Telematikinfrastruktur in der Zahnarztpraxis

Telematikinfrastruktur (TI): Fristverlängerung bis Ende März 2019

Praxisinhaber sollten dennoch spätestens jetzt aktiv werden, um keine Sanktionen zu riskieren.

Die Telematikinfrastruktur (TI) soll zukünftig dafür sorgen, dass die Akteure des Gesundheitswesens schneller und vor allem sicher miteinander kommunizieren können. Dazu wurde ein neues Netzwerk geschaffen, an das die Praxen über bestimmte technische Komponenten angeschlossen werden. Seit Oktober 2017 können alle Bestandteile dieser Technik beschafft und installiert werden.

Damit Sie die maximal mögliche pauschale Kostenerstattung erhalten und keine Honorarkürzungen riskieren, müssen die Komponenten für Ihre Zahnarztpraxis bis zu bestimmten Stichtagen bestellt und installiert sein. Diese Fristen wurden vom Bundestag noch einmal verlängert. Festgelegt ist nun, dass Praxen alle Komponenten für die TI bis zum 31. März bestellt und bei den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen nachgewiesen haben müssen. Der Anschluss an die TI soll bis zum 30. Juni 2019 erfolgt sein.

Zur Telematikinfrastruktur haben wir im Januar 2018 in einem Überblicksartikel aufgezeigt, welche Voraussetzungen Sie als Praxisinhaber schaffen müssen, um die eigene Zahnarztpraxis an das System anzuschließen und damit die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Nachfolgend finden Sie diesen aktualisierten Artikel, der Ihnen die wichtigsten Schritte aufzeigt.

Experten empfehlen: Schieben Sie die Vorbereitung und Beauftragung nicht auf die lange Bank – je länger Sie warten, desto länger werden die Wartezeiten sein.

Diese Voraussetzungen müssen Sie in Ihrer Zahnarztpraxis für die Telematikinfrastruktur schaffen

  • Internetanschluss (>1 MBit/s) und Betriebssystem ab Windows 7 (Servicepack 1)
  • Elektronischer Praxisausweis (SMC-B) zur Registrierung und Anmeldung bei der Telematikinfrastruktur (Bestellung über die zuständige KZV)
  • VPN-Zugangsdienst
  • Zertifizierter Konnektor zur Verbindung der Praxis mit der Telematikinfrastruktur
  • Zertifizierter stationärer Kartenterminal für die Versichertenkarte

Alle Telematikinfrastruktur-Komponenten aus einer Hand

Praxisinhaber können alle TI-Komponenten direkt über Henry Schein bestellen und die Installation vor Ort beauftragen. Um seinen Kunden diesen einfachen Zugang zur TI anbieten zu können, kooperiert das Unternehmen mit der CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM).

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Diese vier Schritte sollten Sie umgehend zur Vorbereitung der Telematikinfrastruktur erledigen:

  • Beantragung eines elektronischen Praxisausweises SMC-B bei der KZV
  • Schaffung der technischen Voraussetzungen für den Anschluss (Strom, Netzwerk usw.)
  • Beschaffung der Komponenten (Hardware, Dienstleister)
  • Nicht vergessen: Überprüfung der Praxissoft- und -hardware auf Kompatibilität. Klären Sie rechtzeitig mit dem Anbieter Ihrer Praxisverwaltungssoftware (PVS), ob das System mit Ihrer bestehenden PVS kommunizieren kann. In bestimmten Fällen ist beispielsweise zunächst ein Update der Software nötig.

Erst wenn alle Komponenten geliefert sind und die Dienstleister alle Systeme auf den aktuellen Stand gebracht haben, kann zu einem vereinbarten Termin das neue System in Ihrer Praxis installiert werden.

WICHTIG: Während dieses Vorgangs kann das Praxisverwaltungssystem nicht genutzt werden, d.h. es wird zu Ausfallzeiten im Praxisbetrieb kommen. Bedenken Sie dies bitte bei der Terminabstimmung und der Organisation der Installation, um Verluste zu vermeiden.

Sollte es gewünscht sein, das Netzwerk der Zahnarztpraxis und das Telematik-Netzwerk physisch zu trennen, ist dies über einen weiteren Konnektor und einen Kartenterminal mit zweitem Praxisausweis möglich. Diese Stand-Alone-Lösung ist zwar aufwändiger, sorgt aber für maximale Sicherheit, da ein Hacker-Zugriff aus dem Internet auf Patientendaten ausgeschlossen ist.

Sollen mehrere Terminals oder sogar ein mobiles Kartenlesegerät erstattet werden, müssen zusätzlich gewisse Bedingungen erfüllt werden: z.B. ein Vertrag mit einer Senioreneinrichtung oder mehr als 30 Hausbesuche pro Jahr.

Eine ausführliche Darstellung des Prozesses mit allen Vorgaben finden Sie in dem Tutorial-Video zur Telematikinfrastruktur der KZBV. Dieses Video wurde zuletzt im September 2018 aktualisiert und berücksichtigt die aktuelle Fristverlängerung noch nicht.

Zur Anbindung von Zahnarztpraxen an die Telematikinfrastruktur hat die KZBV auch eine Praxis-Info bereitgestellt (zuletzt aktualisiert im August 2018 – die aktuelle Friständerung ist hier noch nicht berücksichtigt!)

Auf der Telematik-Seite der BZÄK steht zudem eine praktische „Checkliste“ zum Download zur Verfügung.

Das leistet die neue Telematikinfrastruktur

Die neue Infrastruktur wird zunächst nur für den Abgleich der Patientendaten auf den Versichertenstammdaten-Servern genutzt, also zwischen Zahnärzten, KZBV und Krankenkassen. Der Abgleich dauert nicht länger als in der Offline-Testphase mit der elektronischen Versichertenkarte. Die Daten der Versicherten werden geprüft und ggf. auf der Karte aktualisiert.

Für die Zukunft wird das System weitere Funktionen bieten, für die dann z.B. ein elektronischer Zahnarztausweis nötig sein wird (Beantragung via Landeszahnärztekammer ab 2018). Geplant sind zum Beispiel die qualifizierte elektronische Signatur für das elektronische Rezept, den elektronischen Arztbrief und den elektronischen Antrag an die Krankenkasse.

Alles Wissenswerte zur Telematikinfrastruktur für Zahnärzte auf einen Blick:

  • Das System muss in der Praxis bis spätestens zum 30. Juni 2019 in Betrieb genommen sein.
  • Praxisinhaber sollten die Beantragung und Vorbereitung für die Nutzung der Telematikinfrastruktur rechtzeitig angehen, da mit Wartezeiten zu rechnen ist.

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