Vom ersten Inlay bis zur Brücke: CEREC Primemill Lite und Primemill im Praxisalltag

Kategorie: CAD/CAM-Fertigung
Welche Primemill passt zu Ihrer Praxis?
Digitale Fertigung in einer Sitzung realistisch planen: Saby Azizy, CAD/CAM-Spezialist bei Henry Schein Dental, erklärt, wann die Primemill Lite genügt, wann die Primemill Vorteile bringt und wie DS Core den Weg vom Scan bis zur Eingliederung verschlankt – inklusive Zeitmarken und Entscheidungshilfe für den Einstieg.

Für welche Praxistypen eignen sich Primemill Lite und Primemill – und welche Indikationen deckt welche Einheit im Alltag am besten ab? 

Aus der Praxis lässt sich das gut trennen: Neugründer oder Teams, die mit Chairside starten und überwiegend Kronen, Inlays und Onlays versorgen, sind mit der Primemill Lite gut bedient. Sie ist preislich niedriger, arbeitet mit zwei Motoren und deckt ein breites validiertes Materialspektrum ab (u.a. Zirkon, Glaskeramik, Hybridkeramik, Komposite, Feldspat). Für Komposite/Hybrid steht „SuperFastGrinding“ zur Verfügung; „SuperFastMilling“ und „ExtraFine“ bleiben der großen Schwester vorbehalten.

Wer häufig Zirkon in Höchsttempo, feine Detailauflösung oder regelmäßig Brücken im Wochenmix hat – und häufige Materialwechsel – fährt mit der Primemill besser: vier Motoren, „SuperFastMilling“ und „ExtraFine“Modi für besonders filigrane Oberflächen. Eine pragmatische Option in wachsenden Praxen: eine Primemill Lite für Einzelrestaurationen und eine Primemill für Brücken bzw. zur Trennung von Nass- und Trockenprozessen – so bleibt der Tagesablauf planbar, ohne Umrüstpausen. 

Kurzum: Die Primemill Lite ist ideal für den Großteil der typischen Standard-ChairsideFälle. Für höhere Ansprüche giltDie Primemill punktet, wenn ZirkonTempo, feine Detailauflösung und häufige Materialwechsel den Takt vorgeben - inklusive Brücken. 

Primemill Lite vs. Primemill – welches System passt zu Ihrer Praxis?

Funktion

Verarbeitung

CEREC Primemill

Nass- und Trockenbearbeitung

CEREC Primemill Lite

Nass- und Trockenbearbeitung

Funktion

Motoren

CEREC Primemill

4

CEREC Primemill Lite

2

Funktion

Materialien

CEREC Primemill

Alle (über 60 validiert)

CEREC Primemill Lite

Alle (über 50 validiert)

Funktion

DS Core

CEREC Primemill

Optional

CEREC Primemill Lite

Empfohlen: DS Core Access oder Light

Funktion

Konnektivität

CEREC Primemill

CEREC SW 5.2.x und 5.3.x,
inLab CAM SW 22.x und 24.x,
Funktionen zur Fertigung auf DS Core¹

CEREC Primemill Lite

CEREC SW ≥ 5.3.4 mit Export nach inLab CAM SW 24.x,
Funktionen zur Fertigung auf DS Core¹

Funktion

Dateneingabe

CEREC Primemill

CEREC on DS Core,
CEREC Software,
inLab Software, STL

CEREC Primemill Lite

CEREC on DS Core,
CEREC Software & inLab Software (beide mit Export nach inLab CAM Software), STL

Funktion

„Super Fast“-Fräsen für Composit-/Hybrid-
keramik-Kronen

CEREC Primemill

4 min (Komposit)

CEREC Primemill Lite

4 min (Komposit)

Funktion

„Super Fast“-Schleifen für Zirkonoxidkronen

CEREC Primemill

5 min (Super Fast)

CEREC Primemill Lite

12 min

Funktion

„Extra fine“-Fräsen

CEREC Primemill

Ja

CEREC Primemill Lite

n.a.

