Praxisabgeber Checkliste

Ratgeber Praxisabgabe – Teil 2: Sieben Schritte die wirklich wichtig sind

Sieben Schritte die Sie beachten sollten, damit bei der Praxisabgabe alles glatt geht – mit Checkliste!

Im ersten Teil dieser Artikelserie haben wir erläutert, warum die veränderte Marktsituation eine vorausschauende Planung der Praxisabgabe erforderlich macht.
Im zweiten Teil widmen wir uns nun ausführlich den wichtigsten Schritten, die eine erfolgreiche Übergabe vorbereiten.

1. Schritt: Festlegen der eigenen Ziele

Nehmen Sie sich die Zeit, darüber klar zu werden, wie Ihr Ruhestand aussehen soll. Wann möchten Sie in Ruhestand gehen? Wieviel Geld möchten Sie in Ihrem Ruhestand zur Verfügung haben? Möchten Sie Ihre Erfahrung vielleicht als Mentor weitergeben? Oder möchten Sie Ihr früheres Betätigungsfeld einfach hinter sich lassen?

Stellen Sie sich darauf ein, dass sich Ihr Leben ohne die Arbeit grundlegend ändern wird. Wenn Sie die übergeordneten Ziele für sich bestimmt haben, können Sie sich den praktischen Abläufen widmen.

2. Schritt: Klären Sie finanzielle und steuerliche Fragen

Die Bewertung einer Zahnarztpraxis ist ein äußerst komplexes Thema, da es keinen einheitlichen Standard gibt. Neben der Substanzbewertung muss auch der Goodwill ermittelt werden, der sich u.a. aus Praxisstruktur, Spezialisierungsgrad der Praxis, der Bedeutung des Praxisinhabers für die Umsätze oder auch der Patientenstruktur zusammensetzt. Zusätzlich sollten Sie unbedingt mit Ihrem Steuerberater die steuerlichen Auswirkungen des Verkaufserlöses besprechen, da Fehler in diesem Bereich sehr teuer werden können.

3. Schritt: Patientenstamm analysieren und optimieren

Mit der Praxis kauft der Praxisübernehmer die Hoffnung, mit dem Patientenstamm auch künftig Einkommen zu generieren. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Praxis in den letzten Jahren nicht an Patienten und somit an Umsatz verliert. Mit einer Renovierung steigern Sie nicht nur den Patientenzulauf in den letzten Jahren Ihrer Berufstätigkeit – sondern unterstreichen
damit auch die Werthaltigkeit und Attraktivität Ihrer Praxis für den bevorstehenden Übergabeprozess (auch: die bevorstehenden Übergabeverhandlungen).

Gegenüber Interessenten sollten Sie den Patientenstamm detailliert darstellen können. Der Privatanteil Ihrer Patienten ist dabei für die meisten Übernehmer eine signifikante Größe.

4. Schritt: Machen Sie eine Standortanalyse

Die 1a Lage in einer Großstadt erscheint vielen jungen Zahnärzten gegenwärtig attraktiver als ein ländlicher Standort. Sie können diesem Argument entspannt begegnen, wenn Sie mit attraktiven Daten Ihres Standortes aufwarten können. Sammeln Sie Informationen zur Altersstruktur, den Einkommensverhältnissen und Infrastruktur, insbesondere der Anbindung an die nächste Großstadt, und zeigen Sie, welches Potential in Ihrem Standort steckt. Auch Informationen zu Grundstückspreisen, Schulen und Kindergärten vor Ort sind für junge Zahnärzte ein gewichtiges Argument für einen attraktiven Standort.

5. Schritt: Hören Sie nicht auf, mit Maßnahmen zur Steigerung des Wertes Ihrer Praxis

Auch wenn Sie sich mit der Praxisabgabe beschäftigen, sollten Sie weiterhin strategisch investieren – sei es in die Ausstattung, in das Personal oder in den Workflow – um die Attraktivität der Praxis gezielt zu erhalten oder zu steigern. Gerade in Bezug auf die letzten Berufsjahre eines Zahnarztes zeigt die Erfahrung: Sinnvolle Investitionen in Ihre Praxis stellen eine der besten Anlagemöglichkeiten dar.

6. Schritt: Entscheiden Sie, wie Sie die Übergabe gestalten

Überlegen Sie, ob es sinnvoll ist, einem Existenzgründer einen weichen Übergang zu ermöglichen, indem Sie ihn befristet in Ihrer Praxis anstellen. Neben den datenrechtlichen Vorteilen kann er die Praxis in einem fließenden Prozess übernehmen. Auch die Banken bevorzugen dieses Modell, wenn es um die Finanzierung des Projektes geht. Bedenken Sie auch die Möglichkeit, selbst als Angestellter befristet in der Praxis Ihres Nachfolgers zu arbeiten.

7. Schritt: Suchen Sie sich kompetente Unterstützung

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Deutlich wird aber, dass der Übergabeprozess viele komplexe Faktoren beinhaltet, die es erforderlich machen, sich zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Berater zu suchen.

Wenn Sie mit kompetenter Unterstützung nicht nur die Gruppe der potentiellen Käufer einer genauen Analyse unterziehen, sondern auch nicht davor halt machen, Ihre Ausgangssituation für den Verkauf genau zu betrachten, erhöhen Sie nicht nur die Chance, Ihre Praxis gewinnbringend zu verkaufen, sondern geben auch Ihre Patienten in gute Hände ab.

Wir wissen, was es bedeutet, sein Lebenswerk an die nächste Generation weiterzugeben und begleiten Sie gern Schritt für Schritt.

Weitere Informationen rund um das Thema Praxisabgabe finden Sie auch auf unserer Webseite im Bereich Abgeberservice.
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