So machen Sie Ihre Praxis urlaubsfit

Checkliste: So mache Sie Ihre Praxis fit für den Urlaub

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Damit Sie und Ihr Praxisteam unbeschwert in den Urlaub gehen können, sollten im Vorfeld einige Dinge in der Zahnarztpraxis beachtet und organisiert werden. Haben Sie an alles gedacht?

Urlaub von der Zahnarztpraxis! Bevor es losgeht, gilt es vieles zu beachten. In nachfolgender Checkliste haben wir wichtige Dinge zusammengetragen und gehen auf einige davon detaillierter ein. Machen Sie Ihre Praxis fit für den Urlaub.

Checkliste: Zahnarztpraxis für den Urlaub vorbereiten

Kommunikation

Hygiene

  • Wasserhygiene der Behandlungseinheit sicherstellen
  • Medizinprodukte entsprechend aufbereiten
  • Autoklaven, Desinfektor, Steri und andere Geräte entsprechend Herstellerinfo außer Betrieb setzen (entleeren, entlüften, Wasserzufuhr abstellen, etc.).
  • Reinigungskraft informieren, gegebenenfalls Grundreinigung vereinbaren
  • Im Ionenaustauscher bei längeren Standzeiten Kartuschen austauschen lassen, da sich auch hier die Keime vermehren können

Organisation

Betriebsurlaub mit Mitarbeitern besprechen

Erholsame Ferien statt verordnete Zwangspause: Gerade in den Sommermonaten erlebt die Zahnarztpraxis ferienbedingt oft ruhige Zeiten.

Doch spontan zu entscheiden, „Ich schließe die Praxis einfach zu“, ist aus Sicht des Arbeitsrechts nicht so einfach. Betriebsferien bedeuten für einige Mitarbeiter ungewünschte Zwangspause; denn sie hätten vielleicht lieber im Oktober und nicht im Juli frei.

Grundsätzlich obliegt dem Praxisinhaber das Direktionsrecht Betriebsferien anzuordnen, während die Praxis geschlossen ist. Idealerweise ist im Arbeitsvertrag eine Klausel zu Betriebsferien verankert.

Es gilt: Der Arbeitgeber kann über drei Fünftel des Jahresurlaubs verfügen – wann und wie er die restlichen Tage nehmen möchte, bleibt dem Mitarbeiter überlassen. Bei 25 Urlaubstagen darf der Praxisinhaber demnach maximal 15 Tage für den Betriebsurlaub verplanen.

Um den Mitarbeiter Planungssicherheit zu geben, muss der Betriebsurlaub zu Beginn des Urlaubsjahres festgelegt sein.

Teilen Sie Ihren Mitarbeitern die Pläne für einen Betriebsurlaub rechtzeitig mit.

Praxisvertretung suchen

Laut Berufsrecht ist der niedergelassene Zahnarzt verpflichtet, für eine Vertretung zu sorgen, wenn die Praxis während der Sprechzeiten geschlossen ist.

Der rechtlich sicherste Weg ist es, sich durch einen niedergelassenen Kollegen vertreten zu lassen. In dem Fall wird der Behandlungsvertrag zwischen dem Vertreter und dem Patienten geschlossen. Die Leistungen werden über den Vertreter abgerechnet. Diese Art der Vertretung ist nicht anzeige- oder genehmigungspflichtig.

Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihre Patienten über Namen, Anschrift und Telefonnummer informieren. Dies kann z. B. über Handzettel geschehen, die im Vorfeld verteilt werden. Zudem sind während der Urlaubszeit ein Aushängeschild sowie eine entsprechende Ansage auf dem Anrufbeantworter mit den notwendigen Informationen angeraten. Auch ein Hinweis auf der Website kann für den Patienten hilfreich sein.

Informieren Sie Ihre Patienten über die Praxisvertretung.

Für Wasserhygiene an der Behandlungseinheit sorgen

Während Ihrer Urlaubszeit finden Biofilme und Bakterien beste Bedingungen für Wachstum und Vermehrung in der Praxis vor.

Eine stillgelegte Leitung mit abgestandenem Wasser ist eine richtige Brutstätte für pathogene Keime. Die Urlaubszeit (und auch ein langes Wochenende) stellt daher ein Risiko für mikrobielle Kontaminationen dar.

Ein modernes Wasserdesinfektionssystem für die Zahnarztpraxis schützt vor erneuter Keimbesiedelung bei Durchfluss-Stagnation während der nutzungsfreien Zeit (z. B. Urlaub).

Beispielhaft sei das Hygowater-Wasseraufbereitungsgerät genannt. Die „Boost“-Funktion steigert die Desinfektionskapazität nach längerem Stillstand.

Einbruchschutz prüfen

Der Schutz der Praxis vor einem Einbruch umfasst viele Dinge. Einfach und wirksam ist beispielsweise die Zeitschaltuhr für Rollläden und Praxisbeleuchtung, die einen normalen Praxisbetrieb vortäuscht.

Auch mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen wirken effektiv gegen ungewollte Gäste. Eine professionelle Einbruchmeldeanlage meldet einen Einbruch bei einem beauftragen Wachschutz.

Alternative oder Ergänzung sind Überwachungskameras, die bei einer Bewegung automatisch starten. Über spezielle Apps wird dann die bestimmte Person (z. B. Wachschutz, Hausmeister) informiert, die Live-Bilder verfolgen kann.

Wer sich umfassender informieren will: in vielen Städten bietet die örtliche Polizei Schulungen zum Thema Einbruchschutz an.

Ist keine Technik vorhanden, informieren Sie den aufmerksamen Nachbarn über Ihren Praxisurlaub.

Umgang mit Verbrauchsmaterialien organisieren

Im Sinne eines materialgerechten und schonenden Umgangs sollten auch die Verbrauchsmaterialien entsprechend urlaubsfit gemacht werden.

Informieren Sie sich in den Herstellerinformationen z. B. darüber, wie lange die Haltbarkeit eines angebrochenen Materials ist und wie die richtige Lagerung erfolgen sollte.

Gegebenenfalls müssen angebrochene Materialien auch entsorgt werden. Planen Sie schon vor dem Urlaub die Verbrauchsmaterialien ein, die am ersten Praxistag benötigt werden.

Bedenken Sie, dass die Lagerung wichtig für die Qualität vieler Materialien ist.

Und, haben Sie an alles gedacht? Dann genießen Sie die Ferien. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Team einen schönen Urlaub mit erholsamen Tagen und danach einen entspannten Einstieg in den Praxisalltag.