Dentalfotografie

Das 1×1 der Dentalfotografie in Zahnarztpraxis und Labor

Wie die Dentalfotografie im Praxis- und Laboralltag ohne komplexes fotografisches Wissen und komplett eingerichtetes Fotostudio genutzt werden kann, zeigt dieser Übersichtsartikel.

Die Dentalfotografie gehört in vielen Praxen und Laboren zum Arbeitsalltag. Prothetik, Kieferorthopädie, Chirurgie, Implantologie oder ästhetisch indizierte Behandlungen.

Die Kraft von Bildern ist in allen zahnärztlichen Fachbereichen hilfreich, z. B. für die präoperative Diagnostik und postoperative Verlaufskontrolle. Auch in der Forensik, Behandlungsdokumentation (Patientenakte), Patientenberatung und bei der Kommunikation mit Behandlungspartnern ist die Fotodokumentation ein wichtiges Tool.

Bei der Herstellung von Zahnersatz liefert ein analytischer Fotostatus, wie häufig von Zahntechnikern angefertigt, weit mehr Informationen als nur die Zahnfarbe. Doch wie gelangt man zum guten Bild?

Dentalfotografie: Smartphone, Kompaktkamera oder doch Spiegelreflexkamera?

Für die professionelle Dentalfotografie wird eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) mit entsprechendem Objektiv und Blitzsystem empfohlen. Diese Kameras ermöglichen volle Kontrolle über alle Einstellungen und damit einen reproduzierbaren Workflow, der zu einheitlich guten Ergebnissen führt. Das Vorgehen kann mit etwas Übung gut in den normalen Praxis- und Laboralltag integriert werden.

Spiegelreflexkamera vs. Smartphone

Wer auf einfachstem Weg zum digitalen Bild gelangen möchte, nutzt das Smartphone. Hierfür gibt es beispielsweise die App „Smile Capture“ mit einem entsprechenden Aufstecksystem für das Smartphone. Allerdings decken solche Systeme nur Teilbereiche der Dentalfotografie ab. Die Qualität der Bilder ist mit den Ergebnissen einer Spiegelreflexkamera nicht vergleichbar.

Goldstandard: Spiegelreflexkamera

Wer das volle Potenzial der Dentalfotografie nutzen möchte, greift auf die Spiegelreflexkamera zurück. Diese Kameras bieten eine sehr hohe Bildqualität, manuelle Einstellungen und umfangreiche Möglichkeiten einer Equipment-Erweiterung. Sowohl die Makrofotografie (Mundaufnahmen, Modellaufnahmen) als auch die Porträtfotografie können mit der Spiegelreflexkamera hochqualitativ umgesetzt werden.

Die Kameras ermöglichen vielfältige und individuell wählbare Einstellungen (z. B. ISO, Belichtungszeit, Blendenöffnung und Tiefenschärfe, Belichtungskorrektur). Empfohlen wird, über den „M-Modus“ alle Einstellungen manuell vorzunehmen. Spiegelreflexkameras sind in verschiedenen Preisklassen erhältlich.

Fast noch wichtiger als ein teures Kameragehäuse ist die Wahl eines hochwertigen Objektiv-Sortiments.

Blitz und Objektiv: Equipment für die professionelle Dentalfotografie

Objektiv und Blitzsystem komplettieren das Kameraequipment. In der Dentalfotografie wird hauptsächlich die Makrofotografie genutzt. Es empfiehlt sich ein Festbrennweiten-Makroobjektiv von 100 beziehungsweise 105 mm, mit dem fast alle Anwendungen in der dentalen Fotografie abgedeckt werden können. Für die Porträtfotografie wird eine Brennweite von 60 mm als ideal erachtet.

Ringblitz vs. Lateralblitz in der Dentalfotografie

Ein wichtiger Faktor für gute Bilder ist die Belichtungsquelle und damit die Wahl des Blitzsystems. Grob unterschieden werden kann zwischen dem Ringblitz und dem Lateralblitz. Während viele Zahnärzte den Ringblitz bevorzugen, favorisieren Zahntechniker oft den Lateralblitz. Beide Blitzsysteme haben ihre Vorteile.

Der Ringblitz ist ein routinierter Allrounder, der eine schattenlose und direkte Ausleuchtung in der Mundhöhle gewährleistet. Der Ringblitz ist in der Regel kostengünstiger und lässt sich einfach auf die Kamera montieren.

Der Lateral- bzw. Zangenblitz ermöglicht durch die seitliche Lichteinstrahlung ein sehr kontrastreiches, fast schon dreidimensionales Bild.

Weiteres Zubehör für die Dentalfotografie

Ergänzend zum Kamerasystem sind Wangenhalter und Fotospiegel unerlässlich für die intraorale Fotografie.

Mit dem Wangenhalter wird die Mundhöhle maximal geöffnet, um die zu fotografierenden Bereiche darzustellen und eine optimale Ausleuchtung zu gewähren. Erhältlich sind diese Hilfsmittel aus Kunststoff und Metall, wobei in der Chirurgie die Sterilisierbarkeit zu beachten ist.

Für die Ablichtung nicht direkt sichtbarer Bereiche in der Mundhöhle (z. B. hintere Molaren) sind Mundspiegel hilfreich. Glasspiegel mit Oberflächenverspiegelung verhindern ein Beschlagen.

Empfohlene Kameraeinstellungen für einen Fotostatus

Erfolgskriterium in der Dentalfotografie ist ein konkretes Protokoll, dem alle Aufnahmen folgen sollten. Das Protokoll beinhaltet technische Kameraeinstellungen sowie die Motive eines Fotostatus. Mit einem solchen Protokoll ist es auf effizientem Weg möglich, hochqualitative Dentalfotos als einheitlichen Status (z. B. für die Patientenakte) zu erstellen.

  • Lichtempfindlichkeit: ISO 100
  • Blende: 29
  • Zeiteinstellung: 1/160
  • Hohe Tiefenschärfe: große Blendenzahl (kleine Blende)
  • Gewollte Unschärfe: kleine Blendenzahl (große Blende)
  • Verschlusszeit nicht unter 1/100 (Verwacklungsgefahr).

 

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