Zukunft Zahnmedizin 3: Digitalisierung im „Unternehmen Zahnarztpraxis“

Die Digitalisierung in der Zahnmedizin betrifft auch Bereiche, die nicht unmittelbar mit der Behandlung am Patienten zusammenhängen. Teil 3 unserer Serie blickt auf die Digitalisierung im „Unternehmen Zahnarztpraxis“.

 

Permanent online und fast immer erreichbar – so ist unsere Gesellschaft heute. Wir sind daran gewöhnt, komfortabel und mit wenigen Klicks einzukaufen, Termine zu buchen, den Tisch im Restaurant zu reservieren etc. Diese Entwicklung macht vor dem Gesundheitsmarkt nicht halt. Viele Patienten erwarten digitale Angebote und smarte Services, insbesondere die Jüngeren sind „verwöhnt“.

Und die Zahnarztpraxis? Die kann aus diesen Entwicklungen profitieren, wenn das digitale Angebot entsprechend erweitert und modernisiert wird. Was auf den ersten Blick nach einer großen Herausforderung klingt, relativiert sich auf den zweiten Blick. Der Prozess erfolgt in der Regel schrittweise. Sukzessiv werden digitale Bausteine etabliert, so wie wir es aus dem privaten Alltag kennen. Das bedeutet aber auch: Gut informiert bleiben!

Die Digitalisierung in der Zahnarztpraxis auf der Dentology 2021

Wie so oft gibt es Vorreiter, die zu Wegbereitern werden; auch in der Zahnmedizin. Einige der digitalen Vorreiter aus der Zahnmedizin werden auf dem Online-Kongress Dentology 2021 am 29. und 30. Januar 2021 von ihren Erfahrungen und Learnings im digitalen Alltag berichten.

 

Zu den Referenten gehört außerdem Randi Zuckerberg, Schwester von Mark Zuckerberg (Gründer von Facebook). Die Medienunternehmerin wird aufschlussreiche Einblicke in digitale Geschäftsmodelle geben und für den sinnvollen Umgang mit der Technik sensibilisieren.

Digitalisierung in der Zahnarztpraxis

Dank der Vernetzung von Anamnese, Diagnose und Behandlung ist die Vision der Zahnarztpraxis 2.0 in vielen Fällen bereits Realität. Zahnärzte und ihre Teams werden von der digitalen Transformation in nahezu allen Bereichen des Arbeitsalltags tangiert, z. B. digitales Röntgen, Intraoralscanner, CAD/CAM-Fertigung, Abrechnungssoftware, Praxismanagement-System etc.

Digitale Tools etablieren sich auch im Alltag der Patienten und dies gibt der Entwicklung erneut Dynamik. Zu den Impulsgebern gehören digitale Sprachassistenten und das Internet of Things (IoT).

Beispiele für digitale Technologien im Gesundheitswesen und der Zahnmedizin

  • Gesundheits-Apps,
  • digitale Patientenakte,
  • digitale Gesundheitsanwendungen (Apps auf Rezept),
  • digitale Versorgungsforschung,
  • künstliche Intelligenz (KI) in der Zahnmedizin,
  • digitale Transformation in Lehre und Forschung,
  • Telematikinfrastruktur.

Unternehmen Zahnarztpraxis: Der digitale Patient

Mit der Digitalisierung gewinnt der Patient an „Marktkraft“. Das gestiegene Bewusstsein für Mundgesundheit in Verbindung mit digitalen Tools (Plattformen, Apps etc.) verändert das Verhalten. Patienten sind gut informiert; über die Praxis und über gesundheitliche Belange.

Zirka 58 % der Menschen in Deutschland googeln symptom- bzw. krankheitsbezogene Informationen vor einem Arztbesuch; 62 % nach dem Arztbesuch.

- Bertelsmann Stftg. (Hrsg.): Spotlight Gesundheit; 2018

Dr. Google ist immer erreichbar, schnell kontaktiert und bietet idealerweise Expertenwissen für Laien. Auch für die Zahnmedizin finden Suchende Portale mit solider Information. Eine Alternative kann die individuelle Praxis-Website sein.

Über 70 % der Menschen recherchieren online zu Krankheitsbildern.

- Statista, für Dt. Apo-Bank; 2018

Zudem nutzen Patienten Arzt-Suche- und Bewertungsportale und tauschen sich auf Plattformen aus. Sie verfügen über Wearables sowie Apps und können auf eigene Gesundheitsdaten (z. B. Blutdruck, Puls etc.) zugreifen. Zudem rückt E-Health endlich auch in Deutschland immer näher.

Durchdachte Konzepte (z. B. in skandinavischen Ländern) zeigen das große Potenzial. Die Kommunikation zwischen Fachärzten läuft hauptsächlich papierlos. Termine, Folgerezepte etc. können über ein Portal verwaltet werden. E-Rezepte sind gängige Praxis. Der Patient hat Zugang zur eigenen elektronischen Patientenakte (ePa). Basis sind eine gute Internet-Infrastruktur und Ärzte sowie Patienten mit entsprechender e-Kompetenz.

E-Health-Konzept in Deutschland

  • 2021: Theoretisch haben Patienten seit Januar das Recht auf eine moderne Versorgung. Krankenkassen müssen ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte anbieten. Damit diese befüllt wird, erhalten Patienten zeitgleich einen Anspruch darauf, dass der Arzt die Daten in die ePA einträgt.
  • 2022: Neben Befunden, Arztberichten oder Röntgenbildern lassen sich ab 2022 Impfausweis, Mutterpass, U-Heft für Kinder und Zahn-Bonusheft in der elektronischen Patientenakte speichern. Versicherte sollen die Möglichkeit bekommen, über Smartphone oder Tablet für jedes in der ePA gespeicherte Dokument zu bestimmen. Der Patient legt fest, ob der Arzt oder Zahnarzt auf die ePA zugreifen darf und welche Befunde angezeigt werden sollen.
  • 2023: Versicherte haben die Möglichkeit, die in der ePA abgelegten Daten im Rahmen einer Datenspende freiwillig für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen.

