudbasierte Design- und Steuerungsfunktionen (CEREC on DS Core) die Auslastung, weil Scanner, Design und Fräse zeitlich besser entkoppelt und delegierbar sind. Drittens können Praxen Terminketten straffen: Eine Same‑Day‑Versorgung ersetzt in vielen Fällen den zweiten Behandlungstermin. Im Zirkon‑Chairside‑Ablauf ist ~1h ein belastbarer Standard, abhängig von Indikation und Routine.
Der größte Effizienzsprung entsteht erfahrungsgemäß beim Wechsel von Abdruck und externem Prozess hin zu digitalen Chairside-Abläufen. Das spart Zeit, Synchronisations- und Wartezeiten, und macht die Versorung in einer Sizung überhaupt erst planbar.
Und damit das greifbar wird, setze ich mich mit interessierten Kund:innen zusammen und wir rechnen den Einstieg transparent anhand der echten Praxisdaten durch – von Leasingkonditionen und Materialeinsatz bis zum durchschnittlichen Fallaufkommen pro Monat. Oft zeigt sich: Die Primemill + Ofen amortisiert sich in einigen Praxen im Bereich 200–250 Kronen, die Primemill Lite würde dann etwas niedriger liegen. Aber: Das ist eine Erfahrungsgröße, keine allgemeingültige Zusage – die Details (Laborsetup, Anteil Privat/GKV, Leasing, Materialmix, Ofen, Delegation) machen den Unterschied.
DS Core im Alltag – was ändert sich konkret am Workflow und an der Zusammenarbeit?

Mit DS Core wandert der digitale Fall dorthin, wo er im Alltag am meisten nützt: in die Cloud. Scans, Designs und Fertigungsaufträge sind damit geräte‑ und ortsunabhängig verfügbar, das Praxis-Team kann Fälle im Browser vorbereiten, prüfen, freigeben und bei Bedarf aus der Ferne anstoßen – auch wenn mehrere Behandler:innen oder Standorte eingebunden sind. Das erleichtert das Delegieren, nimmt Druck vom Scanner im laufenden Betrieb und beschleunigt Rücksprachen im Tagesgeschäft.
Auf dieser Basis liefert CEREC on DS Core KI‑gestützte Vorschläge für Präparationsränder und Designs (z. B. Kronen, Inlays, Onlays) und öffnet gleichzeitig den Datenaustausch: CEREC‑Designs lassen sich als STL exportieren, und ausgewählte Dritt‑Scanner werden unterstützt. So bleibt der vertraute CEREC‑Workflow erhalten – gewinnt aber spürbar an Flexibilität für Zusammenarbeit mit Laboren und Partnern. Ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt ist die Flexibilität: Mit browserbasiertem Design und zentralen Falldaten können Rücksprachen und Korrekturen und Freigaben auch außerhalb der Praxiszeiten erfolgen – für viele Teams ein Gewinn in Sachen Vereinbarkeit. Das gilt ebenso für die Zusammenarbeit mit dem Labor: Fälle lassen sich strukturiert teilen, kommentieren und zeitversetzt weitführen.
Was bedeutet diese Produktkombination für die Zukunft der digitalen Zahnmedizin in Deutschland?
Die Kombination aus CEREC Primemill, Primemill Lite und den cloudbasierten Workflows über DS Core zeigtklar die Richtung: mehr Cloud, mehr KI, mehr Flexibilität im Alltag. Durch die browserbasierten Design- und Freigabeprozesse in CEREC on DS Core, KI-gestützte Vorschläge und eine flexible Scanner-Integration (inkl. ausgewählter Dritt-Scanner) werden Abläufe teamunabhängiger und ortsflexibler. Gleichzeitig schafft die Fertigung mit Primemill und Primemill Lite die Voraussetzungen dafür, dass Versorgungen in einer Sitzung künftig noch selbstverständlicher werden. Für Praxen bedeutet das: stabilere Prozesse, mehr Delegation und ein skalierbarer Weg vom Einstieg bis zur ausgebauten Chairside-Fertigung. Gerade bei Personalengpässen und in Zeiten des Fachkräftemangels ein erheblicher Vorteil.
Herr Azizy, Vielen Dank für diesen Einblick!

Über den Experten:
Saby Azizy ist CAD/CAM-Spezialist bei Henry Schein. Nach Stationen im Einrichtungsvertrieb (bis 2016) berät er heute Praxen im Norden Deutschlands zu CEREC-Workflows – von der Gerätewahl bis zum Team-Training. Schon mehr als 1.100 Kund:innen hat er praxisnahe, sichere und effiziente Prothetikprozesse vermittelt.
Unser HenrySchein CAD/CAM-Team begleitet Sie herstellerübergreifend—vom ersten GeräteFit (Primemill Lite vs. Primemill), über WorkflowDesign mit DS Core, bis hin zur Implementierung im Team. Wir prüfen gemeinsam Ihre Praxiszahlen, Indikationen und Abläufe und rechnen transparent durch, ab wann sich Ihr Einstieg bzw. Ausbau lohnt – inklusive Szenarien für Einzel vs. Doppel-Setup (Lite + Primemill) und die Trennung von Nass/Trocken.
Und nach dem GoLive?
Mit dem ConnectDental Service Center stehen Ihnen geschulte Spezialist:innen für Training, Updates, Remote-Unterstützung und Wartung zur Seite—damit Ihr Chairside-Workflow im Alltag stabil läuft und Sie schnell Hilfe bekommen, wenn’s darauf ankommt.




