ZTM Alexander Illmann

Laborportrait: Erfolgreicher Einstieg in die CAD/CAM-Fertigung

Wie kann sich ein relativ kleines Labor in Zeiten von CAD/CAM sowie bei einer zunehmenden Anzahl von Marktteilnehmern erfolgreich positionieren? Es gibt kein allgemeingültiges Rezept. Aber der Blick hinter die Kulissen von Kollegen kann aufschlussreich sein.

 

Stutensee bei Karlsruhe – eine schlichte Gewerbeeinheit mit elegant-rauer Architektur bietet dem Dentallabor von ZTM Alexander Illmann ein perfektes Zuhause. Für den Laborinhaber bedeutet Zahntechnik, digitale Technologien mit handwerklichem Wissen zu verknüpfen. Er konnte sein neues Labor innerhalb von nur zwei Jahren etablieren und mithilfe kompetenter Expertenunterstützung auf Wachstumskurs bringen. Heute arbeiten in dem Labor drei Zahntechniker, zwei Auszubildende und zwei Boten.

Wie alles begann: Die Gründung des Dentallabors

Das Meister-Labor Alexander Illmann Zahntechnik GmbH entstand 2001 in Karlsruhe. Der Fokus lag bei der Laborgründung wie bei vielen Dentallaboren auf hochwertigem Zahnersatz, der den Wünschen und Möglichkeiten des Patienten angepasst ist.

Lange Zeit fühlte sich ZTM Illmann wohl im Karlsruher Stadtleben. Er bediente seine Zahnarztkunden mit hochwertigem Zahnersatz aus handwerklicher Feinarbeit. „Die räumliche Nähe zu Kunden ermöglicht uns ein reaktionsschnelles Handeln, eine patientenindividuelle Restauration und eine gute Dienstleistung“, sagt ZTM Illmann.

Auf Wachstumskurs: Umzug und Einstieg in die CAD/CAM-Fertigung

Irgendwann war es an der Zeit, sich digitalen Technologien zu öffnen. „Zugleich wurde ich immer unzufriedener mit den Räumlichkeiten.“ Die Konsequenz war: Umzug! ZTM Illmann fand in Stutensee perfekte Räumlichkeiten für sein Vorhaben.

Intention war es, die digitalen Technologien so in den Arbeitsalltag zu integrieren, dass sowohl Handwerk als auch CAD/CAM vereint werden. „Da ich bis dato kaum Erfahrung mit der CAD/CAM-Technik hatte, wollte ich klein anfangen. Ein Scanner und eine Konstruktionssoftware, mehr war nicht vorgesehen.“

„Doch manchmal muss man auch mal alles über den Haufen werfen, um den richtigen Weg zu erkennen“, reflektiert der Laborinhaber. Er vertraute auf die Expertenmeinung des CAD/CAM-Spezialisten Peter Matheis (ConnectDental, Henry Schein). „Herr Matheis empfahl mir, gleich in eine Fräseinheit zu investieren.“ Gemeinsam wurden Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorgenommen, Zahlen verglichen und Vor- sowie Nachteile erörtert. ZTM Illmann entschied auf Basis sachlicher Fakten – und vielleicht spielte ein klein wenig die Begeisterung für die digitale Fertigung eine Rolle. „Mit einer eigenen Fräsmaschine sind wir flexibler und können schneller reagieren. Wir steuern die Prozesse selbst und müssen Verantwortlichkeiten nicht aus der Hand geben.“

Gut beraten ist, wer sich gut beraten lässt

Doch welche der vielen Fräsmaschinen ist die richtige? Und welches Scansystem lässt sich effizient in die Arbeitsprozesse einbinden? Hier spielen betriebswirtschaftliche Aspekte ebenso eine Rolle wie die Laborausrichtung. Erneut vertraute ZTM Illmann auf die Expertenmeinung und entschied sich für den Laborscanner InEos X5 (Sirona) und eine Fünf-Achs-Simultan-Fräsmaschine (Cam 5 S1, VHF). „Für mich ist diese Konstellation perfekt. Über offene Schnittstellen können wir uneingeschränkt agieren.“ Mittlerweile steht zudem eine Vier-Achs-Maschine (Cam 4, VHF) in seinem Labor, die dem Nassschleifen dient.

