Corona Zahnarztpraxis Hilfen

Corona-Krise: Wirtschaftliche Hilfe für die Zahnarztpraxis

Praxen sind auch wirtschaftlich von den massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund der Corona-Pandemie betroffen – bis hin zu einer Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz. Wir zeigen, welche finanziellen Hilfen für die Zahnarztpraxis jetzt möglich sind.

 

Corona-Hilfen für Zahnarztpraxen zur Verfügung. Denn auch für Praxisinhaber kann die Corona-Krise weitreichende wirtschaftliche Folgen haben. Abgesagte Termine, fehlende Mitarbeiter, Quarantänemaßnahmen und die allgemeine Verunsicherung führen dazu, dass Zahnarztpraxen für einige Zeit schließen müssen oder Umsatzeinbrüche erleben.

Auf verschiedenen politischen Ebenen wurden in den letzten Monaten umfassende Hilfen für Unternehmen und Selbständige versprochen und zum Teil bereits verabschiedet. Doch welche dieser wirtschaftlichen Hilfen berücksichtigen Zahnarztpraxen? Wir haben für Sie eine Übersicht über die Maßnahmen erstellt und die wichtigsten Links zu weiterführenden Informationen zusammengetragen.

Corona-Hilfen auch für die Zahnarztpraxis: Diese Maßnahmen gibt es

Die Bundesregierung hat in Rekordtempo ein Maßnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Schäden geschnürt. Ziel ist es, Kündigungen soweit wie möglich zu vermeiden und Firmen und Betriebe trotz Umsatzeinbußen mit ausreichend Liquidität auszustatten, damit sie ohne Insolvenz durch die Krise kommen.

Zu den Maßnahmen gehören vor allem Steuerstundungen, Senkung von Steuervorauszahlungen, Krediterleichterungen und Kurzarbeit. Auch Praxisinhaber sollten bei finanziellen Schwierigkeiten vollumfänglich prüfen, ob die Hilfsangebote für sie infrage kommen.

Das Wirtschaftsministerium hat in einem Dossier umfassende Informationen zur Unterstützung von Unternehmen zusammengestellt > Corona-Dossier des BMWI. Auch die einzelnen Bundesländer haben Hilfsprogramme aufgelegt. Für mehr Informationen über die Hilfsprogramme im Bundesland Ihrer Praxis wenden sie sich bitte an die > Anlaufstellen der einzelnen Bundesländer für Corona-Soforthilfen (BMWI) .

Hilfreich ist auch die Förderdatenbank des Wirtschaftsministeriums, die eine gezielte Suche nach geeigneten Förderprogrammen ermöglicht. Hier kann nicht nur nach Bundesländern und Unternehmensformen, sondern auch konkret nach aktuellen Förderprogrammen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie (Corona-Hilfen) gesucht werden > Corona-Hilfen in der Förderdatenbank (BMWI).

Im Fall von Quarantänemaßnahmen und Schließungen auf Basis des Infektionsschutzgesetzes haben Inhaber und Mitarbeiter Anspruch auf Entschädigung. Weitere Informationen dazu haben wir im Artikel > Corona: Was tun bei Schliessung von Zahnarztpraxis oder Dentallabor zusammengefasst.

Corona-Rettungschirm auch für niedergelassene Zahnärzte?

Update 4. Mai 2020:  Zahnärzte bekommen für das Jahr 2020 auch bei gesunkener Fallzahl zunächst 90 Prozent der Vergütung aus dem letzten Jahr, um so die Liquidität der Praxen zu sichern. Hintergrund sind die Rückgänge bei den Patientenzahlen durch die Corona-Pandemie. In der vom Bundesministerium für Gesundheit erlassenen > COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung (COVID-19-VSt-SchutzV) vom 30. April sind – im Gegensatz zum ursprünglichen Entwurf – aber nur noch kurzfristige Liquiditätshilfen für Zahnarztpraxen vorgesehen, die von den Praxisinhabern vollständig zurückgezahlt werden müssen. Anders als Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten erhalten Vertragszahnärzte damit keinen „Rettungsschirm“ mit Ausgleichszahlungen für Umsatzeinbußen infolge der Coronavirus-Krise.

„Statt echter Hilfen wird den Zahnärzten lediglich ein Kredit zugedacht – verbunden mit der fast schon zynischen Begründung, Zahnärzte könnten ihre Verluste doch im Laufe des Jahres durch Mehrarbeit wieder ausgleichen. Das ist eine Wette auf die Zukunft zu Lasten der Kollegenschaft, die auch in der Krise bereit ist, ihren Patienten zur Seite zu stehen.“

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel

Die ursprünglichen Pläne sahen vor, dass auch die Zahnärzte am Ende des Jahres einen Teil der zu viel gezahlten Summe als zusätzliche Hilfe behalten können. Das Gesundheitsministerium hatte bereits Anfang April mitgeteilt, dass auch die Einnahmeausfälle von Zahnärzten und anderen Akteuren des Gesundheitswesens abgefedert werden sollen. Medienberichten zufolge war zunächst geplant, dass die Praxen dann 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe nicht zurückzahlen müssten.

