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Zukunft Zahntechnik. Teil 3: Die Menschen

Nachdem im ersten und zweiten Teil unserer Artikelserie zur Zukunft der Zahntechnik die Technik in Form von Fertigung und Vernetzung  im Fokus stehen, gehen wir im vorliegenden dritten und letzten Teil auf den Protagonisten der Zukunft ein: Den Menschen.

„Zukunft wird vom Menschen gemacht“, heißt es so schön. Und doch fühlen sich derzeit die meisten Menschen von den Zukunftsszenarien überfordert. Denn es scheint, mit zunehmender Digitalisierung ändere sich alles. In einigen Jahren wird sich die Situation etwas nüchterner darstellen. Der große Hype ist vorbei. Ängste sind dem Blick auf das Machbare gewichen.

Wie könnte die Arbeit im Dentallabor in fünf Jahren aussehen?

  • Digitale Fertigungstechnologien fangen den Fachkräftemangel auf.
  • Planung, Konzeption und Beratung zu prothetischen Rehabilitationen gehören zum Alltag.
  • Über Plattformen erfolgt der Datenaustausch mit der Praxis und dem Netzwerk.
  • Der Gipsraum wird dank Intraoralscanner weniger genutzt, aber nicht stillstehen.
  • Die breite Materialvielfalt bedarf fundierter Werkstoffkunde-Kompetenz.
  • Neben dem Herstellen monolithischer Restaurationen wird der Zahntechniker in vielen Fällen noch den Pinsel „schwingen“ und händisch verblenden.
  • Einzelzahnrestaurationen sind die Ausnahme im gewerblichen Labor geworden.
  • Die Diskussion um das Praxislabor wird nach wie vor geführt werden.
  • Viele Zahntechniker entscheiden sich für ein weiterbildendes Studium. Zahntechnik scheint auf dem Weg zur Akademisierung.
  • Zahntechniker lieben ihren Beruf und wünschen sich einen Arbeitgeber, dessen Werte sie teilen.
  • Immer häufiger wird das Home-Office in Anspruch genommen, um beispielsweise CAD-Konstruktionen vorzunehmen.
  • Ein gutes Team und Wertschätzung sind im Labor ein wichtiges Gut.
  • Es wird ressourcenschonend agiert, der Bote setzt auf E-Mobility.

 

Also manches ändert sich, manches bleibt gleich – so komplett anders wird der zahntechnische Arbeitsalltag in fünf Jahren noch nicht aussehen. Doch es gibt einen grundlegenden Wandel, der als schleichender Prozess unser Leben begleitet. Denn auch die Menschen und deren Wünsche sowie Bedürfnisse verändern sich.

Die Digitalisierung birgt einen gesellschaftlichen Wandel in sich, der mit verschiedenen Szenarien beschrieben wird. Fest steht: Sowohl Laborinhaber als auch angestellte Zahntechniker werden in Zukunft anders arbeiten. Patienten haben andere Ansprüche; ebenso wie Zahnärzte.

Veränderte Mitarbeiterwünsche

Die gute Nachricht: Als Unternehmen kann, aber muss man nicht jede Veränderung mitmachen. Beständigkeit kann zum Erfolgsmodell werden. Letztlich fängt Veränderung bei jedem selbst an. Heute sowie morgen wird es im Dentallabor beispielsweise wichtig sein, den Mitarbeiter in die Unternehmenskultur einzubeziehen.

Agiles Management – als Buzzword vieler Unternehmensberater – wird auch die Zahntechnik der Zukunft begleiten. Und das bedeutet vor allem eines: Flexibilität. Traditionelle Führungskonzepte sind oft zu starr, um mit der Dynamik der digitalen Welt mithalten zu können. In der Umsetzung einer agilen Struktur heißt das für Dentallabore: flache Hierarchien, Vertrauen, Selbstbestimmung, Teamwork und Eigenverantwortung. Die Zahntechnik wird weiterhin im Kampf gegen den Fachkräftemangel stehen. Die Konkurrenz zu neuen Berufsbildern wird größer.

