Verpackungsgesetz

Was das Dentallabor über das neue Verpackungsgesetz wissen sollte

Seit Januar 2019 gilt das neue Verpackungsgesetz. Auch Dentallabore müssen beim Versand des Zahnersatzes an die Praxis unter Umständen veränderte Bedingungen beachten.

Das Verpackungsgesetz betrifft auch Dentallabore. Seit Januar 2019 gilt das neue Gesetz, aber noch immer herrscht Unsicherheit, welche Auswirkungen das neue Verpackungsgesetz für Dentallabore hat.

Zunächst: So neu sind die Richtlinien nicht. Bereits 1991 wurde die Verpackungsverordnung eingeführt und mit ihr z. B. der grüne Punkt als Bestandteil des dualen Systems der Wertstoffverwertung. Hersteller und Vertreiber von Verpackungen werden in die Pflicht genommen, sich an Regelungen zur Rücknahme und Verwertung von Verpackungen zu halten. Wer Verpackungen in den Umlauf bringt, muss im Vorfeld an eine ordnungsgemäße Entsorgung denken. Allerdings handelte es sich hierbei „nur“ um eine Verordnung.

Verpackungsgesetz: Was ist neu?

Seit Januar 2019 gilt nun das Verpackungsgesetz (VerpackG), dessen Ziele denen der Verordnung sehr ähnlich sind. Neu ist u. a. die zentrale Stelle, die eigens geschaffen worden ist, um die Transparenz in der Lizenzierung zu stärken und die Vollzugsbehörden bei der Bekämpfung von Gesetzesverstößen zu unterstützen. Die Stiftung „Zentrale Stelle Verpackungsregister“ übernimmt diese Kontrollfunktion. Zudem wurden auch einige Pflichten und Definitionen verschärft.

Gilt das Verpackungsgesetz auch für Zahnersatz?

Das Gesetz richtet sich an Hersteller, Handel und Verbraucher. Das neue Gesetz betrifft ebenso Handwerksbetriebe – somit auch Dentallabore –, die Ware verpacken und an Dritte liefern, die diese Verpackung als Endverbraucher entsorgen müssen. Verpackungen müssen bei dem entsprechenden Register gemeldet werden, wenn sie „systembeteiligungspflichtig“ sind. Das sind alle Verpackungen, die beim Endverbraucher als Abfall anfallen. Wer sich nun als Dentallabor auf den Begriff „Endverbraucher“ berufen und somit dem Gesetz entziehen möchte, muss eines Besseren belehrt werden. Der Zahnarzt ist als Freiberufler dem privaten Endverbraucher gleichgestellt.

Welche Maßnahmen müssen Labore treffen?

Dentalbeutel, Noppenfolien, Kartonagen, Schaumstoffpolster, Luftpolsterfolien … all dies fällt unter das Verpackungsgesetz und verpflichtet das Labor, sich beim Zentralen Melderegister zu registrieren und die jährliche Gebühr zu entrichten. Die Stiftung „Zentrale Stelle Verpackungsregister“ stellt zur genauen Erläuterung auf ihrer Website entsprechende Erklärvideos bereit.

Ausnahmen vom Verpackungsgesetz für Dentallabore?

In der Regel fallen alle Verpackungen, die vom Endverbraucher entsorgt werden müssen, unter das Gesetz. Ausnahme bilden Serviceverpackungen und Mehrwegverpackungen. Serviceverpackungen sind beispielsweise Coffee-to-go-Becher oder die Tüte beim Bäcker. Diese Verpackungen sind vorlizensiert und bereits registriert.

Verbleibt die Verpackung also in der Zahnarztpraxis und muss entsorgt werden, gilt sie als „systembeteiligungspflichtig“ und das Dentallabor muss sich beim Register anmelden. Inwiefern die Zurücknahme des Verpackungsmaterials (z. B. Versandtaschen) von der Pflicht entbindet, ist derzeit nicht eindeutig geklärt.

Umweltschutz und Müllvermeidung im Dentallabor

Verpackungsmüll lässt sich im Dentallabor nicht komplett vermeiden. Eine Reduzierung lässt sich aber durchaus in die Wege leiten, wenn der Wille da ist. Eine Möglichkeit sind Mehrweg-Lieferboxen, wie sie in vielen Laboren schon lange im Einsatz sind.

Geht es um Nachhaltigkeit, sind Einwegprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen eine gute Alternative zu Plastik. Neben Papier und Karton gibt es immer mehr neue Produktentwicklungen beispielsweise Verpackungsflocken aus Maisstärke. Angesichts der steigenden Nachfrage ist es zu erwarten, dass die Auswahl und Qualität dieser Materialien weiter steigen, während die Preise sinken werden.

Auch bei Einwegmaterialien aus Kunststoff kann auf Umweltschutz geachtet werden. Wichtig ist, dass sie nach dem Einsatz problemlos recycelt werden können. Das ist bei Verbundmaterialien eher schwierig. Umweltfreundlicher sind sogenannte Monomaterialien, etwa aus PE oder PET. Hier gibt es sehr gut funktionierende Recyclingsysteme. Die Chancen stehen also gut, dass diese Verpackungsmaterialien am Ende nicht im Meer landen.