Entschädigung Zahnarztpraxis Corona Schliessung

Corona: Was tun bei Schließung von Zahnarztpraxis oder Dentallabor?

Wir haben die wichtigsten Informationen für Praxis- und Laborinhaber rund um Quarantänemaßnahmen, Praxis- und Laborschließungen und mögliche Entschädigungen zusammengefasst.

 

Eine Corona-bedingte Schließung von Zahnarztpraxis oder Dentallabor kann unvorhergesehen angeordnet werden. Aber muss eine Praxis nach dem Besuch eines Patienten mit nachgewiesener Corona-Infektion sofort schließen? Unter welchen Umständen müssen Mitarbeiter und anderen Kontaktpersonen in Quarantäne gehen? Und unter welchen Umständen besteht Anspruch auf Entschädigung?

Das RKI hat im März eine 14-tägige Quarantäne für Kontaktpersonen der Kategorie I und bei erhöhtem Expositionsrisiko der Kategorie II empfohlen. Was das für die Quarantäne von Zahnarztpraxen konkret bedeutet, hat die Bundeszahnärztekammer in einer > Übersicht zum Thema Quarantäne (RKI) dargestellt.

Ein Flussdiagramm der Landeszahnärztekammer Hessen hilft Zahnarztpraxen bei der Risikoabwägung im Umgang mit Patienten. So können Praxen einen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten und das Risiko für die Schließung verringern > Empfehlung – Abfrage- und Entscheidungsdiagramm für den Praxisempfang (LZÄKH).

Auch Dentallabore und ihre Mitarbeiter können von einer Schließung oder Quarantänemaßnahmen betroffen sein. Erster Ansprechpartner bei Fragen von Laborinhabern ist die zuständige Handwerkskammer. Die Kammern stellen auf ihren Homepages umfassende Informationen und Corona-Ratgeber bereit.

Corona-Schließung: Bekommt eine Zahnarztpraxis Entschädigung?

Bei einer Corona-bedingten Schließung der Zahnarztpraxis haben Praxisinhaber und ihre angestellten Mitarbeiter laut KBV Anspruch auf Entschädigung (Paragraf 56, Infektionsschutz-Gesetz).

Voraussetzung für einen Anspruch auf Entschädigung sei ein behördliches Verbot bzw. die Anordnung von Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen. Die Höhe der Entschädigung richtet sich bei Selbständigen am Verdienstausfall. Grundlage für die Entschädigung als Praxisinhaber ist also der Steuerbescheid. Darüber hinaus kann ein Praxisinhaber auch eine Entschädigung für Betriebsausgaben beantragen.

Angestellte Zahnärzte oder Praxismitarbeiter haben dagegen bei einer Praxisschließung für die ersten sechs Wochen Anspruch auf Ersatz in Höhe des Nettogehalts.

Die KBV bietet auf ihrer Seite eine Praxis-Info zum Download an, die einige zentrale Punkte und die regional zuständigen Behörden auflistet, an die sich Ärzte im Fall von Praxisschließungen wenden können > Praxisschließung bei Coronavirus – Hinweise zum Anspruch auf Entschädigung (KBV).

Diese Aussagen sind derzeit nicht unumstritten. So weist die Zeitschrift Quintessenz in einem aktuellen Beitrag darauf hin, dass die Frage nach Entschädigungszahlungen bei Praxisschließungen rechtlich nicht eindeutig geklärt ist > Entschädigung, Kurzarbeit – Corona und die Konsequenzen (Quintessenz).

Nicht vergessen: Bei Schließung der Praxis muss der Praxisinhaber auch umgehend Kontakt mit Versicherungsträgern aufnehmen, sofern entsprechende Verträge abgeschlossen wurden – etwa eine Praxisausfall-Versicherung oder eine Krankentagegeld-Versicherung.

Der oben beschriebene Anspruch auf Entschädigung greift nicht, wenn eine Zahnarztpraxis oder ein Dentallabor aufgrund der allgemeinen Lage Umsatzeinbußen hat. Das ist beispielsweise der Fall, wenn sich viele Mitarbeiter krankmelden, oder wenn Patienten oder Aufträge zurückgehen.

Zahnarzt erkrankt oder in Quarantäne? Praxisbetrieb durch einen Vertreter sicherstellen

Eine Corona-bedingte Schließung der Zahnarztpraxis wird beispielsweise nicht angeordnet, wenn ein Mitarbeiter aus einem Risikogebiet zurückkehrt. Ist beispielsweise nur der Behandler erkrankt oder in Heimquarantäne, ohne dass die Praxis und andere Mitarbeiter einem Risiko ausgesetzt waren, dann kann auch ein Vertreter bestellt werden, um den Praxisbetrieb aufrechtzuerhalten.

Weiterführende Informationen und Hilfen für den Einsatz eines Praxisvertreters stellen unter anderem die Kassenzahnärztlichen Vertretungen der Länder bereit, beispielsweise die KZV Berlin auf Ihrer Website unter dem Stichwort > Vertreter.

#flattenthecurve: Erleichterte Bedingungen für Videosprechstunden

Um die Ausbreitung des Virus angesichts der rasant steigenden Zahl von Infizierten einzudämmen, sind alle Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Auch Arztbesuche werden damit zunehmend vermieden. Grundsätzlich ist eine Beratung von Patienten auch per Telefon oder Video möglich. Das kann gerade für die Klärung der Frage, ob eine Behandlung akut notwendig ist, durchaus sinnvoll sein.

Aktuelle Informationen zu den neuen Lockerungen für Videosprechstunden hat die KBV zusammengefasst > Coronavirus: Videosprechstunden unbegrenzt möglich.

Antworten auf länderspezifische Fragen bieten die KZBVen und LZÄK

Haben Sie Fragen, die an dieser Stelle und in den verlinkten Informationen nicht beantwortet werden? KZBV, BZÄK sowie auch Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZV) und Landeszahnärztekammern (LZK) helfen weiter. Sie haben Hotlines zum Thema Corona/Sars-CoV-2 / COVID 19 eingerichtet, an die sich Zahnarztpraxen und Praxismitarbeiter wenden können.

Da viele der konkreten Fragestellungen regional unterschiedlich sind, hat die KZBV eine Übersicht mit allen Kontaktdaten der Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner in den Ländern erstellt > Hotlines von Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Landeszahnärztekammern.

Mehr Informationen für Praxen und Labore zur Corona-Krise

Sind Sie Inhaber eines Dentallabors oder eines Praxislabors und möchten aktiv bei der Bewältigung der Corona-Krise helfen? Dann empfehlen wir den Artikel > Schutz gegen Corona aus dem 3D-Drucker: So helfen Dentallabore.