Telematikinfrastruktur für Zahnarztpraxen: Das müssen Sie jetzt tun, um finanzielle Einbußen zu vermeiden

Telematikinfrastruktur für Zahnarztpraxen: Das müssen Sie jetzt tun, um finanzielle Einbußen zu vermeiden

Bis zum Ende des Jahres sollten alle Zahnarztpraxen die neue Telematikinfrastruktur in Betrieb genommen haben. Schaffen Sie jetzt die Voraussetzungen.

Die Akteure des Gesundheitswesens sollen schneller und vor allem sicher miteinander kommunizieren können. Dazu wurde ein neues Netzwerk geschaffen: die Telematikinfrastruktur (TI). Seit dem 1. Oktober 2017 können nun alle Bestandteile dieser Technik beschafft und installiert werden. Damit Sie als Praxisinhaber die maximal mögliche pauschale Kostenerstattung erhalten, sollte das System in Ihrer Zahnarztpraxis bis Ende des 4. Quartals 2018 installiert und in Betrieb genommen sein. In den folgenden Quartalen sinkt der Erstattungsbeitrag für die Geräte kontinuierlich ab.

Experten empfehlen: Schieben Sie die Vorbereitung und Beauftragung nicht auf die lange Bank – je weiter das Jahr vorrückt, desto länger werden die Wartezeiten sein.

Diese Voraussetzungen müssen Sie schaffen, damit das System der Telematikinfrastruktur in Ihrer Zahnarztpraxis installiert werden kann:

  • Internetanschluss (>1 MBit/s) und Betriebssystem ab Windows 7 (Servicepack 1)
  • Elektronischer Praxisausweis (SMC-B) zur Registrierung und Anmeldung bei der Telematikinfrastruktur (Bestellung über die zuständige KZV)
  • VPN-Zugangsdienst
  • Zertifizierter Konnektor zur Verbindung der Praxis mit der Telematikinfrastruktur
  • Zertifizierter stationärer Kartenterminal für die Versichertenkarte

Informationen über zugelassene Anbieter für VPN-Dienste, Konnektoren und Terminals bietet die Firma Gematik unter www.gematik.de.

Diese Dinge können und sollten Sie gleich zu Jahresbeginn erledigen, um die Telematikinfrastruktur in Ihrer Praxis vorzubereiten:

  • Beantragung eines elektronischen Praxisausweises SMC-B bei der KZV
  • Schaffung der technischen Voraussetzungen für den Anschluss (Strom, Netzwerk usw.)
  • Beschaffung der Komponenten (Hardware, Dienstleister)
  • Nicht vergessen: Überprüfung der Praxissoft- und -hardware auf Kompatibilität. Klären Sie rechtzeitig mit dem Anbieter Ihrer Praxisverwaltungssoftware (PVS), ob das System mit Ihrer bestehenden PVS kommunizieren kann. In bestimmten Fällen ist beispielsweise zunächst ein Update der Software nötig.

Erst wenn alle Komponenten geliefert sind und die Dienstleister alle Systeme auf den aktuellen Stand gebracht haben, kann zu einem vereinbarten Termin das neue System in Ihrer Praxis installiert werden.

WICHTIG: Während dieses Vorgangs kann das Praxisverwaltungssystem nicht genutzt werden, d.h. es wird zu Ausfallzeiten im Praxisbetrieb kommen. Bedenken Sie dies bitte bei der Terminabstimmung und der Organisation der Installation, um Verluste zu vermeiden.

Sollte es gewünscht sein, das Netzwerk der Zahnarztpraxis und das Telematik-Netzwerk physisch zu trennen, ist dies über einen weiteren Konnektor und einen Kartenterminal mit zweitem Praxisausweis möglich. Diese Stand-Alone-Lösung ist zwar aufwändiger, sorgt aber für maximale Sicherheit, da ein Hacker-Zugriff aus dem Internet auf Patientendaten ausgeschlossen ist.

Sollen mehrere Terminals oder sogar ein mobiles Kartenlesegerät erstattet werden, müssen zusätzlich gewisse Bedingungen erfüllt werden: z.B. ein Vertrag mit einer Senioreneinrichtung oder mehr als 30 Hausbesuche pro Jahr.

Eine ausführliche Darstellung des Prozesses mit allen Vorgaben finden Sie in dem Tutorial-Video zur Telematikinfrastruktur der KZBV.

Jetzt Tutorial ansehen

 

Auf der Seite der BZÄK steht zudem die praktische Checkliste Telematikinfrastruktur in der Zahnarztpraxis einrichten zum Download zur Verfügung.

Zur Checkliste

Das leistet die neue Telematikinfrastruktur

Die neue Infrastruktur wird zunächst nur für den Abgleich der Patientendaten auf den Versichertenstammdaten-Servern genutzt, also zwischen Zahnärzten, KZBV und Krankenkassen. Der Abgleich dauert nicht länger als in der Offline-Testphase mit der elektronischen Versichertenkarte. Die Daten der Versicherten werden geprüft und ggf. auf der Karte aktualisiert.

Für die Zukunft wird das System weitere Funktionen bieten, für die dann z.B. ein elektronischer Zahnarztausweis nötig sein wird (Beantragung via Landeszahnärztekammer ab 2018). Geplant sind zum Beispiel die qualifizierte elektronische Signatur für das elektronische Rezept, den elektronischen Arztbrief und den elektronischen Antrag an die Krankenkasse.

Alles Wissenswerte zur Telematikinfrastruktur für Zahnärzte auf einen Blick:

  • Das System muss in der Praxis bis spätestens Ende 2018 in Betrieb genommen sein.
  • Praxisinhaber sollten die Beantragung und Vorbereitung für die Nutzung der Telematikinfrastruktur rechtzeitig angehen, da mit Wartezeiten zu rechnen ist.