digitale Abformung

Scannen Sie noch selbst – oder delegieren Sie schon?

Die digitale Abformung ist nach wie vor ein Trendthema. Die Patienten schätzen den Komfort, dem Zahnarzt bietet der digitale Workflow neben der Zeitersparnis auch einen effizienteren Ablauf. Doch muss der Zahnarzt den digitalen Abdruck immer selbst vornehmen? Kann das nicht delegiert werden, damit mehr Zeit für die Patienten bleibt?

CAD/CAM-Spezialist Oliver Poppe spricht über die Möglichkeiten und gibt Tipps zur Einführung.

Herr Poppe, kann und sollte der digitale Abdruck an die ZFA delegiert werden? Was ist Ihre Empfehlung?

Jede Praxis hat natürlich ihre eigenen besonderen Anforderungen. Berücksichtigt man die geltenden Vorschriften, kann eine Arbeitsteilung auch für den digitalen Abdruck zwischen Praxisinhaber und ZFA durchaus sinnvoll sein. Die ZFA sollte dafür entsprechend geschult sein. Das gleichbleibend hochwertige Ergebnis und der effiziente Ablauf stehen immer im Vordergrund. Die technischen Möglichkeiten der digitalen Geräte unterstützen den Anwender dabei sehr vielfältig.

Welche wirtschaftlichen Vorteile ergeben sich dadurch im Praxisalltag?

Der Arbeitsablauf bei der digitalen Abformung wird durch eine arbeitsteilige Anwendung ganz sicher optimiert. Dadurch wird natürlich auch der Patientenkomfort sehr verbessert. So wird die digitale Abformung bei fast jedem Patienten anwendbar und die Investition in diese digitale Geräteklasse immer sinnvoller. Gerade auch der Wegfall physischer Abformmaterialien durch die digitale Anwendung wird als sehr positiv empfunden.

Der Zahnarzt entscheidet sich nun für die Einführung des digitalen Abdrucks. Wie lange dauert es, bis er und die ZFA das Gerät nutzen können?

Bisher ist noch selten ein Meister vom Himmel gefallen. Auch die Handhabung der digitalen Abformung sollte erlernt werden, um beste Ergebnisse zu erzielen. Dabei kommt dem Anwender das technische Niveau der Geräte enorm entgegen. Der Behandler und/oder die ZFA erhalten von ihrem Fachspezialisten eine fundierte Einweisung und werden am Patienten begleitet. Für die ZFA empfiehlt es sich auch, die 1,5-tägige Ausbildung zur zertifizierten CAD/CAM-Assistenz wahrzunehmen. Die Teilnehmer erlernen dort die wichtigsten Arbeitsschritte an den Geräten und erhalten praktische Tipps für den Alltag. Das Feedback der Ausbildung ist durchweg positiv. Die Teilnahme wird für einen zügigen Start in der Praxis als sehr hilfreich bestätigt.

Was muss man bei der Bedienung des Scanners beachten?

Die Bedienung der von Henry Schein vertriebenen Geräte wird durch anwenderfreundliche und geführte Gerätetechnik sehr unterstützt. Von Vorteil sind auch die recht schlanken Scan-Handstücke mit Farbtechnologie.
Ebenfalls sehr hilfreich ist der „puderfreie“ Standard dieser Gerätetechnologie.
Anwenderseitig sollte für eine gute Zugänglichkeit des zu scannenden Bereichs gesorgt werden. Des Weiteren gelten für die digitale Abformung ähnliche vorbereitende Anforderungen, die auch den klassischen Abdruck gelingen lassen.

Welche Grundvoraussetzungen müssen erfolgt sein, bevor man sich die Frage des Delegierens überhaupt stellen kann?

Soll die digitale Abformung in der Praxis etabliert und an die ZFA delegiert werden, ist eine gemeinsame Planung im Vorfeld von Vorteil. Einige Arbeitsabläufe werden sich verändern, und der neue Kollege „Mundscanner“ will optimal eingesetzt werden. Daher ist es ratsam, wenn die Assistenz neben dem eigentlichen Scan auch die Hilfsmittel zur Trockenlegung und guten Zugänglichkeit souverän beherrscht. Die Ausbildung zur zertifizierten CAD/CAM-Assistenz kann dafür gute Grundlagen schaffen. Hilfreich ist bestimmt auch, wenn die Patienten gut informiert sind. So entsteht ganz automatisch die Nachfrage nach der komfortablen digitalen Abformung.

Recht schnell wird so die neue Technologie zum gewohnten zeitgemäßen Arbeitsmittel in der innovativen, modernen Zahnarztpraxis.