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Corona: Was tun bei Schließung von Zahnarztpraxis oder Dentallabor?

Kategorie: Praxismanagement
Wir haben die wichtigsten Informationen für Praxis- und Laborinhaber rund um Quarantänemaßnahmen, Praxis- und Laborschließungen und mögliche Entschädigungen zusammengefasst.

Eine Corona-bedingte Schließung von Zahnarztpraxis oder Dentallabor kann unvorhergesehen angeordnet werden. Aber muss eine Praxis nach dem Besuch eines Patienten mit nachgewiesener Corona-Infektion sofort schließen? Unter welchen Umständen müssen Mitarbeiter und andere Kontaktpersonen in Quarantäne gehen? Und unter welchen Umständen besteht Anspruch auf Entschädigung?

Grundsätzlich ist werden eine Betriebsschließungen ebenso wie Quarantänemaßnahmen vom Gesundheitsamt angeordnet. Die Bundeszahnärztekammer stellt auf ihrer Homepage aktuelle Informationen rund um das Thema Quarantäne für Zahnarztpraxen und ihre Mitarbeiter bereit. Dort finden sich auch Schecklisten für dem Umgang mit speziellen Situationen, wie beispielsweise dem engen Kontakt einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters mit einer infizierten Person.

Auch Dentallabore und ihre Mitarbeiter können von einer Schließung oder Quarantänemaßnahmen betroffen sein. Erster Ansprechpartner bei Fragen von Laborinhabern ist die zuständige Handwerkskammer. Die Kammern stellen auf ihren Homepages umfassende Informationen und Corona-Ratgeber bereit.

Corona-Schließung: Bekommt eine Zahnarztpraxis Entschädigung?

Bei einer Corona-bedingten Schließung der Zahnarztpraxis haben Praxisinhaber und ihre angestellten Mitarbeiter laut KBV Anspruch auf Entschädigung (Paragraf 56, Infektionsschutz-Gesetz).

Voraussetzung für einen Anspruch auf Entschädigung sei ein behördliches Verbot bzw. die Anordnung von Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen. Die Höhe der Entschädigung richtet sich bei Selbständigen am Verdienstausfall. Grundlage für die Entschädigung als Praxisinhaber ist also der Steuerbescheid. Darüber hinaus kann ein Praxisinhaber auch eine Entschädigung für Betriebsausgaben beantragen.

Angestellte Zahnärzte oder Praxismitarbeiter haben dagegen bei einer Praxisschließung für die ersten sechs Wochen Anspruch auf Ersatz in Höhe des Nettogehalts.

Die KBV bietet auf ihrer Seite eine Praxis-Info zum Download an, die einige zentrale Punkte und die regional zuständigen Behörden auflistet, an die sich Ärzte im Fall von Praxisschließungen wenden können > Praxisschließung bei Coronavirus - Hinweise zum Anspruch auf Entschädigung (KBV).

Diese Aussagen sind derzeit nicht unumstritten. So weist die Zeitschrift Quintessenz in einem aktuellen Beitrag darauf hin, dass die Frage nach Entschädigungszahlungen bei Praxisschließungen rechtlich nicht eindeutig geklärt ist > Entschädigung, Kurzarbeit – Corona und die Konsequenzen (Quintessenz).

Nicht vergessen: Bei Schließung der Praxis muss der Praxisinhaber auch umgehend Kontakt mit Versicherungsträgern aufnehmen, sofern entsprechende Verträge abgeschlossen wurden – etwa eine Praxisausfall-Versicherung oder eine Krankentagegeld-Versicherung.

Der oben beschriebene Anspruch auf Entschädigung greift nicht, wenn eine Zahnarztpraxis oder ein Dentallabor aufgrund der allgemeinen Lage Umsatzeinbußen hat. Das ist beispielsweise der Fall, wenn sich viele Mitarbeiter krankmelden, oder wenn Patienten oder Aufträge zurückgehen.

Zahnarzt erkrankt oder in Quarantäne? Praxisbetrieb durch einen Vertreter sicherstellen

Eine Schließung der Zahnarztpraxis ist nicht unbedingt notwendig, nur wenn ein Mitarbeiter Kontakt zu einem anderen Infizierten hatte. Ist beispielsweise der Behandler erkrankt oder in Heimquarantäne, ohne dass Patienten und andere Mitarbeiter einem Risiko ausgesetzt waren, dann kann auch ein Vertreter bestellt werden, um den Praxisbetrieb aufrechtzuerhalten.

Weiterführende Informationen und Hilfen für den Einsatz eines Praxisvertreters stellen unter anderem die Kassenzahnärztlichen Vertretungen der Länder bereit, beispielsweise die KZV Berlin auf Ihrer Website unter dem Stichwort > Vertreter.

Antworten auf länderspezifische Fragen bieten die KZBVen und LZÄK

Haben Sie Fragen, die an dieser Stelle und in den verlinkten Informationen nicht beantwortet werden? KZBV, BZÄK sowie auch Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZV) und Landeszahnärztekammern (LZK) helfen weiter. Sie haben Hotlines zum Thema Corona/Sars-CoV-2 / COVID 19 eingerichtet, an die sich Zahnarztpraxen und Praxismitarbeiter wenden können.

Da viele der konkreten Fragestellungen regional unterschiedlich sind, hat die KZBV eine Übersicht mit allen Kontaktdaten der Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner in den Ländern erstellt > Hotlines von Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Landeszahnärztekammern.

vom 17.03.2020
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