Kurzarbeitergeld grundsätzlich auch für Zahnarztpraxen

Update 12. Mai 2020: Die Bundeszahnärztekammer  (BZÄK) informiert, dass nun auch Zahnärzte und weitere Leistungserbringer im Gesundheitswesen grundsätzlich Kurzarbeitergeld erhalten können. Bis vor kurzem seien Anträge auf Kurzarbeitergeld noch mit Hinweis auf Ausgleichszahlungen und einen kommenden Rettungsschirm pauschal zurückgewiesen worden. Dies wurde durch die BZÄK scharf kritisiert. Die Bundesagentur für Arbeit  werde nun die Ansprüche von Zahnarztpraxen auf Kurzarbeitergeld in jedem Einzelfall prüfen, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel.

Die BZÄK informiert Zahnärzte und Ihre Mitarbeiter über die aktuellen Regelungen zum Kurzarbeitergeld in der Zahnarztpraxis in einem > Positionspapier zum Kurzarbeitergeld in der Zahnarztpraxis unter Berücksichtigung der Änderungen durch die Bundesregierung (BZÄK,11. Mai 2020).

Informationen und Erklär-Video der Arbeitsagentur zum Kurzarbeitergeld

Die Bundesagentur für Arbeit informiert allgemein betroffene Unternehmen auf ihrer Homepage über Kurzarbeitergeld und lotst die Nutzer, die Kurzarbeit anzeigen oder beantragen wollen, durch alle Fragen. Die hier eingestellten Informationen gelten sowohl, wenn Arbeitsausfälle durch das Corona-Virus als auch andere konjunkturellen Ursachen entstehen > Arbeitsagentur: Informationen für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld.

Telefonisch ist der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800-4555520 zu erreichen.

 

 

Liquiditätshilfe der Bundesregierung: Kredithilfe über die KfW

Im Rahmen der Maßnahmen der Bundesregierung wird die KfW bestehende Kredite für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler nutzen, indem sie die Zugangsbedingungen und Konditionen verbessert. Es handelt sich also nicht um Zuschüsse, sondern um erleichterte Kreditbedingungen.

Auf ihrer Homepage stellt die KfW > detaillierte Informationen zu diesen Krediten bereit. Für günstige Kredite, die die Förderbank KfW vergibt, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausbank. Diese berät Sie, welche Förderungen infrage kommen und hilft bei der Antragstellung.

Auch die Gewährung von Steuerstundungen wird erleichtert, Vorauszahlungen können leichter angepasst werden und auf Vollstreckungsmaßnahmen bzw. Säumniszuschläge wird bis Ende 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist. Zahnarztpraxen und ihre Inhaber wenden sich für diese Hilfen direkt an > ihr zuständiges Finanzamt oder ihren Steuerberater.

Weiterhin kann es für eine Zahnarztpraxis unter Umständen sinnvoll sein, den Verfügungsrahmen von Kontokorrentkrediten vorsorglich zu erhöhen. Diese Erhöhung ist zunächst unabhängig davon, ob diese Kredite am Ende auch tatsächlich in Anspruch genommen werden. Der Rat lautet hier: Warten Sie hier nicht ab, bis alle Unternehmen mit diesem Anliegen auf Ihre Banken zugehen.

Auch das Insolvenzrecht wird an die aktuelle Lage angepasst. Die Regierung will damit verhindern, dass Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, bevor die beschlossenen Hilfen ankommen. Das Justizministerium flankiert das Hilfspaket der Bundesregierung mit einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 für betroffene Unternehmen > Pressemitteilung des Bundesjustizministeriums zur Insolvenzantragspflicht.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat für wirtschaftsbezogene Fragen im Kontext der Corona-Epidemie eine Hotline eingerichtet: 030-186151515.

Antworten auf länderspezifische Fragen zu Corona-Hilfen für Zahnarztpraxen bieten die KZVen und LZÄK.

Haben Sie im Kontext der Corona-Krise weitere Fragen zu wirtschaftlichen Hilfen für Ihre Zahnarztpraxis? Die Kammern und KZVen haben für Zahnärzte Hotlines und zentrale E-Mail-Adressen zum Thema Corona/Sars-CoV-2/COVID 19 eingerichtet.

Da viele der konkreten Fragestellungen landesspezifisch sind, hat die KZBV eine Übersicht mit allen Kontaktdaten der Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner in den Ländern erstellt > Hotlines von Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Landeszahnärztekammern.

Für Zahntechnische Labore gelten zum Teil andere Regelungen und wirtschaftliche Hilfen. Laborinhaber finden im Beitrag > Dentallabore in der Corona-Krise. Ein 12-Punkte-Programm spezifische Informationen zu Handlungsoptionen in der aktuellen Situation.