HS_Osstell_Beacon_1140x400

Erfahrungen mit der Osstell-Technologie zur Bewertung der Implantatstabilität – Interview mit Dr. Back

Eine erfolgreiche Osseointegration ist in der Implantologie zentraler Faktor, wenn es um die Bestimmung des richtigen Zeitpunkts für die finale Prothetik geht. Aber wann ist die Stabilität ausreichend, um die Prothetik zu befestigen? Dr. Michael Back berichtet im Interview, welche Erfahrung er in seiner Praxis mit der Osstell-Technologie und den Osstell Beacon gemacht hat.


Herr Dr. Back, Sie sind seit mehr als zehn Jahren als Implantologe tätig. Wie lange kennen Sie die Osstell-Technologie schon?
Dr. Back: Tatsächlich haben wir in unserer Praxis schon seit sechs oder sieben Jahren ein Osstell-Gerät im Gebrauch. Wir hatten also zunächst das kabelgebundene Modell, und in diesem Jahr haben wir den neuen Osstell Beacon bekommen. Unser Anliegen zu Beginn war es, dass wir beim Test von Implantaten den Stabilitätsfaktor als eine ergänzende Referenz zur klassischen Messung der Osseointegration Monitoren wollten. Und die Qualität der Daten hat uns absolut überzeugt.
Seitdem haben wir die Technologie hier im Einsatz und nutzen das Osstell auch im implantologischen Alltag, weil es verlässliche und eindeutige Informationen über die Primärstabilität liefert.

Wie viele Implantate haben Sie mit dieser Technologie schon ungefähr gemessen?
Ich denke, dass wir in den vergangenen Jahren in unserer Praxis ca. 800 Implantate mit der Osstell-Technologie geprüft haben. Seit etwa einem halben Jahr testen und nutzen wir den neuen Osstell Beacon, der ist kabellos und mobil und dadurch noch komfortabler in der Anwendung.

Oft kommt die Frage auf, inwiefern ein versierter Operateur dieses Verfahren überhaupt benötigt – was ist Ihre Einschätzung?
In meinen Augen hier das Entscheidende: Welchen Qualitätsanspruch hat man an sich und damit auch an die Referenz, mit der man sein Tun begründet.

Wir können in Bezug auf den Grad der Osseointegration auf guten Röntgenaufnahmen viel sehen. Die Osstell-Messung ermöglicht eine zusätzliche Bewertung, sie liefert einen objektiven und reproduzierbaren Wert in Bezug auf die tatsächliche Stabilität des Implantats. Deshalb bin ich der Meinung, dass man eine Referenz über die Qualität der Osseointegration nur mit dieser Technologie bekommt.

Ich empfehle das Verfahren grundsätzlich, wenn die Primärstabilität sehr gering war. Dann bietet ein guter Wert die notwendige Sicherheit, um ein Implantat für die Prothetik freizugeben.

Ein weiterer Fall, bei dem diese Technologie einen sehr deutlichen Mehrwert bietet, ist die Sofortimplanatation. Hier kann man mit dem Osstell problemlos eine Verlaufsmessung machen und sehr genau den Zeitpunkt erkennen, wann das Implantat für die finale Versorgung freigegeben werden kann.

Hat Ihnen die Technologie schon einen Misserfolg erspart?
Ich gehe davon aus, dass wir unseren Patienten einige Probleme ersparen, auch wenn das nicht immer offensichtlich ist. Aber ich habe zum Beispiel in einem Fall nach der Einheilphase festgestellt, dass keine ausreichende Osseointegration stattgefunden hat.

Das war im Röntgenbild nicht klar zu sehen, der Hinweis kam erst über die Messung. Mit dem Osstell war in diesem Fall gar keine Resonanz möglich, das ist ein relativ eindeutiges Zeichen, dass es nicht eingeheilt ist. In der klinischen Situation beim Entfernen des Implantats hat sich das dann auch bestätigt.

Es gibt immer mehr Risiko-Patienten. Welche Rolle spielt hier ein Monitoring des Einheilungsprozesses?
Das betrifft vor allem Patienten, die mit Bisphosphonaten therapiert werden. Ein verlässliches Monitoring der Einheilung ist bei diesen Patienten ganz entscheidend. Hier bekommt man mit der Technologie sehr schnell und sehr sicher eine Resonanz und kann sehen: heilt das ein oder nicht.

Aber auch alles was sofort versorgt wird, ist in der Implantologie ein Risiko und kann durch die Osstell-Technologie besser gemonitort werden – sofern es transgingival einheilt. Gerade bei Risiko-Patienten wird aber eher auf geschlossene Einheilung gesetzt, so dass die Technologie nicht in jedem Fall genutzt werden kann.

Herr Dr. Back, herzlichen Dank für das Interview


Über Dr. Michael Back

Dr. Michael Back führt gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Oliver Blume die Praxis Back & Blume in München, die das komplette Spektrum der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie für Erwachsene und Kinder anbietet.

Ausbildung und Qualifikationen

  • 2017 – Master of Science, Oralchirurgie und Implantologie
  • 2015 – „Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie“ zertifiziert durch die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI)
  • 2013 – Master of Science, Parodontologie und Implantattherapie
  • 2008 – „Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie“ und „Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie“ zertifiziert durch die LZÄK Rheinland-Pfalz
  • 2007 – Curriculum Implantologie der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI)
  • 2006 – Approbation an der Universität Erlangen-Nürnberg

Mitgliedschaften
Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI), Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde (DGZMK), Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DGPARO)

So funktioniert die Messung der Implantatstabilität mit dem Osstell

Osstell ist eine Technologie zur Messung der Stabilität eines Implantats und zur Überwachung der Osseointegration. Die Geräte helfen Implantologen, die Implantatstabilität objektiv und nicht-invasiv zu bestimmen und den Fortschritt der Osseointegration zu beurteilen. Dazu nutzt das Gerät eine proprietäre und evidenzbasierte RFA-Technologie, die auf mehr als 1000 wissenschaftlichen Studien basiert. Der Anwender erhält leicht zu interpretierende Ergebnisse anhand eines intuitiven Farbschemas auf Grundlage der ISQ-Skala.

Das Osstell Beacon bietet diese Technologie in einem mobilen und kabellosen Gerät. Es zeigt in Sekundenschnelle an, ob ein Implantat zum Einsetzen der Krone bereit ist. Über Bluetooth ist ein kabelloser Upload aller Implantatdaten auf die Plattform Osstell Connect zur Dokumentation möglich. Die Plattform bietet darüber hinaus weitere forensische Analysemöglichkeiten, so dass Zahnärzte langfristig Daten zu Heilungsdauer und Erfolgsquoten analysieren und die Daten der eigenen Praxis mit Durchschnittswerten anderer Osstell-Nutzer weltweit vergleichen können. Für Inhaber der Osstell Beacon ist der Zugriff auf Osstell Connect kostenlos.

Interessiert? Schauen Sie sich dieses Video an, um mehr zu erfahren.

Wir gehen mit Ihren Daten vertrauensvoll um. Die von Ihnen angegebenen Daten werden ausschließlich zur Abwicklung Ihrer Anfrage verwendet. Hierfür kann es erforderlich sein, dass Daten an andere Unternehmen weitergegeben werden, die für uns im Auftrag tätig werden (z. B. Hostingdienste). Weiterhin nehmen wir diese Daten zur besseren Anfragenabwicklung in unsere interne Kundendatenbank auf. Weitere Informationen zum Datenschutz bei Henry Schein finden Sie unter www.henryschein-dental.de/datenschutz.