Aerosolmanagement in der Prophylaxe

Aerosolmanagement in der Prophylaxe: von der Saugleistung bis zur optimalen Kanüle

Spraynebel ist eine unvermeidbare Folge der Prophylaxe in der Zahnarztpraxis. Wir zeigen, mit welchen Maßnahmen der Spraynebel kontrolliert und damit die Entstehung von potentiell infektiösen Aerosolen noch im Mund minimiert werden kann.

 

Während der Prophylaxe und anderer Behandlungen werden Teile des Spraynebels, der potentiell pathogene Keime enthalten kann, bis zu zwei Meter in der Raumluft verteilt. Das Aerosolmanagement, also die wirksame Verminderung von potentiell pathogenen Aerosolen, gehört deshalb seit Beginn der Corona-Krise zu den besonderen Herausforderungen in der zahnärztlichen Prophylaxe.

Grundsätzlich zielen die Maßnahmen nicht nur auf Corona-Viren, sondern auf alle Erreger, die über die Luft übertragen werden können. Für eine Übertragung der SARS-CoV-2-Viren durch Aerosole in der Zahnarztpraxis gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise. Dennoch empfehlen BZÄK und LZKH im Kontext der Corona-Pandemie, dass Zahnarztpraxen die Entstehung und Verbreitung von Aerosolen derzeit besonders wirksam vermindern sollen.

Dazu werden von den Kammern Maßnahmen in drei Bereichen empfohlen:

  1. Effektive Absaugung des Spraynebels im Patientenmund
  2. Antivirale Mundspülungen zur Keimreduktion
  3. Luftaustausch durch Lüften oder geeignete Luftfilter

Effektive Absaugung des Spraynebels im Patientenmund: Saugleistung, Kanüle, Absaugtechnik

Um die Entstehung belasteter Aerosole zu vermeiden, muss direkt im Patientenmund angesetzt werden. Entscheidend für eine effektive Spraynebelabsaugung im Mund ist das Saugvolumen an der Kanüle.

Bis zu 300 Liter pro Minute sollte eine Kanüle absaugen, um die Aerosolbildung wirksam einzuschränken. Das gelingt nur mit einer leistungsfähigen Absauganlage und bei Verwendung einer ausreichend großen Absaugkanüle. Ein normaler Speichelzieher und einige andere Kanüle haben einen kleinen Durchmesser, der das Saugvolumen zu stark reduziert. Auch eine falsche Handhabung der Kanüle kann die Effektivität der Saugleitung beeinträchtigen.

„Eine gute Spraynebelabsaugung im Mund ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur Reduktion von Aerosolen. Auch ein Chairside-Luftreiniger direkt neben der Behandlungseinheit kann eine leistungsfähige Absaugung im Mund nicht ersetzen, diese aber wirksam ergänzen. Selbstverständlich sind Maßnahmen wie die persönliche Schutzausrüstung, die vorschriftsmäßige Aufbereitung der Kanüle und die Desinfektion der Oberflächen nach jeder Behandlung in jedem Fall weiter notwendig, um die Mitarbeiter und Patienten zu schützen.“

- Otto Wiechert, Hygiene-Spezialist, Henry Schein Dental

Moderne Prophylaxe-Kanülen können Aerosolmanagement optimieren

Moderne Kanülen für das Aerosolmanagement Prophylaxe

Mit einer ausreichend großen und entsprechend geformten Kanüle kann, der sogenannte Spraynebelrückprall, also der im Mund am Ort der Behandlung zurückprallende Spraynebel sowie die dabei entstehenden Aerosole noch im Mund des Patienten abgesaugt werden.

Während der Prophylaxe vermischen sich im Spraynebel Wasser, Speichel, Blut sowie Mikroorganismen von Schleimhäuten und Belägen mit dem verwendeten Pulver oder Polierpasten. Das erhöht die Menge des erzeugten Spraynebels zusätzlich.

Deshalb werden an dieser Stelle spezielle großvolumige Prophylaxe-Kanülen empfohlen. Ein großer Trichter oder ein Schutzschild sorgen für eine erweiterte Aufnahmefläche beim Auffangen des Spraynebelrückpralls. So wird keimbelasteter Spraynebel effektiv reduziert und die Sicherheit von Mitarbeitern und Patienten erhöht. Wichtig sind auch Lufteinlässe an der Kanüle, denn sie minimieren das Risiko für einen Rückfluss aus dem Saugsystem in den Mund.

Ausgangspunkt einer effektiven Absaugung: Die Leistung der Saugmaschine

Die Saugmaschine sollte an jeder Einheit ein Absaugvolumen von mindestens 250, optimal 300 Litern pro Minute erzielen. Der Technische Service kann das Saugvolumen mit einem speziellen Messgerät an den großen Kanülen testen.

