Personalführung und Corona: Tipps für Zahnarztpraxis- und Laborinhaber

Eine gute Personalführung ist in der Corona-Krise besonders wichtig. Wir haben eine Reihe von Informationen und hilfreichen Links zu Ihren Pflichten und Rechten als Arbeitgeber zusammengestellt und geben Tipps zum Umgang mit dem Team.

 

Die Corona-Pandemie bringt Unsicherheit, Ängste – und viele Fragen an die Chefin oder den Chef. Mitarbeiter von Zahnarztpraxis und Dentallabor erwarten in diesen schwierigen Monaten zu Recht Informationen und Transparenz von ihren Vorgesetzten. Keine leichte Aufgabe für Praxis- und Laborinhaber, hier immer mit dem nötigen Wissen und der gebotenen Empathie und Klarheit zu kommunizieren.

Personalführung in der Pandemie: Pflichten und Rechte als Arbeitgeber

Auch für Zahnarztpraxen und Labore gilt angesichts der Corona-Pandemie: Jeder Arbeitgeber muss im Rahmen seiner Fürsorgepflicht die Risiken nicht nur für Patienten, sondern auch für seine Mitarbeiter minimieren. Welche Vorgaben und Empfehlungen es konkret zum Risikomanagement in der Zahnarztpraxis bzw. im Dentallabor gibt, wird weiter unten ausführlich dargestellt.

Grundsätzlich ist es in diesen Zeiten für jede Führungskraft unabhängig von Berufsfeld zentral, die Gesundheit der Mitarbeiter in der Praxis im Blick zu haben und das Verantwortungsbewusstsein jedes einzelnen zu schärfen. Die AHA-Regeln müssen vorgelebt und eingefordert werden. Wer Erkältungssymptome, Durchfall oder Fieber hat – oder Kontakt zu einem Erkrankten – bleibt zu Hause. Auch die Aufklärung des Personals ist ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements. Eine gute allgemeine Übersicht zum aktuellen Informationsstand rund um die bekannten Fakten und die Risiken von COVID-19 bietet die > FAQ-Liste des Robert Koch-Instituts.

Heimarbeit, Überstunden, Kinderbetreuungspflichten in Zeiten von Schul- und Kita-Schließungen, Schutz der Mitarbeiter – die derzeitige Ausnahmesituation zieht eine Menge arbeitsrechtlicher Themen nach sich. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales informiert umfassend und in mehreren Sprachen in einem praktischen FAQ über > arbeits- und arbeitsschutzrechtliche Fragen zum Coronavirus (BMAS).

Corona: Hygiene und Arbeitsschutz in der Zahnarztpraxis

In Zahnarztpraxen gelten besondere Vorgaben. Unter anderem muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass ein gefahrloses Arbeiten möglich ist und das Infektionsrisiko für Patienten wie Mitarbeiter minimiert wird.

Auf einer > Übersichtsseite zum Thema Corona-Risikomanagement stellt die  Bundeszahnärztekammer (BZÄK) kontinuierlich aktualisierte Vorgaben und Empfehlungen bereit. Auch die KZBV bietet auf seiner > Sonderseite zur Corona-Pandemie (KZBV) eine Zusammenstellung von Hilfestellungen und Informationen für zahnärztliche Praxen, Patientinnen und Patienten sowie medizinische Fachleute.

Ein zentraler Übertragungsweg von SARS-COV-2 ist die Atemluft. Aktuelle Studien und konkrete Hinweise, wie Sie das Übertragungsrisiko in der Zahnarztpraxis effektiv minimieren können, finden Sie im Beitrag > Aerosole in der Zahnarztpraxis: Hygiene in Zeiten von COVID-19.

Corona: Hygiene und Arbeitsschutz im Dentallabor

Inhaber von Dentallaboren müssen angesichts der zunehmenden Verbreitung des Corona-Virus geeignete Maßnahmen treffen. Aber welche Schutzmaßnahmen sind konkret erforderlich, um den Arbeitsschutz zu gewährleisten und inwieweit gibt es in Bezug auf das Risiko durch den Corona-Virus (2019-nCoV) Hygieneanforderungen im Labor, die über die bisherigen Empfehlungen zur > Hygiene im Dentallabor hinausgehen?

