Intraoralscanner: Der Transfer der Daten von A nach B

Drei Tipps für die Auswahl des richtigen Intraoralscanners

Über die Vorteile vom Intraoralscanner haben wir schon häufig berichtet. Nun geht um die Auswahl des richtiges Systems für Ihre Praxis.

Bei der Auswahl des passenden Intraoralscanners gilt es, neben dem Handling und den Funktionalitäten besonders eine Herausforderung im Auge zu behalten: Wie kann der digitale Workflow optimal gestaltet werden? Sprich: Wie kann Zahnarzt die Daten aus dem Intraoralscanner dem Dentallabor zur Verfügung stellen?

Zahnarzt Dr. Mustermann möchte einen Datensatz aus seinem Intraoralscanner an das Labor senden um eine Krone fertigen lassen. Ganz schnell kann eine solche Anfrage zu Unruhe im Labor führen; und zwar dann, wenn mit einer anderen CAD-System gearbeitet wird. Was tun? Man könnte die Daten aus dem Intraoralscanner an ein Fertigungszentrum weiterleiten und ein physisches Modell ordern. Dieses Modell wird im Laborscanner digitalisiert und los geht die Konstruktion. Zugegeben, dies ist nicht im Sinne der Erfinder. Effizienter ist das direkte Weiterverarbeiten der Daten im Labor.

Dazu sollten Praxisinhaber aber bereits vor der Entscheidung für einen Intraoralscanner einige Punkte beachten. Die wichtigsten Tipps können Sie hier nachlesen.

Tipp 1: Blicken Sie auf die Schnittstellen im digitalen Workflow

Tauschen Sie sich vor der Anschaffung eines Intraoralscanners mit Ihrem Partnerlabor über digitale Schnittstellen aus.

Bei der Datenerfassung mit einem Intraoralscanner wird eine Punktewolke generiert und über die Flächenrückführung eine Übergabedatei (z. B. STL) errechnet. Diese Datei wird im Labor in die CAD-Software transferiert. Nach der Konstruktion erfolgt die Übergabe des CAD-Design an die CAM-Software. In dieser wird über ein internes Berechnungsformat eine weitere Übergabedatei (z. B. NC File) generiert.

Für ein bestmögliches Ergebnis sollten Schnittstellen harmonieren – die Daten vom Intraoralscanner müssen kompatibel mit der CAD-Software im Labor sein.

Tipp 2: Klären Sie für sich die Grundsatzfrage: Offenes oder geschlossenes System

Bei der Frage offenes vs. geschlossenes System sind viele Faktoren zu berücksichtigen.

Ein offener Intraoralscanner generiert Daten, die von Programmen anderer Hersteller gelesen werden können. Flexibilität durch offene Daten bietet z. B. CEREC seit der IDS 2017. Mit einem STL-Export der Scandaten können Zahnärzte die Daten an das Labor ihrer Wahl senden. Auch andere Mundscanner sind im offenen Format erhältlich. Doch aufgepasst: Offen bedeutet nicht immer wirklich offen. Manche Hersteller kodieren die STL-Dateien, sodass sie nur für herstellereigene Softwarelösungen sicher anwendbar sind. Die Datensätze aus dem Intraoralscanner können zwar weitergegeben werden, doch Kompatibilitätsprobleme sind nicht immer auszuschließen.

Bei geschlossenen Systemen unterliegt der Anwender des Intraoralscanners einer Systembindung. Vorteil: Die einzelnen Schnittstellen sind aufeinander abgestimmt und die Arbeitsgänge harmonieren. In der Regel wird mit cloudbasierten Systemen gearbeitet. Das Dentallabor lädt den Datensatz herunter und importiert die Daten in seine CAD-Einheit. Beim CEREC-System heißt die zentrale Plattform für den Datenaustausch Sirona Connect Portal. Bei 3Shape ermöglicht die Anwendung 3Shape Communicate in Kombination mit der TRIOS Inbox, über eine Cloud direkt Daten aus der entsprechend vernetzten Praxis zu erhalten. Auch Carestream arbeitet mit einer virtuellen Plattform: CS Connect.

Tipp 3: Lassen Sie sich bei diesen komplexen Fragen kompetent und händlerübergreifend beraten

Die Anschaffung eines Intraoralscanners ist eine gute Entscheidung! Wirklich Erfolg bringt das Gerät im Praxisalltag, wenn Sie im Vorfeld alle Aspekte berücksichtigen.

Wie Daten aus dem Intraoralscanner problemlos von Ihrem Partnerlabor verarbeitet werden können, darüber informieren die CAD/CAM-Experten von Henry Schein. Zu diesem komplexen Thema werden regelmäßig Seminare angeboten und zielgerichtet relevante Fragen beantwortet.

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