„Weitergedacht: Wir stehen vor einem Umbruch der Arbeitswelt, dessen Ausmaß sich nur erahnen lässt; treibende Kräfte: z. B. Globalisierung, Digitalisierung, Migration und Wandel von Werten. 65 Prozent der Kinder (Generation Z) werden später in Berufen arbeiten, die es heute in dieser Form noch gar nicht gibt. (Erhebung „Skill Revolution“, ManPowerGroup, 2016)“

Veränderte Patientenansprüche

Patienten werden immer aufgeklärter und informieren sich über die vielfältigen Zahnersatzlösungen. Viele werden zunehmend zu privaten Zuzahlungen bereit sein.

Insbesondere boomt der Bereich Ästhetik. Zu erwarten sind veränderte ästhetische Ansprüche. Möglichst weiß sollen sie sein, die neuen Zähne. Dadurch könnten sich zunehmend monolithische Restaurationen im Frontzahngebiet durchsetzen, denn ein einheitliches Weiß ist so auf sehr effizientem Weg zu erreichen.

Zudem wünschen sich Patienten eine gute und möglichst visuelle Information über den neuen Zahnersatz. Verschiedene Tools, basierend auf der Augmented Reality , machen dies möglich.

Die Patientenaufklärung wird eine andere Dimension haben als heute. Mit dem 3D-Druck werden beispielsweise auf relativ einfachem Weg Try-Ins für eine realistische Einprobe hergestellt. Digitale Tools erleichtern die verständliche Information vom Labor oder von der Praxis an den Patienten.

Veränderte Ansprüche der Zahnärzte

Viele der Zahnärzte sind mit den digitalen Technologien vertraut und damit aufgewachsen. Der Intraoralscanner ist bald in vielen Praxen zum Alltag, wobei die konventionelle Abformung noch nicht völlig ersetzt werden kann.

Zahnärzte mit Intraoralscanner erwarten einen reibungslosen Workflow, bei dem sie ihre Daten sicher und schnell an das Labor transportieren. Hier bedarf es entsprechender Plattformen und kompatibler Schnittstellen für einen reibungslosen digitalen Workflow, die das Dentallabor mit digitaler Kompetenz bedienen kann.

Des Weiteren setzen Zahnärzte aufgrund der von der Industrie gebotenen Möglichkeiten auf die Chairside-Fertigung. Das Praxislabor bleibt weiterhin der große Konkurrent für das gewerbliche Dentallabor.

Inwieweit in naher Zukunft die rechtlichen und berufspolitischen Rahmenbedingungen geklärt werden, kann nur geraten werden. Fakt ist, die Lobby der gewerblichen Labore ist gegenüber der Zahnärzteschaft sehr klein. Aber auch die Industrie selbst bietet sich dem Zahnarzt als Fertigungsdienstleister an und verspricht funktionierende Prozessketten, welche die Arbeit erleichtern.

Für das Labor bedeutet dies, dass sie sich technologisch und strategisch so aufstellen müssen, dass sie mithalten können. Der große Vorteil des Zahntechnikers sind seine Erfahrung und Kompetenz sowie die persönliche, individuelle Kundenbetreuung. Dies werden auch in Zukunft viele der Zahnärzte und Patienten schätzen.

Labore werden noch mehr zum Dienstleister. Neue Geschäftsmodelle integrieren u. a. die vorbereitende digitale Implantatplanung mit entsprechender Software, das Herstellen von Implantatbohrschablonen oder das Einbeziehen der Aligner-Therapie.

Immer wichtiger werden für Dentallabore auch das Ambiente und die Ausstrahlung der Räumlichkeiten. Zahnärzte und Patienten schließen aus der Gestaltung der Laborräume auf die Arbeit, die hier geleistet wird. Und auch für die Mitarbeitergewinnung und -bindung ist die Atmosphäre am Arbeitsplatz ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Zukunft Zahntechnik – in drei Teilen haben wir einen kleinen Ausblick in die nahe Zukunft der Dentallabore gewagt. Die Zahntechnik wird sich verändern, wobei viele der bestehenden Werte nach wie vor ihre Relevanz behalten. Im Mittelpunkt für den Unternehmenserfolg stehen die schrittweise Digitalisierung der Prozesse, reibungslose Abläufe mit kompatiblen Schnittstellen, eine fundierte zahntechnische Ausbildung und eine für Mitarbeiter, Kunden und Patienten attraktive Unternehmensstruktur.

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