Funktion

Zusätzlicher Werkzeugkomfort

CEREC Primemill

Optimal

CEREC Primemill Lite

n.a.

Wie sieht der typische CEREC-Workflow aus – vom Scan bis zur fertigen Restauration?

Der Workflow lässt sich gut in drei Schritte gliedern: scannen, designen, fertigen. Unabhängig davon, ob mit Primescan 2, Primescan 1, Primescan AC/Connect oder einem kompatiblen Drittanbieter-Scanner gearbeitet wird – die Scandaten können über DS Core zentral organisiert werden. Das Design lässt sich anschließend browser-basiert auf jedem geeigneten Gerät weiterbearbeiten.  

Vom Scan bis zur Eingliederung: Digitale Erfassung, CAD-Design und finale Restauration im Oberkiefer – exemplarischer CEREC-Chairside-Workflow.

In CEREC on DS Core stehen cloudbasierte Rechenleistung und die CEREC Software (u.a. biogenerisches Design) zur Verfügung, sodass Randfindung und Designvorschläge für Kronen, Inlays und Onlays KI-unterstützt und im Browser vorbereitet werden können. Das erleichtert gerade in größeren Teams die Zusammenarbeit und schafft mehr Flexibilität im Tagesablauf.  

Im dritten Schritt wird die Primemill bzw. Primemill Lite angesteuert. Mit der Primemill sind bei Zirkon Fräszeiten von rund fünf Minuten möglich; ein kompletter Same-Day-Zirkon-Workflow liegt im Praxisalltag bei etwa einer Stunde, abhängig von Indikation und Routine.  
Der große Vorteil für Patient:innen: Alles passiert in einer Sitzung. Keine zweite Betäubung und kein weiterer Termin sind notwendig – das sorgt für hohe Zufriedenheit und eine starke Weiterempfehlungsrate. 

Cloud-Workflow mit DS Core: Tutorials zu Einrichtung, Geräte-Anbindung und Zusammenarbeit mit Partnern 

Viele Praxen fragen nach Wirtschaftlichkeit. Wie unterscheiden sich Investition, Leistung und ROI – und ab wann lohnt sich das?

Ich betrachte drei Hebel: Erstens spart SuperFastMilling bei Zirkon mit der Primemill pro Fall wertvolle Minuten, die sich über die Woche addieren. Zweitens erhöhen cloudbasierte Design- und Steuerungsfunktionen (CEREC on DS Core) die Auslastung, weil Scanner, Design und Fräse zeitlich besser entkoppelt und delegierbar sind. Drittens können Praxen Terminketten straffen: Eine SameDayVersorgung ersetzt in vielen Fällen den zweiten Behandlungstermin. Im ZirkonChairsideAblauf ist ~1h ein belastbarer Standard, abhängig von Indikation und Routine.  

Der größte Effizienzsprung entsteht erfahrungsgemäß beim Wechsel von Abdruck und externem Prozess hin zu digitalen Chairside-Abläufen. Das spart Zeit, Synchronisations- und Wartezeiten, und macht die Versorung in einer Sizung überhaupt erst planbar. 

Und damit das greifbar wird, setze ich mich mit interessierten Kund:innen zusammen und wir rechnen den Einstieg transparent anhand der echten Praxisdaten durch – von Leasingkonditionen und Materialeinsatz bis zum durchschnittlichen Fallaufkommen pro Monat. Oft zeigt sich: Die Primemill + Ofen amortisiert sich in einigen Praxen im Bereich 200–250 Kronen, die Primemill Lite würde dann etwas niedriger liegen. Aber: Das ist eine Erfahrungsgröße, keine allgemeingültige Zusage – die Details (Laborsetup, Anteil Privat/GKV, Leasing, Materialmix, Ofen, Delegation) machen den Unterschied. 

DS Core im Alltag – was ändert sich konkret am Workflow und an der Zusammenarbeit? 

Digitale Präzision: Contact-Mapping, Design-Simulation und ästhetisches Resultat im Vergleich.

