Digitale Fertigungstechnologien

Digitale Fertigungstechnologien im Fokus

CAD/CAM-Fertigung: Machen wir! 3D-Druck: Kennen wir! Manuell: Lieben wir!“ – So kann man den Status der digitalen Fertigungstechnologien in deutschen Dentallaboren zusammenfassen. Aber wohin geht die Reise bei der Fertigung? Welche Trends gibt es und welche Innovationen sollte man sich auf der IDS anschauen? Wir haben uns für Sie umgehört.

Alles bleibt anders im Dentallabor

Prinzipiell sind gegenüber der IDS 2015 kaum wirklich neuen Technologien zu sehen. Aber – und das ist fast noch wertvoller – Weiterentwicklungen! Ob im Bereich CAD/CAM-Fräsen und -Schleifen oder beim 3D-Druck, neue Geräte-Generationen bieten:

  • eine verbesserte Nutzerfreundlichkeit,
  • mehr Effizienz,
  • verbesserte Schnittstellen-Kompatibilität,
  • eine feingliedrigere digitale Prozesskette,
  • unterstützen den sinnvollen Einsatz im Laboralltag.

Auch im Bereich der Software hat sich einiges getan. Intuitiver Workflow, intelligente Add-ons, smarte Einzelmodule, optimierte Schnittstellen – die Benutzerfreundlichkeit, die möglichst hohe Flexibilität und die Materialvielfalt scheinen den Herstellern am Herzen zu liegen. Die Anwender freut’s!

Additive Verfahren: 3D-Druck auf dem Vormarsch

Additive Verfahren werden meist unter dem gängigeren Begriff 3D-Druck zusammengefasst. Hier ist auf der IDS 2017 eine erhöhte Material- und Indikationsvielfalt zu beobachten. Ein Beispiel: Das Unternehmen formlabs präsentiert das Gerät Form 2, für den günstigen Einstieg in den 3D-Druck. Sie interessieren sich für die Neuheiten in diesem Bereich? Dann lesen Sie unseren Artikel zum Wirbel um den 3D-Druck mit acht interessanten Fakten zu den aktuellen Entwicklungen in diesem Verfahren.

Subtraktive Verfahren: Laser-Milling & Fräsmaschinen

Laser-Milling: Bei diesem kontaktlosen Bearbeitungsprozess werden Materialien über einen Laser abgetragen. Die Restauration wird in voneinander unabhängigen Achsen aus einem Block „herausgeschnitten“. Vorteile: keine Fräser mehr, hohe Materialvielfalt (Komposite, Keramiken), Designfreiheit, dünne Schichtstärken (z. B. Veneers), wirtschaftlich/Plug & Play/einfache Installation (keine Druckluft, kein Wasseranschluss, kein Starkstrom).

  • Das Verfahren wird z. B. von Heraeus Kulzer angeboten.

Fräs- und Schleifmaschinen: Auch in diesem Bereich haben sich die Systeme weiterentwickelt. So stellt z. B. Henry Schein einen kleinen Alleskönner als Vier-Achsgerät für die Praxis vor. Besondere Features sind u. a. der automatische Werkzeugwechsler, die Nassbearbeitung (Glaskeramik, Zirkon, Komposit), der interne Kompressor und die Schalldämmung.

  • Informationen zum neuen Vier-Achser von vhf gibt es am Stand von Henry Schein!
  • Dentsply Sirona punktet z. B. in bewährter Qualität mit der robusten inLab MC X5. Dieses Gerät hat eine Erneuerung im Bereich der CAD- und CAM-Software erfahren –mit einem Zugewinn an Komfort, Präzision sowie eines erweiterten Indikationsspektrums.
  • Ivoclar kommt mit Ivoclar Digital auf dem Markt und hat eine neue Familie an CAD/CAM-Maschinen vorgestellt. Vier verschiedene Maschinengrößen sind intergiert: PrograMill One, PM 3, PM 5, PM 7). Besonders erwähnenswert ist dabei PrograMill One. Firmenangaben zufolge handelt es sich um die weltweit kleinste Fünf-Achs-Fräsmaschine. Viele Elemente wurden eigens entwickelt bzw. miniaturisiert; Installation und Bedienung sind denkbar einfach. Das Gerät fräst und schleift passgenaue IPS e.max- und Zirkoniumdioxid-Blöcke von der Einzelzahnversorgung bis zur kleinen Brücke. Es richtet sich an die Zahnarztpraxis und kleine Labore. Mehr Informationen von der Pressekonferenz am Montag hier im Henry Schein MAG.

Software: Neue Möglichkeiten, mehr Effizienz

Die digitale Zahnaufstellung wird dem nächsten Meilenstein – die digitale Totalprothetik – einen starken Auftrieb geben. So bietet z. B. das Unternehmen Heraeus Kulzer eine automatisierte Zahnaufstellung mit konfektionierten Zahn-Datenbanken an. Ein Add-on-Modul in der Digital Denture Professional-Software (Ivoclar Vivadent) unterstützt in der Totalprothetik die lagerichtige Übertragung der Okklusionsebene sowie der Kieferrelation. Allerdings gibt es derzeit hier noch keine Langzeiterfahrungen, daher ist die digitale Totalprothetik momentan „nur“ als allgemeiner Trend zu bezeichnen.

Am Stand von Dentsply Sirona wird die CEREC und CEREC Premium SW 4.5 vorgestellt. Zahlreiche neue oder weiterentwickelte Tools optimieren den Bearbeitungsprozess für Chair- und Labside. Durch den „Biokiefer“-Algorithmus oder durch Zugriff auf Zahndatenbanken werden optimale Erstvorschläge gegeben. Mit einer höheren Detailtreue, schärferen Präparationsrändern, der Ausarbeitung kleinster Fissuren beim Schleifprozess und dem neuen Sidepanel sowie verbesserten Werkzeugen wurde die Benutzerfreundlichkeit erhöht.