Entschädigung Zahnarztpraxis Corona Schliessung

Corona: Was tun bei Schließung von Zahnarztpraxis oder Dentallabor?

Praxis- und Unternehmensschließungen aufgrund von Corona-Infektionen nehmen zu. Wir haben die wichtigsten Informationen für Praxis- und Laborinhaber rund um Quarantänemaßnahmen, Praxis- und Laborschließungen und mögliche Entschädigungen zusammengefasst.

 

Muss eine Praxis nach dem Besuch eines Patienten mit nachgewiesener Corona-Infektion sofort schließen und alle Mitarbeiter und anderen Kontaktpersonen in mindestens vierzehntägige Quarantäne schicken? Das RKI empfiehlt eine 14-tägige Quarantäne für Kontaktpersonen der Kategorie I und bei erhöhtem Expositionsrisiko der Kategorie II. Was das für Zahnarztpraxen konkret bedeutet hat die Bundeszahnärztekammer in einer > Übersicht zum Thema Quarantäne (RKI) dargestellt.

Ein Flussdiagramm der Landeszahnärztekammer Hessen hilft Zahnarztpraxen bei der Risikoabwägung im Umgang mit Patienten. So können Praxen einen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten und das Risiko für die Schließung verringern  > Empfehlung – Abfrage- und Entscheidungsdiagramm für den Praxisempfang (LZÄKH).

Auch Dentallabore und ihre Mitarbeiter können von Quarantänemaßnahmen betroffen sein. Erster Ansprechpartner bei Fragen von Laborinhabern sind hier die zuständigen Handwerkskammern, die zumeist auch auf ihren Homepages umfassende Informationen und Ratgeber bereitstellen.

Bekommen Zahnärzte Entschädigungen, wenn die Praxis aufgrund eines Corona-Falls geschlossen wird?

Praxisinhaber und ihre angestellten Mitarbeiter haben laut KBV Anspruch auf Entschädigung (Paragraf 56, Infektionsschutzgesetz).

Voraussetzung für einen Anspruch auf Entschädigung sei ein behördliches Verbot bzw. die Anordnung von Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen. Die Höhe der Entschädigung richtet sich bei Selbständigen am Verdienstausfall. Grundlage für die Entschädigung als Praxisinhaber ist also der Steuerbescheid. Darüber hinaus kann ein Praxisinhaber auch eine Entschädigung für Betriebsausgaben beantragen.

Angestellte Zahnärzte oder Praxismitarbeiter haben dagegen bei einer Praxisschließung für die ersten sechs Wochen Anspruch auf Ersatz in Höhe des Nettogehalts.

Die KBV bietet auf ihrer Seite eine Praxis-Info zum Download an, die einige zentrale Punkte und die regional zuständigen Behörden auflistet, an die sich Ärzte im Fall von Praxisschließungen wenden können > Praxisschließung bei Coronavirus – Hinweise zum Anspruch auf Entschädigung (KBV).

Diese Aussagen sind derzeit nicht unumstritten. So weist die Zeitschrift Quintessenz in einem aktuellen Beitrag darauf hin, dass es rechtlich nicht eindeutig geklärt ist, ob die Entschädigungszahlungen auch bei Praxisschließungen greifen werden. Zudem weist der Autor zu Recht auf die grundsätzliche enorme wirtschaftliche Belastung des Staates angesichts der Corona-Krise hin > Entschädigung, Kurzarbeit – Corona und die Konsequenzen (Quintessenz).

Nicht vergessen: Bei Schließung der Praxis muss der Praxisinhaber auch umgehend Kontakt mit Versicherungsträgern aufnehmen, sofern entsprechende Verträge abgeschlossen wurden – etwa eine Praxisausfall-Versicherung oder eine Krankentagegeld-Versicherung.

Der oben beschriebene Anspruch auf Entschädigung greift in jedem Fall nicht, wenn eine Zahnarztpraxis oder ein Dentallabor aufgrund der allgemeinen Lage Umsatzeinbußen hat, also zum Beispiel, weil sich viele Mitarbeiter krankmelden, oder weil Patienten oder Aufträge fehlen.

Zahnarzt erkrankt oder in Quarantäne? Praxisbetrieb durch einen Vertreter sicherstellen

Ist nur der Behandler erkrankt oder in Heimquarantäne, ohne dass die Praxis und andere Mitarbeiter einem Risiko ausgesetzt waren, dann kann auch ein Vertreter bestellt werden, um den Praxisbetrieb aufrechtzuerhalten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Zahnarzt aus einem Risikogebiet zurückkehrt.

Weiterführende Informationen und Hilfen für den Einsatz eines Praxisvertreters stellen unter anderem die Kassenzahnärztlichen Vertretungen der Länder bereit, beispielsweise die KZV Berlin auf Ihrer Website unter dem Stichwort > Vertreter.

#flattenthecurve: Erleichterte Bedingungen für Videosprechstunden

Um die Ausbreitung des Virus angesichts der rasant steigenden Zahl von Infizierten einzudämmen sind alle Menschen aufgefordert, das Haus nach Möglichkeit nicht mehr zu verlassen. Auch Arztbesuche werden damit zunehmend vermieden. Grundsätzlich ist eine Beratung von Patienten auch per Telefon oder Video möglich und gerade für die Klärung der Frage, ob eine Behandlung akut notwendig ist, in einigen Fällen durchaus sinnvoll.

Aktuelle Informationen zu den neuen Lockerungen für Videosprechstunden hat die KBV zusammengefasst > Coronavirus: Videosprechstunden unbegrenzt möglich.

Antworten auf länderspezifische Fragen bieten die KZBVen und LZÄK

Haben Sie Fragen, die an dieser Stelle und in den verlinkten Informationen nicht beantwortet werden? KZBV, BZÄK sowie auch Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZV) und Landeszahnärztekammern (LZK) haben Hotlines und zentrale E-Mail-Adressen zum Thema Corona/Sars-CoV-2 / COVID 19 eingerichtet, an die sich Zahnarztpraxen und Praxismitarbeiter wenden können.

Da viele der konkreten Fragestellungen landesspezifisch sind, hat die KZBV eine Übersicht mit allen Kontaktdaten der Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner in den Ländern erstellt > Hotlines von Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Landeszahnärztekammern.