Und die Entwicklung geht weiter. Mit der Blockchain-Technologie könnten Plattformen realisiert werden, die sich auf Basis von Algorithmen selbst verwalten, regulieren und kontrollieren. Manipulationen sind nicht möglich, was beispielsweise in der Abrechnung von Leistungen sinnvoll sein könnte.

Digitalisierung in Kommunikation und Marketing

Auch die Kommunikation mit Patienten, Kollegen, Partnern etc. wandelt sich mit der Digitalisierung. E-Mail, Messenger-Dienste, Plattformen … – unter Beachtung des Datenschutzes gibt es verschiedene Wege für das digitale Konsil unter Kollegen sowie für den Austausch mit Patienten.

Und natürlich ist die moderne Praxis-Website ein wichtiger Baustein in der Kommunikation und für das Marketing. Zwar sind Empfehlungen von Freunden/der Familie nach wie vor die wichtigste Quelle, um einen neuen Arzt zu finden, doch dicht dahinter folgt die Information im Internet. Zudem ist die Online-Terminbuchung für einen Großteil der Menschen mit digitaler Affinität von hoher Wichtigkeit. Diese Möglichkeit beeinflusst in vielen Fällen sogar die Wahl des Arztes.

Laut einer Umfrage wünschten sich schon im Jahr 2018 59 % der Patienten die Online-Terminvereinbarungen. 60 % der Menschen können sich vorstellen, digital mit ihrem Arzt zu kommunizieren.

- DZW: Kurzmeldungen KW 18/2018

Für die Zahnarztpraxis bedeuten all diese Entwicklungen enorme Veränderungen. Patientenorientierung und Transparenz werden zum Erfolgsfaktor. Digitale Behandlungs- und Betreuungsprozesse von Patienten gewinnen an Relevanz.

Soziale Netzwerke als Plattform für die Zahnarztpraxis nutzen

Soziale Netzwerke werden zu einer Kommunikations- und Marketingplattform auch für Zahnarztpraxen. In seinem Vortrag bei Dentology 2021 stellt der Zahnarzt Simon Chard Strategien vor, um sich die sozialen Medien im Praxisalltag zunutze zu machen. Plattformen wie Facebook, Instagram, YouTube und sogar TikTok sind für ihn eine großartige kostenlose Möglichkeit, um mit seinen Patienten zu kommunizieren und neue Patienten zu erreichen.

 

Erfahren Sie von ihm, wie Sie digitale Plattformen für sich nutzen – in einer innovativen, Ihrem eigenen Stil entsprechenden Weise – und so ein unschlagbares, zukunftssicheres Geschäftsmodell aufbauen können.

Digitalisierung im Bereich Unternehmensführung

Schluss mit der Zettelwirtschaft – auch das ist ein Vorteil der Digitalisierung. Die papierlose Praxis ist mit einer modernen Software problemlos umsetzbar. Zudem erlauben Praxisverwaltungssysteme effiziente und reibungslose Prozesse. Administrative Praxisabläufe wie Warenwirtschaft, Personalmanagement und Finanzverwaltung lassen sich digital organisieren und vereinfachen.

Spannend sind die Entwicklungen, die durch die weltweite digitale Vernetzung im Bereich des Einkaufs entstehen. Im Handel treten neue, oft branchenfremde Player in Erscheinung und verkaufen über digitale Plattformen ihre Produkte. Materialbestellungen erfolgen über das Internet. Die Vernetzung von Geräten und Plattformen ermöglicht in Verbindung mit Algorithmen und KI-Software eine starke Marketingkraft, die dem zielgerichteten Verkauf von Produkten dient.

Digitale Marktplätze dienen der Informationsbeschaffung und dem Preisvergleich. Hier punkten branchenspezifische Plattformen mit Expertenwissen und qualifizierten Antworten auf Produktanfragen. Hier gibt es bereits Plattformen im Dentalbereich, die aussagestark über Produkte und Entwicklungen informieren. Onlinemarktplätze könnten zukünftig zugleich als Warenwirtschaftssystem agieren. Beispielsweise werden Mindestbestände festgelegt oder Sonderkonditionen hinterlegt und direkt Bestellungen ausgelöst.

Fazit

Eines scheint sicher: Mit der Digitalisierung bleibt ein wichtiger „Aspekt“ im Mittelpunkt unseres Tuns, nämlich der Mensch.

Wir sind es, die die Digitalisierung gestalten und die intelligenten Tools und Möglichkeiten mit Leben füllen. Bleiben wir informiert und auf dem aktuellen Stand.

Wir gehen mit Ihren Daten vertrauensvoll um. Die von Ihnen angegebenen Daten werden ausschließlich zur Abwicklung Ihrer Anfrage verwendet. Hierfür kann es erforderlich sein, dass Daten an andere Unternehmen weitergegeben werden, die für uns im Auftrag tätig werden (z. B. Hostingdienste). Weiterhin nehmen wir diese Daten zur besseren Anfragenabwicklung in unsere interne Kundendatenbank auf. Weitere Informationen zum Datenschutz bei Henry Schein finden Sie unter Datenschutz.