Mit DSCore wandert der digitale Fall dorthin, wo er im Alltag am meisten nützt: in die Cloud. Scans, Designs und Fertigungsaufträge sind damit geräte und ortsunabhängig verfügbar, das Praxis-Team kann Fälle im Browser vorbereiten, prüfen, freigeben und bei Bedarf aus der Ferne anstoßen  auch wenn mehrere Behandler:innen oder Standorte eingebunden sind. Das erleichtert das Delegieren, nimmt Druck vom Scanner im laufenden Betrieb und beschleunigt Rücksprachen im Tagesgeschäft. 

Auf dieser Basis liefert CEREC on DSCore KIgestützte Vorschläge für Präparationsränder und Designs (z.B. Kronen, Inlays, Onlays) und öffnet gleichzeitig den Datenaustausch: CERECDesigns lassen sich als STL exportieren, und ausgewählte DrittScanner werden unterstützt. So bleibt der vertraute CERECWorkflow erhalten  gewinnt aber spürbar an Flexibilität für Zusammenarbeit mit Laboren und Partnern. Ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt ist die Flexibilität: Mit browserbasiertem Design und zentralen Falldaten können Rücksprachen und Korrekturen und Freigaben auch außerhalb der Praxiszeiten erfolgen – für viele Teams ein Gewinn in Sachen Vereinbarkeit. Das gilt ebenso für die Zusammenarbeit mit dem Labor: Fälle lassen sich strukturiert teilen, kommentieren und zeitversetzt weitführen. 

Was bedeutet diese Produktkombination für die Zukunft der digitalen Zahnmedizin in Deutschland? 

Die Kombination aus CEREC PrimemillPrimemill Lite und den cloudbasierten Workflows über DSCore zeigtklar die Richtung: mehr Cloud, mehr KI, mehr Flexibilität im Alltag. Durch die browserbasierten Design- und Freigabeprozesse in CEREC on DSCore, KI-gestützte Vorschläge und eine flexible Scanner-Integration (inkl. ausgewählter Dritt-Scanner) werden Abläufe teamunabhängiger und ortsflexibler. Gleichzeitig schafft die Fertigung mit Primemill und Primemill Lite die Voraussetzungen dafür, dass Versorgungen in einer Sitzung künftig noch selbstverständlicher werdenFür Praxen bedeutet das: stabilere Prozesse, mehr Delegation und ein skalierbarer Weg vom Einstieg bis zur ausgebauten Chairside-Fertigung. Gerade bei Personalengpässen und in Zeiten des Fachkräftemangels ein erheblicher Vorteil. 

Herr Azizy, Vielen Dank für diesen Einblick!

Über den Experten:

Saby Azizy ist CAD/CAM-Spezialist bei Henry Schein. Nach Stationen im Einrichtungsvertrieb (bis 2016) berät er heute Praxen im Norden Deutschlands zu CEREC-Workflows – von der Gerätewahl bis zum Team-Training. Schon mehr als 1.100 Kund:innen hat er  praxisnahe, sichere und effiziente Prothetikprozesse vermittelt.

Vom Plan zur Umsetzung — gemeinsam und transparent. 

Unser HenrySchein CAD/CAM-Team begleitet Sie herstellerübergreifend—vom ersten GeräteFit (Primemill Lite vs. Primemill), über WorkflowDesign mit DSCore, bis hin zur Implementierung im Team. Wir prüfen gemeinsam Ihre Praxiszahlen, Indikationen und Abläufe und rechnen transparent durch, ab wann sich Ihr Einstieg bzw. Ausbau lohnt – inklusive Szenarien für Einzel vs. Doppel-Setup (Lite + Primemill) und die Trennung von Nass/Trocken. 

Und nach dem GoLive? 
Mit dem ConnectDental Service Center stehen Ihnen geschulte Spezialist:innen für Training, Updates, Remote-Unterstützung und Wartung zur Seite—damit Ihr Chairside-Workflow im Alltag stabil läuft und Sie schnell Hilfe bekommen, wenn’s darauf ankommt.

Testen Sie die Primemill oder Primemill Lite ganz in Ihrer Nähe und lassen Sie sich von unseren Experten beraten.
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vom 09.03.2026
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