„Bei der Auswahl, Installation und Einarbeitung in die CAD/CAM-Technik der VHF-Fräsmaschine haben wir in Daniel Reik von Henry Schein einen großartigen Ansprechpartner, der uns mit seiner Erfahrung und seinem herstellerübergreifenden Fachwissen sehr geholfen hat.“

Gestaltung der neuen Arbeitsräume des Dentallabors

Was heute wie selbstverständlich wirkt, basiert auf planerischer Feinarbeit. Das Labor ist gut strukturiert. Alles scheint seinen Platz gefunden zu haben. „So sehr, wie ich mich damals über den Einzug in einen Rohbau gefreut habe, so groß war die Herausforderung.“ Alles musste geplant werden – von der Raumaufteilung über den Anschluss der Druckluft, die Steckdosen, den richtigen Platz für die Arbeitstische, die Küche, die sanitären Einrichtungen …

Tatkräftige Unterstützung fand ZTM Illmann bei Mann GmbH Praxis- und Labormöbel (Besigheim). Das Unternehmen ist auf die individuelle Gestaltung von Dentallaboren spezialisiert. Und so liegen heute die Anschlüsse für Druckluft, Absaugung oder Strom genau da, wo sie hingehören. Keine störenden Kabelschächte, keine nachträglich verlegten Leitungen, keine ungünstig platzierte Tür. Die Arbeitsplätze entsprechen den ergonomischen Anforderungen. Alles ist hell und freundlich gestaltet.

Von 0 auf 100: Der Einstieg in die CAD/CAM-Fertigung

Mit der CAD/CAM-gestützten Fertigung hat sich die Arbeit von ZTM Illmann und seinem Team verändert. „Jahrelang habe ich überlegt, ob ich in die digitale Fertigung investieren sollte oder dies besser anderen überlasse“, erinnert sich der Laborinhaber. Doch schnell wurde klar, dass das Festhalten an der „guten alten Zeit“ auf lange Sicht nicht erfolgversprechend ist. Und so wurde gescannt, konstruiert, geschliffen, gefräst … Innerhalb kurzer Zeit war die Fräsmaschine ausgelastet. Die Zahl zufriedener Kunden stieg. Zirkonoxid, Hybridkeramiken, Legierungen, Hochleistungskunststoffe … das breite Materialangebot ist für viele Zahnärzte attraktiv.

ZTM Illmann setzt mit den verschiedenen Geräten auf eine offene Komplettlösung aus Komponenten unterschiedlicher Hersteller und mit freier Materialwahl und offene Daten. Die Spezialisten aus dem ConnectDental-Team von Henry Schein haben bei der Auswahl von Geräten und Software und der Gestaltung des Workflows, um volle Kompatibilität sicherzustellen und einen reibungslosen Austausch mit allen Kunden und Partnern zu ermöglichen.  „Attraktiv ist die Unabhängigkeit. Es können unterschiedliche Technologien eingebunden werden“, so ZTM Illmann.

Er hat seinen Blick in die Zukunft gerichtet. Irgendwann könnte zum Beispiel die Drucktechnologie hinzukommen. Dank des offenen Datentransfers kann diese Anwendung problemlos integriert werden. Einen hohen Mehrwert stellt auch die Möglichkeit der Verarbeitung der Daten aus der intraoralen Abformung im Labor dar. „Wir haben einen Kunden, der mit seiner CEREC-Kamera im Mund des Patienten scannt und die Daten an uns versendet. Innerhalb kurzer Zeit fräsen oder schleifen wir die Restauration.“ Und, können nur die Daten der CEREC-Kamera verarbeitet werden? „Nein. Wir benötigen eine STL-File, ganz egal, aus welchem intraoralen Abformsystem“, betont der Zahntechniker begeistert.

Fazit: Erfolgreiche Laborplanung ist eine Mischung aus Beständigkeit und Wandel

„Die Entscheidung, mit meinem Labor umzuziehen und in die digitalen Technologien zu investieren, bereue ich keine Sekunde!“, so ZTM Alexander Illmann. So überzeugend diese Worte klingen, so zufrieden agiert der Laborinhaber im Alltag. Er hat vor zwei Jahren sein Laborkonzept hinterfragt und sich mit dem neuen Labor ein weiteres Segment aufgebaut. Die konventionelle Zahntechnik und das handwerkliche Können bestimmen seinen Alltag jetzt ebenso wie die CAD-Konstruktion und die digitale Fertigung.

 

Galerie  Laborporträt Illmann Zahntechnik

(Annett Kieschnick, Freie Fachjournalistin)

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