Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis

Wie gelingt die Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis?

Das Wasser in der Behandlungseinheit muss Trinkwasserqualität haben, so das RKI. Doch wie sollte die Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis aussehen, um das zu gewährleisten? Wir sprachen mit Michael Wick (Adept Water).

 

Wasserhygiene ist für die Zahnarztpraxis ein brisantes Thema. Grundsätzlich gehört Trinkwasser in Deutschland zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Die Überwachung ist vorbildlich, sodass bei Problemen schnell reagiert werden kann.

Jüngstes Beispiel ist Aachen. Im Januar 2021 stellten die Behörden bei einer Routinekontrolle starke Verunreinigungen (Coli-Bakterien) im Wasser fest. Die Bevölkerung wurde schnell informiert und entsprechende Maßnahmen empfohlen (Wasser abkochen). Mittlerweile haben die Stadtwerke Aachen Entwarnung gegeben.

Verunreinigtes Trinkwasser als Herausforderung für die Zahnarztpraxis

Schaden an der Behandlungseinheit durch mangelnde Wasserhygiene in der Zahnarztpraxis
Kontaminiertes Wasser verursacht langfristig Schäden an der Behandlungseinheit.

Nun ist das Abkochen von Wasser für Tee, Kaffee und das Zubereiten von Speisen im privaten Haushalt zwar umständlich, aber realisierbar. Anders in der Zahnarztpraxis. Hier kommt das Wasser für die Behandlungseinheit direkt aus der Leitung.

Somit kann es theoretisch passieren, dass Bakterien oder Viren das Wasser für die Behandlung verunreinigen. Betroffen sind die Patienten und, nicht zu vergessen, auch das gesamte Behandlungsteam. Zwar gibt es in der Zahnarztpraxis die jährlichen Routineproben der Wasserqualität, doch bilden diese nur eine Momentaufnahme ab.

Praxishygiene – auch für Patienten ein wichtiges Thema

Hygiene in der Zahnarztpraxis ist für Patienten ein wichtiges Thema; das zeigte eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2018. Mehr als 90 Prozent der Befragten wünschen sich Informationen über die Praxishygiene.

Es ist anzunehmen, dass das Thema mit der Corona-Situation an Relevanz für den Patienten gewonnen hat. Und während die Bedrohung durch Viren in der Atemluft nur in eingeschränktem Maße beeinflusst werden kann, lässt sich die Praxishygiene aktiv steuern. Wichtiger Baustein ist die Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis.

Hier Beratung zu Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis anfragen.

Sauberes Wasser in der Behandlungseinheit ist kein Zufall

Der Vorfall in Aachen ist nur ein Beispiel dafür, dass sauberes Wasser für die Zahnarztpraxis nicht selbstverständlich ist. Grundsätzlich entstehen Verunreinigungen nicht nur innerhalb des Gebäudes (z. B. tote Leitungen), sondern – wie das Beispiel Aachen zeigt – können über das Trinkwasser in die Praxis gelangen.

Häufig sind es Baustellen, Reparaturen an Wasserleitungen, Einleitungen, Rückspülungen und andere Vorkommnisse, die diese schlechte Trinkwasserqualität verursachen. Zudem begünstigen Probleme im Gebäude bzw. in den Leitungen der Zahnarztpraxis die Verunreinigungen, z. B. bauliche Mängel, hydraulische Defizite, Stagnation durch selten genutzte Geräte oder defekte Armaturen.

Eine beständige hohe Trinkwasserqualität wird mit leistungsstarken Systemen speziell für die Wasserhygiene in der Zahnarztpraxis erreicht.

Otto Wiechert, Hygiene-Experte bei Henry Schein

Bei der Auswahl einer geeigneten Lösung zur Sicherstellung der Wasserhygiene müssen Praxisinhaber auf zwei wesentliche Punkte achten: nachgewiesene Effektivität in Bezug auf die Keimreduktion und Einhaltung der rechtlichen Vorgaben. Das Hygiene-Team von Henry Schein unterstützt Praxen seit vielen Jahren bei diesem wichtigen Thema.

Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis mit System

Viele Praxen nutzen Systeme, die zusätzlich Chlor in das Wasser der Praxis „impfen“.  Das Problem bei Coli-Bakterien besteht darin, dass Sie sich durch Chlor nicht so einfach beseitigen lassen.

Bereits im Jahr 2017 haben wir über die aussagekräftige Langzeituntersuchung der Charité Berlin zum BacTerminator (Adept Water) in zahnärztlichen Behandlungseinheiten berichtet (> Ergebnisse der Untersuchung der Charité als PDF). Das Hygowater® System präsentiert eine Technik, die alle gültigen Normen, Richtlinien und Gesetze einhält.