Angesichts der sich stetig ändernden Rahmenbedingungen und regionalen Unterschiede bei den Vorgaben sind Laborinhaber gut beraten, sich regelmäßig zu informieren. Hilfreich ist beispielsweise der Themenbereich > Schutzmaßnahmen für zahntechnische Betriebe auf der Homepage des VDZI. Auch die regionalen Zahntechniker-Innungen und die Handwerkskammer informieren ihre Mitglieder online aktuell und umfassend.

Tipps zu organisatorischen Maßnahmen im Rahmen des Infektionsschutzes, aber auch zu finanziellen Hilfen für Dentallabore finden Laborinhaber im Beitrag  > Dentallabore in der Corona-Krise. Ein 12-Punkte-Programm.

Tipps für Führungskräfte: Das sind Ihre Aufgaben in Krisenzeiten

Während sich rechtliche und organisatorische Fragen zum Teil recht gut beantworten lassen, bleibt vieles offen und ungewiss. Denn selbst die Experten haben oftmals keine sicheren, belegbaren Antworten auf die Frage, was noch auf uns als Gesellschaft zukommt. Wie können also Führungskräfte im Umgang mit ihren Mitarbeitern angemessen auf diese nie dagewesene Krise reagieren?

#1 Seien Sie Vorbild

Halten Sie sich penibel an alle Vorgaben und Hygieneempfehlungen, befolgen Sie die Masken- und Abstandsregeln (auch im privaten Leben) und bleiben Sie zu Hause, wenn Sie krank sind. Als Chefin oder Chef, Teamleiterin oder Teamleiter haben Sie eine Vorbildfunktion.

Und das ist keine leere Floskel. Verschiedene Untersuchungen belegen, dass sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen – ob bewusst oder unbewusst – stark am Verhalten von Vorgesetzten orientieren.

#2 Leisten Sie Aufklärung

Die Informationspflicht als Arbeitgeber haben wir oben bereits genauer erläutert. Als Praxis- und Laborinhaber/in sind Sie hier in der Bringschuld, gegebenenfalls auch mehrfach zu informieren und aufzuklären.

Das bedeutet aber auch, Gerüchten, Verschwörungstheorien und Falschinformationen in Ihrem Team freundlich, aber entschieden entgegenzutreten und weder Einmischung noch Diskussionen zu scheuen.

#3 Zeigen Sie Führungsstärke

Es ist in dieser außergewöhnlichen Situation nicht leicht, die Ruhe zu bewahren. Ihre Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der Patienten und Mitarbeiter ist hoch. Die Auswirkungen der Pandemie führen zu einer wirtschaftlichen Unsicherheit, die sich vermutlich auch auf die finanzielle Situation Ihrer Praxis oder Ihres Labors auswirken wird. Dazu kommen möglicherweise unabwendbare Einschränkungen für Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Müssen Sie in Ihrer Praxis Kurzarbeit anmelden, kann dies aufgrund des niedrigen Gehaltsniveaus zu einer enorme Belastung für die ZFA werden.

Diese persönliche Belastung darf in einer authentischen Kommunikation gegenüber den Mitarbeitern durchaus auch deutlich werden. Führungsstärke bedeutet aber gerade in Krisensituationen, dass man den eigenen Druck nicht an die Mitarbeiter weitergibt. Zeigen Sie Souveränität und Entscheidungsstärke!

Deswegen: Informieren Sie regelmäßig Ihre Mitarbeiter und sagen Sie, was Sache ist, ohne Panik zu schüren. Eine klare und authentische Kommunikation wird nicht zuletzt auch Ihre Rolle als Führungskraft stärken.

Für Praxisinhaber ist es jetzt essentiell, die Sorgen einzelner Mitglieder des Praxisteams zu erkennen und das Praxisteam als Ganzes zu stärken. Nutzen Sie die Zeit, um neue Impulse für Ihre Rolle als Führungskraft zu setzen. Als Einstieg empfehlen wir den dreiteiligen Artikel zum Personalführung und Mitarbeitermotivation von Trainer und Coach Frank Caspers. Er zeigt in einfachen Schritten, wie man durch wirkungsvolle Führung die eigenen Mitarbeiter motivieren kann. Im ersten Abschnitt Gemeinsame Werte – Grundlage für ein starkes Praxisteam erläutert Caspers die grundlegende Bedeutung von Praxiswerten.

Gute Kommunikation ist in unsicheren Zeiten wichtiger denn je. Das betrifft auch die Kommunikation nach außen. Wie Sie und Ihr Team in diesen herausfordernden Zeiten erfolgreich mit Patienten kommunizieren, erfahren Sie im Beitrag > Tipps zur Patientenkommunikation in Krisenzeiten.