IDS 2017 – digital überall. Neuheiten und Vorteile der digitalen Kieferorthopädie

Betrachten wir die vergangenen Monate, bedeutet Digitalisierung vor allen Dingen eines: eine sehr hohe Geschwindigkeit. Um diese sicher beherrschen zu können, sind gezielte Informationen wichtig. Für diesen Artikel haben wir uns mit dem Bereich der digitalen Kieferorthopädie beschäftigt. Eingeteilt in vier Bereiche, haben wir Fakten, Vorteile und Möglichkeiten zusammengetragen.

Die digitale Verfahrenskette ermöglicht in der KFO vereinfachte Arbeitsabläufe – von der Datenerfassung über Planung, Konstruktion, Dokumentation bis hin zur Darstellung der Therapiefortschritte. Die Vorteile liegen auf  der Hand: Kosteneffizienz, Rationalisierung und Reproduzierbarkeit.

1. Ein Scan, alle Möglichkeiten – die Datenerfassung

Die digitale Datenerfassung im Mund ist in der Kieferorthopädie ein probates Mittel. Ohne fehleranfällige Umkehrprozesse wird ein virtuelles Modell der Mundsituation erzeugt. Dank der Entwicklung von Hard- und Software ist das Vorgehen einfach und intuitiv; Ergebnisqualität sowie die Quantität erhöhen sich. Die Abweichungstoleranzen liegen bei einer Ganzkieferabformung in einem Korridor zwischen 50 bis 80 µm. Gegenüber der Alginatabformung können eine verbesserte Genauigkeit sowie Reproduzierbarkeit festgehalten werden. Und es gibt weitere Argumente für das digitale Modell.

2. Messen, planen, konstruieren: Modellanalyse und Set-up

Die Daten werden vom Scanner direkt in die Software importiert. Mit wenigen Klicks können individuelle Basen aus der Datenbank geladen und die Modelle „gesockelt“ werden. Kurz nach dem Scan kann das virtuelle Modell in allen Ebenen ausgewertet werden. Zudem ist es möglich, digitale Röntgendaten oder Daten aus dem DVT mit in die Planung einzubeziehen.

Für die Modellanalyse in der kieferorthopädischen Diagnostik galt bislang das Vermessen von Gipsmodellen als Goldstandard. Doch es gibt Nachteile, z. B. aufwendige Archivierung, Risiko von Modellverlust oder -beschädigung, erschwerte interdisziplinäre Kommunikation. Der digitale Datensatz der Mundsituation ist das perfekte Pendant zu den in der digitalen Patientenkartei archivierten Fotos oder Röntgenaufnahmen. Jetzt können kieferorthopädische Fragestellungen am virtuellen Modell aufbereitet werden. Dies wird durch neue Softwareanwendungen stetig vereinfacht und verbessert. Die Arbeit mit der Maus macht Spaß und ist effizient.

Präzise, vorausschauende Behandlungsplanung

Mit entsprechenden Tools werden der Patientenstatus analysiert und die kieferorthopädische Behandlung festgelegt. Ob das Messen der Zahngröße und -position oder das Erstellen des Set-ups – digitale Werkzeuge leisten hilfreiche Unterstützung. So lassen sich z. B. unterschiedliche Behandlungsszenarien simulieren. Ist das Ziel definiert, kann die Therapie in die einzelnen Schritte unterteilt werden.

3. Patientengerechte Konfiguration – die CAD-Konstruktion

Dem Therapieplan entsprechend wird die Apparatur nun digital geplant. Raffinierte Softwareanwendungen erlauben das Konstruieren individueller Arbeitsvorlagen und therapeutischer Apparaturen. Für jeden Therapieschritt werden z. B. Zahnkorrekturschienen konstruiert oder digitale Brackets platziert.

Einer für alles!

Wer nicht selbst konstruieren möchte, arbeitet mit spezialisierten Kooperationspartnern zusammen. Zum Beispiel steht bei CA Digital ein erfahrendes Team an Kieferorthopäden, Zahntechnikern und IT-Experten bereit. Über eine Onlineplattform können komfortabel Patientenfälle angelegt werden. Die Behandlung wird geplant, die Apparatur konstruiert. Gemeinsam gelingt der smarte Einstieg in die digitale Welt der Kieferorthopädie.

4. Selbst erstellen oder erstellen lassen?

Auch bei der Fertigung machen interessante Neuerungen die digitale KFO noch reizvoller, z. B. 3-D-Drucker. Das virtuelle Modell wird gedruckt und für die Herstellung einer Apparatur verwendet. Da in einem Druckprozess mehrere Modelle hergestellt werden, bietet sich der Seriendruck an, z. B. für die Modelle aller Therapieschritte. Effizienter geht es kaum! Das gedruckte Modell (Spezialharz) bietet zusätzlich zum geringeren Arbeitsaufwand, dem saubereren Arbeiten und der Genauigkeit eine hohe Stabilität. Eine Beschädigung während des Anfertigens der Apparatur, wie von Gipsmodellen bekannt, wird umgangen. Und falls es doch dazu kommen sollte, wird der Datensatz einfach erneut an den Drucker versendet.

Alles für Einen!

Und auch hier bietet sich die Kooperation an. Wer nicht in einen eigenen Drucker investieren möchte, findet z. B. in CA Digital einen zuverlässigen Partner. Die Spezialisten fertigen patientenindividuell und je nach Behandlungsplan Modelle, Retainer, Brackets oder Clear-Aligner.

5. Platz schaffen und effizient agieren

Digitale Modelle sind im Vergleich zu physischen Modellen (Gips oder Kunststoff) einfach und platzsparend archivierbar. Große Schränke voller Gipsmodelle in der Praxis oder in Kellerräumen gehören so der Vergangenheit an.

Daten statt Modelle

Der Datensatz wird digital abgelegt. Ein späteres Auffinden ist durch den Aufruf der Patientendatei jederzeit möglich. Bei Bedarf erfolgt das Drucken des Datensatzes. Zu empfehlen ist ein zentraler Server, der ein hohes Datenvolumen zulässt und zudem den Anforderungen an die Datensicherheit entspricht.

Die digitale Kieferorthopädie bringt optimale Präzision. Der wirtschaftliche Erfolg und die höhere Praxiseffizienz gewährleisten einen besseren Arbeitskomfort für Sie und Ihr Team sowie hohe Lebensqualität für Ihre Patienten.

 

(Annett Kieschnick, Freie Fachjournalistin)