 

Wir haben mit Michael Wick (CEO Adept Water, Hersteller des Hygowater® Systems) gesprochen. Ziel ist es, der Zahnarztpraxis die Möglichkeit einer hohen Sicherheit darzustellen.

Herr Wick, Sie haben sprichwörtlich „Wasser studiert“. Was ist so gefährlich an schlechter Wasserhygiene in der Zahnarztpraxis?

Michael Wick über Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis
Michael Wick (CEO Adept Water)

Michael Wick: Wasser und Leben sind eng miteinander verbunden. Sprich: Wo Wasser ist, ist normalerweise auch irgendeine Art von Leben darin. Wenn wir nicht vorsichtig sind, könnten können einige dieser Lebewesen leider krankheitserregend für den Menschen sein.

In unserem Teil der Welt ist das Trinkwassersystem gut aufgebaut – das heißt, wir transportieren das Wasser unterirdisch bei niedrigen Temperaturen mit hoher Geschwindigkeit in gut konzipierten Verteilungssystemen. In diesen Systemen wachsen Bakterien, aber aufgrund der niedrigen Temperatur und der Konstruktion sind diese für den Menschen nicht pathogen.

Aber sobald das Wasser in Gebäude gelangt, ändert sich dies. Die Art der Bakterien verändert sich im Wasser auf Grund von alten und nicht gut konstruierten Rohren oder Rohre, die nicht benutzt werden (tote Leitungen) und einer steigenden Temperatur. Dann besteht die Möglichkeit, dass sich pathogene Bakterien im Wassersystem befinden.

Diese Bakterien, die sich an den Wänden der Rohre ansiedeln (Biofilm) und vor allem die Legionellen, können zu Problemen führen, da sie eine sehr ernste Lungenentzündung verursachen und tödlich sein können – aber auch Pseudomonaden können ein Problem darstellen.

Wenn man sich den Zahnarztstuhl ansieht, kann das Problem sogar noch ernster sein: Hier steigt die Wassertemperatur noch mehr an, und die Durchflussrate ist geringer – das sind sehr gute Bedingungen für das Wachstum von Biofilmen und einigen pathogenen Mikroorganismen.

Die Art und Weise, wie wir das Wasser in den Behandlungsstühlen verwenden, stellt ein potenzielles Problem für das Wachstum von Biofilmen dar – daher ist die Wasserhygiene im Behandlungsstuhl so extrem wichtig (Spülung, Desinfektion und regelmäßige Kontrolle).

Es ist aber auch wichtig, dass das Wasser, das an den Behandlungsstuhl angeschlossen ist, von guter Qualität ist. Denken Sie daran, dass viele Instrumente Aerosole erzeugen – Scaler, Bohrer, Spritze – was bedeutet, dass das Wasser mit „direktem“ Zugang zum Körper in die Lunge gelangt – es gibt keinen „Filter“ wie beim Trinken von Wasser, und der Magen tötet das meiste schlechte Zeug ab.

Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO empfiehlt, den Stuhl jeden Morgen drei Minuten zu spülen. Reicht das Ihrer Meinung nach?

Es ist fast unmöglich, Biofilm im Behandlungsstuhl zu vermeiden. Über Nacht, wenn das Wasser nicht benutzt wird, gibt der Biofilm Bakterien an das Wasser ab – das heißt, morgens und nach dem Wochenende kann die Konzentration der Bakterien im Wasser sehr hoch sein.

Durch die Spülung wird die hohe Bakterienbelastung entfernt und ein „normaleres“ niedriges Niveau erreicht. Es ist also weniger die Zeit, die eine Rolle spielt, sondern eher, dass alle Rohre (und der Luftspalt) drei bis fünf Mal gespült werden.

Und wenn der Zahnarzt ein Desinfektionssystem nutzt, sollte er sicherstellen, dass der richtige Pegel an Desinfektionsmittel im Wasser an den Geräten vorhanden ist bevor es in Betrieb genommen wird. Hier sollte man die Anweisungen des Herstellers befolgen.

Was macht das patentierte System von Adept zur Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis so gut, dass es sogar die Charité überzeugen konnte?

Die meisten Wasserdesinfektionssysteme, die für Behandlungsstühle verwendet werden, sind sehr einfache chemische Dosiersysteme, die nur dafür ausgelegt sind, eingehendes Wasser mit gleichbleibend hoher Qualität zu behandeln und das Biofilm-Wachstum in den Leitungen zu reduzieren. Sie sind nicht dafür ausgelegt, eingehendes Wasser zu behandeln, das zum Beispiel mit Legionellen kontaminiert oder verschmutzt ist.

