Corona Zahnarztpraxis Hilfen

Corona-Krise: Wirtschaftliche Hilfen für Zahnarztpraxis und Dentallabor

Zahnarztpraxen und Dentallabore sind wie viele andere Unternehmen von den massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens betroffen – bis hin zu einer Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz. Wir zeigen, welche finanziellen Hilfen jetzt möglich sind.

 

Für Praxis- und Laborinhaber kann die Corona-Krise weitreichende wirtschaftliche Folgen haben. Abgesagte Termine, fehlende Mitarbeiter, Quarantänemaßnahmen und die allgemeine Verunsicherung führen dazu, dass auch Zahnarztpraxen und Labore für einige Zeit schließen müssen oder Umsatzeinbrüche erleben.

Auf verschiedenen politischen Ebenen wurden in den letzten Tagen umfassende Hilfen für Unternehmen und Selbständige versprochen und zum Teil bereits verabschiedet. Wir haben für Sie eine Übersicht über die Maßnahmen erstellt und die wichtigsten Links zu weiterführenden Informationen zusammengetragen.

Staatliche Hilfe für Zahnarztpraxen und Dentallabore in Zeiten von Corona

Die Bundesregierung hat in Rekordtempo ein Maßnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Schäden geschnürt. Ziel ist es, Kündigungen soweit wie möglich zu vermeiden und Firmen und Betriebe trotz Umsatzeinbußen mit ausreichend Liquidität auszustatten, damit sie ohne Insolvenz durch die Krise kommen.

Zu den Maßnahmen gehören vor allem Steuerstundungen, Senkung von Steuervorauszahlungen, Krediterleichterungen und Kurzarbeit. Auch Praxis- oder Laborinhaber sollten bei finanziellen Schwierigkeiten vollumfänglich prüfen, ob die Hilfsangebote für sie infrage kommen.

Das Wirtschaftsministerium hat in einem Dossier umfassende Informationen zur Unterstützung von Unternehmen zusammengestellt > Corona-Dossier des BMWI.

Hilfreich ist auch die Förderdatenbank des Wirtschaftsministeriums, die eine gezielte Suche nach geeigneten Förderprogrammen ermöglicht. Hier kann nicht nur nach Bundesländern und Unternehmensformen, sondern auch konkret nach aktuellen Förderprogrammen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie (Corona-Hilfen) gesucht werden > Corona-Hilfen in der Förderdatenbank (BMWI).

Im Fall von Quarantänemaßnahmen und Schließungen auf Basis des Infektionsschutzgesetzes haben Inhaber und Mitarbeiter Anspruch auf Entschädigung. Weitere Informationen dazu haben wir im Artikel > Corona: Was tun bei Schliessung von Zahnarztpraxis oder Dentallabor zusammengefasst.

Kurzarbeit in Zahnarztpraxis und Dentallabor

Die Bundesagentur für Arbeit informiert betroffene Unternehmen auf ihrer Homepage über Kurzarbeitergeld und lotst die Nutzer, die Kurzarbeit anzeigen oder beantragen wollen, durch alle Fragen. Die hier eingestellten Informationen gelten sowohl, wenn Ihnen Arbeitsausfälle durch das Corona-Virus als auch andere konjunkturellen Ursachen entstehen. Wichtig sind besonders die Hinweise zur Anzeige von Kurzarbeit > Arbeitsagentur: Informationen für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld.

Erklär-Video der Arbeitsagentur: Kurzarbeitergeld

Telefonisch ist der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800-4555520 zu erreichen.

Auch die Bundeszahnärztekammer informierte Zahnärzte und Ihre Mitarbeiter am 18. März in einem Positionspapier zum Kurzarbeitergeld in der Zahnarztpraxis unter Berücksichtigung der beabsichtigten Änderungen durch die Bundesregierung > Kurzarbeitergeld in der Zahnarztpraxis (BZÄK).

Dentallabore finden bei den Handwerkskammern weiterführende Informationen dazu, welche Hilfen es gibt und was sie konkret beim Thema Corona-Virus beachten sollten. Siehe dazu unter anderem die > Corona-Sonderseiten des  Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) und die > Corona-Seite des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Liquiditätshilfe der Bundesregierung: Kredithilfe über die KfW

Im Rahmen der Maßnahmen der Bundesregierung wird die KfW bestehenden Kredite für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler nutzen, indem sie die Zugangsbedingungen und Konditionen verbessert. Es handelt sich also nicht um Zuschüsse, sondern um erleichterte Kreditbedingungen.

Auf ihrer Homepage stellt die KfW > detaillierte Informationen zu diesen Krediten bereit. Für günstige Kredite, die die Förderbank KfW vergibt, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausbank. Diese berät Sie, welche Förderungen infrage kommen und hilft bei der Antragstellung.

Auch die Gewährung von Steuerstundungen wird erleichtert, Vorauszahlungen können leichter angepasst werden und auf Vollstreckungsmaßnahmen bzw. Säumniszuschläge wird bis Ende 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist. Praxis- und Laborinhaber wenden sich hierfür direkt an > Ihr zuständiges Finanzamt oder Ihren Steuerberater.

Weiterhin kann es für Inhaber von Praxen und Laboren unter Umständen sinnvoll sein, den Verfügungsrahmen von Kontokorrentkrediten vorsorglich zu erhöhen – unabhängig davon, ob Sie diesen auch tatsächlich in Anspruch nehmen müssen. Der Rat lautet hier: Warten Sie hier nicht ab, bis alle Unternehmen mit diesem Anliegen auf Ihre Banken zugehen.

Auch das Insolvenzrecht wird an die aktuelle Lage angepasst. So soll die Pflicht zum Insolvenzantrag für Unternehmen ausgesetzt werden, die durch die Corona-Pandemie in ihrer Existenz gefährdet sind. Das Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz will damit verhindern, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen. Das Justizministerium flankiert das Hilfspaket der Bundesregierung mit einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 für betroffene Unternehmen > Pressemitteilung des Bundesjustizministeriums zur Insolvenzantragspflicht.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat für wirtschaftsbezogene Fragen im Kontext der Corona-Epidemie eine Hotline eingerichtet: 030-186151515.

Schutzschirm für Krankenhäuser auf Zahnarztpraxen ausweiten?

KZBV und BZÄK haben sich dafür ausgesprochen, den finanziellen Schutzschirm für Krankenhäuser in Deutschland auch für Zahnarztpraxen anzuwenden, damit die zahnärztliche Versorgung in der Fläche auch zukünftig sichergestellt wird > Gemeinsame Presseerklärung der BZÄK und KZBV (20. März 2020).

Antworten auf länderspezifische Fragen bieten die KZVen und LZÄK.

Haben Sie Fragen, die an dieser Stelle und in den verlinkten Informationen nicht beantwortet werden? Die Kammern und KZVen haben Hotlines und zentrale E-Mail-Adressen zum Thema Corona/Sars-CoV-2/COVID 19 eingerichtet, an die sich Zahnarztpraxen und Praxismitarbeiter wenden können.

Da viele der konkreten Fragestellungen landesspezifisch sind, hat die KZBV hat eine Übersicht mit allen Kontaktdaten der Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner in den Ländern erstellt > Hotlines von Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Landeszahnärztekammern.