Aus dem Vollen fräsen – Tipps für die Fertigung monolithischer Versorgungen

Vorbei die Zeit, als „monolithisch vs. geschichtet“ zu fast schon philosophischen Diskussionen führte. Sachlich betrachtet lassen zeitgemäße Materialien ein „sowohl als auch“ zu.

Die monolithische Versorgung ist zu einer wertvollen Bereicherung des prothetischen Alltags geworden. Während anfangs ausschließlich die Effizienz beworben wurde, muss sich heute auch das ästhetische Ergebnis nicht mehr „verstecken“. Hier einige grundlegende Hinweise und Denkanstöße.

1. Einfach loslassen: Neue Welt der Fertigung

Zahntechniker verstehen es auf elegante Art und Weise, mit Farben und Formen zu spielen. Aber sind wir ehrlich: Mit zunehmender Etablierung monolithischer Materialien gerät diese Fähigkeit in den Hintergrund, zumindest was die festsitzende Seitenzahnrestauration anbelangt. Aber es bringt nicht viel, den „guten alten Zeiten“ nachzuhängen. Viel wichtiger ist es, sich auf den aktuellen Stand der Zeit zu halten und die Möglichkeiten optimal zu nutzen, denn der Wettbewerb tut es garantiert!

2. Topf auf Deckel: Fräsmaschine und Material

Im Bereich der Materialien hat sich in den vergangenen Monaten eine Menge getan. Ebenso bei den CAD/CAM-Fräsmaschinen, wo nach den Beschwörungen zu offenen Systemen auch „systemimmanent“ wieder eine Rolle spielt. Zunehmend werden Frässtrategien in der CAM-Software perfekt auf Materialeigenschaften und mechanische Beschaffenheit eines Produktes abgestimmt. Ein Beispiel sind die vhf-Fräsmaschinen in Kombination mit den Zirlux-Zirkonoxiden. Akribisch entwickelte Frässtrategien garantieren optimale Ergebnisse. Die Nacharbeit reduziert sich auf ein Minimum. Auch andere Hersteller sehen die CAM-Software respektive die Frässtrategie als wichtiges Bindeglied zum Material. Beispiel ist die PrograMill-Serie von Ivoclar Vivadent mit den IPS e.max ZirCAD-Materialien oder IPS Empress CAD for PrograMill. Auch die CEREC-Fräsmaschinen garantieren mit validierten Frässtrategien die materialspezifische Verarbeitung der Fräsrohlinge.

3. Perspektivenwechsel: Chairside zur Brücke

Geht es um die monolithische Fertigung, ist das brisante Thema der „Chairside“-Fertigung zu betrachten. Bislang kamen hauptsächlich glaskeramische Materialien oder Hybridkeramiken zum Einsatz, in der Regel für Inlays, Onlays, Kronen; Brücken im Molarenbereich sind ausgeschlossen (S3-Leitlinie). Seit einigen Monaten können mit CEREC Zirconia monolithische Zirkonoxidbrücken mit bis zu drei Gliedern in kurzer Zeit chairside gefertigt werden. Weitspannige Restaurationen gehören nach wie vor in das Dentallabor.

4. Perfekte Tarnung: Zirkonoxide der neuen Generation (z. B. Zirlux 16+)

Während für Kronen, Inlays, Onlays etc. in der Regel auf Glaskeramiken, Lithium-Disilikat, Hybridkeramiken oder zirkonoxidverstärktes Lithium-Silikat zurückgegriffen wird, hat sich auch monolitisches Zirkonoxid eine „Machtposition“ erobert. Zusätzlich zur Effizienz und Wirtschaftlichkeit bieten monolithische Zirkonoxid-Restaurationen interessante klinisch relevante Vorteile:

  • kein Chipping der Verblendkeramik,
  • reduzierte Mindestwandstärke und somit reduzierte Präparationstiefen,
  • auf Wunsch konventionelle Zementierung möglich,
  • Möglichkeit der provisorischen Eingliederung,
  • weites Indikationsspektrum.

Aktuelle Zirkonoxid-Materialien gehören der 3. Generation an. Diese Materialgruppe beeindruckt aufgrund des kubisch-tetragonalen Mischgefüges mit einer hohen Transluzenz. Die kubischen Kristalle innerhalb der Struktur lassen einfallendes Licht gleichmäßig in alle Raumrichtungen abstrahlen, was die lichtoptischen Eigenschaften positiv beeinflusst; perfekt für monolithische Versorgungen. Ein Beispiel für ein modernes Zirkonoxid ist Zirlux 16+ mit einer umfangreichen Farbvielfalt. Jede der 16 Zahnfarben gemäß Vita-Farbring kann reproduziert werden. Durch die hohe Transluzenz, die natürlich wirkende Lichtdynamik und die hohe Farbgenauigkeit sind mit Zirlux 16+ kaum Grenzen gesetzt.

Zwar haben beispielsweise hochfeste Glaskeramiken ein höheres ästhetisches Potenzial, doch sind auch hinsichtlich der lichtoptischen Eigenschaften moderne Zirkonoxide eine ernstzunehmende Konkurrenz geworden. Es lohnt sich, auch mal „aus dem Vollen“ zu Fräsen.

 

(Annett Kieschnick, Freie Fachjournalistin)

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