Das exklusiv von Dürr Dental vertriebene Adept-System – Hygowater® – ist ein komplettes Wasseraufbereitungssystem. Wenn Sie Wasser desinfizieren wollen, ist die erste Regel, das Wasser zu reinigen. Das Hygowater-System entfernt Ablagerungen, damit sie sich nicht in Leitungen, Ventilen und Instrumenten ansetzen, und entfernt Feinpartikel sowie organische Stoffe vor der Desinfektion.

Dann wird trinkwasserzugelassenes Aktivchlor direkt im Wasserstrom aus (Natrium-)Chlorid (Kochsalz) in Trinkwasserdesinfektionsstufen erzeugt, um Bakterien abzutöten und das Biofilm-Wachstum zu reduzieren.

Darüber hinaus gibt es einen Bakterienfilter, der verhindert, dass Bakterien aus dem einlaufenden Wasser in den Behandlungsstuhl gelangen. Das bedeutet, dass das Hygowater-System das einzige System ist, das nicht nur das Biofilm-Wachstum reduziert, sondern auch die Patienten vor „schlechtem“ Wasser schützt, das oft in alten Rohrleitungssystemen oder sogar in Verbindung mit Sanitärarbeiten oder verunreinigtem Trinkwasser vorkommt.

Darüber hinaus ist das Hygowater-System eines der wenigen Systeme, das ein für Trinkwasser zugelassenes Desinfektionsmittel verwendet.

Das heißt, dass das Hygowater-System nicht nur Schutz vor Legionellen, sondern auch gegen Coli- und andere Bakterien bietet?

Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis lohnt sich
Ohne Wasseraufbereitung sieht es in der Behandlungseinheit schnell so aus.

Der große Unterschied zwischen dem Hygowater®-System und anderen Systemen für die Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis besteht darin, dass es den Behandlungsstuhl vor kontaminiertem einströmendem Wasser schützt. Wenn beispielsweise E. coli im Wasser gemessen wird, liegt das daran, dass das Trinkwasser von außen kontaminiert ist.

E. coli lebt nicht im Wasser sondern es ist ein sogenanntes Indikatorbakterium für eine Verunreinigung von außen. Deshalb ist es wichtig, ein System mit mehreren Barrieren in Ihrem Desinfektionssystem zu haben.

Ein chemisches System reicht nicht aus, um Bakterien oder andere Mikroorganismen aus dem einströmenden Wasser abzutöten, da es Zeit benötigt und nur für die Kontrolle des Biofilms ausgelegt ist.

Das Hygowater® System hat ein 3-stufiges mikrobiologisches Desinfektionssystem: Stufe 1 ist die Elektrolyse selbst – diese tötet die meisten Bakterien sofort ab. Schritt 2 ist das erzeugte Aktivchlor, das nicht nur den Biofilm kontrolliert, sondern auch überlebende Mikroorganismen abtötet. Stufe 3 ist der einzigartige Biozonenfilter. Dies ist ein Filter, der so fein ist, dass er Mikroorganismen abtötet, aber auch selbst desinfizierend wirkt, da er nach der Aktivchlorproduktion angeordnet ist.

Das Ergebnis ist das effizienteste Desinfektionssystem für Brauchwasser für und in Wasserleitungen von Dentaleinheiten.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Wick!

 

Das Hygiene-Team von Henry Schein unterstützt Praxen seit vielen Jahren beim wichtigen Thema der Wasserhygiene. Wir orientieren uns bei Produktempfehlungen grundsätzlich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mit dem Hygowater® System (ehemals BacTerminator Dental) sind Zahnärzte auf der sicheren Seite.

- Otto Wiechert, Hygiene-Spezialist bei Henry Schein

 

 

Hygowatersystem zur Wasseraufbereitung an der BehandlungseinheitDas Hygowater® Wasseraufbereitungsgerät mit DVGW-Zertifikat für dentale Behandlungseinheiten.
Das Herzstück des Hygowater® ist die einzigartige, patentierte Technik, durch die das Wasser nach dem Prinzip der Elektrolyse durch eine hocheffektive Desinfektionskammer gepumpt wird. In der Desinfektionskammer werden einige der natürlich vorkommenden Salze in freies Chlor und hypochlorige Säure umgewandelt, die 50- bis 100-mal effektiver desinfiziert als normales Chlor.
Dies ermöglicht eine sehr hohe Desinfektionsrate bei sehr niedrigen Konzentrationen von freiem Chlor.
Weitere Informationen zur Wasseraufbereitung in der Zahnarztpraxis mit dem  Hygowater-System finden Sie im > Henry Schein Shop.

 

 

 

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