In einigen Praxen ist die Kapazität der Saugmaschine, etwa nach einer Praxiserweiterung, nicht mehr ausreichend für die tatsächlich genutzte Anzahl der Behandlungsstühle. Auch mangelnde Pflege kann die Saugleistung reduzieren.

Denken Sie an die regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Saugmaschine und den Filtertausch. Eine regelmäßige Wartung der Saugmaschine durch den Technischen Service ist empfehlenswert, um Probleme frühzeitig zu erkennen und keine Arbeiten zu vergessen.

In der Regel empfiehlt es sich, die zentrale Saugmaschine mit einem Abluftfilter nachzurüsten, damit die potentiell kontaminierte Luft nicht an anderer Stelle zu einem Hygienerisiko wird.

Technik ist alles: Korrekte Handhabung der Absaug-Kanüle

Aerosolmanagment: Handhabung der Kanüle bei der ProphylaxeBei der Absaugung während der Prophylaxe kommt es in besonderem Maße auf die richtige Handhabung der Kanüle an. Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt vierhändiges Arbeiten. In der Prophylaxe-Behandlung verbessert z.B. die sogenannte Drei-Hand-Technik die Kontrolle über die Positionierung der Kanüle.

Mitarbeiter können  die richtigen Halte- und Absaugtechniken der Prophylaxe in Fortbildungen erlernen.

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Tipp: Eine ergonomisch geformte Kanüle mit großem Schutzschild unterstützt gerade in der Prophylaxe bei der richtigen Positionierung der Absaugung im Mund.

Antivirale Spülung des Mund- Rachenraums reduziert Keimbelastung beim Patienten

Eine weitere ergänzende Maßnahme zur Lufthygiene, die im Zuge der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen hat, ist die orale Antiseptik. Eine antivirale Mundspülung vor Behandlungsbeginn kann dazu beitragen, die Risiken einer Infektionsübertragung zu minimieren.

Es ist darauf zu achten, dass die verwendeten Produkte eine nachgewiesene viruzide Wirkung haben. Bekannteste Produktgruppe zur oralen Antiseptik sind Chlorhexidin-Mundspülungen. Es gibt aber auch viruzide alkohol- und chlorhexidinfreie Mundspülungen, zum Beispiel die Mundspüllösung von HS-Acclean, die in einem quantitativen Suspensionsversuch erfolgreich auf antivirale Wirkung – auch an einem Corona-Virus – getestet wurde (> Acclean Mundspülung im Henry Schein Shop).

Lüften und Luftreinigung

Auch mit den oben genannten Maßnahmen lässt sich die Entstehung und Verteilung kontaminierter Aerosole nicht zu hundert Prozent verringern. Das regelmäßige Lüften der Praxisräume – in den Behandlungsräumen nach jedem Patienten – ist weiterhin wichtig, solange die Bevölkerung nicht ausreichend gegen das neue Corona-Virus geimpft ist.

Eine gute Ergänzung sind Luftreiniger. Was Sie über die Wirksamkeit der Geräte wissen müssen und bei der Investition in einen Luftreiniger bedenken sollten, haben wir im Beitrag > Luftreiniger in der Zahnarztpraxis zusammengefasst.

Höhere Aerosolaufnahme im Mund durch spezielle Aerosol-Kanüle

Für eine maximale Aerosolaufnahme bereits im Patientenmund empfiehlt der Hersteller Dürr Dental seine spezielle Aerosol-Kanüle. Einsatzbereich ist die Prophylaxe, aber auch jede prothetische Behandlung, bei der die Entstehung von Aerosolen schon im Patientenmund reduziert werden soll.

Die Kanüle hat ein großes drehbares Schutzschild. Gerade in der Prophylaxe wird so der Pulverstrahl, der von den Zähnen abprallt, effektiv abgesaugt und zugleich die Mundschleimhaut geschützt. So wird as Pulver im Patientenumfeld deutlich weniger vernebelt. Zugleich kann die Kanüle besonders gut große Menge aufnehmen.

Eine ergonomische Form der Kanülen und das flexibel anpassbare Schutzschild erleichtern die Handhabung. So ist die Sprayaufnahme durch die Kanüle auch bei nicht optimaler Haltetechnik noch gut. Durch die hohe Aerosolaufnahme ist diese Kanüle darüber hinaus ideal für die Behandlung ohne Assistenz. Nebenlufteinlässe sorgen für bestmöglichen Schutz vor Reflux aus dem Saugsystem.

Mehr zu Prophylaxekanülen im Henry Schein Shop

 

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