Einstieg Digitale Praxis - CEREC

So gelingt der Einstieg in die digitale Praxis 

Die Digitalisierung stellt Unternehmen in fast allen Branchen vor Herausforderungen. Wie Zahnarztpraxen den Wandel meistern können und wie der Einstieg in die digitale Praxis erfolgreich gelingen kann, beantwortet CAD/CAM-Spezialist Uwe Herzog im Interview.

 

Uwe Herzog berät seit vielen Jahren Zahnärzte rund um den Einstieg in die digitale Zahnheilkunde.
Uwe Herzog

Jeder Praxisinhaber, der sich mit der Digitalisierung der Zahnheilkunde auseinandersetzt, steht vor der Frage, welche Investitionen für die eigene Zahnarztpraxis sinnvoll sind und wie der Einstieg in die digitale Praxis gelingen kann.

Uwe Herzog, CAD/CAM-Spezialist bei Henry Schein, erläutert im Interview die wichtigsten Grundbegriffe und gibt Tipps, wie Praxisinhaber den Einstieg in den Digitalen Workflow und die Chairside-Fertigung erfolgreich gestalten können.

Herr Herzog, wie viel Digitalisierung braucht eine Zahnarztpraxis?

Grundsätzlich umfasst die Digitalisierung fast alle Lebensbereiche. Betrachten wir die Gesundheitsbranche, fällt auf, wie weit der Einsatz digitaler Technologien vorangeschritten ist, z. B. eHealth, Telematik; auch bzw. gerade im Bereich der Zahnmedizin.

Die Implementierung der elektronischen Patientenakte (ePa) ab Januar 2021 wird nochmals neue Impulse setzen. Wie viel Digitalisierung die Zahnarztpraxis braucht, ist nicht mehr die Frage, sondern vielmehr: Wo fange ich an? Als CAD/CAM-Experte betrachte ich primär die digitale Abformung mit den sich daraus ergebenden weiteren Möglichkeiten.

Digitaler prothetischer  Workflow und CAD/CAM – was genau bedeuten diese Begriffe?

Der digitale Workflow beginnt mit dem virtuellen Modell für das Planen und Konstruieren der Restauration (CAD). Der CAD-Datensatz wird in die Fertigungseinheit (CAM) importiert und umgesetzt; entweder geschliffen, gefräst oder gedruckt.

Um als Zahnarztpraxis im digitalen Workflow zu arbeiten, ist ein Intraoralscanner vorausgesetzt. Beispielsweise ermöglicht CEREC eine digitale Verfahrenskette – von der Datenerfassung im Mund bis zur fertiggestellten Restauration im direkten Chairside-Verfahren. Alternativ auch das Versenden der Abformdaten an das Dentallabor.

Der digitale Workflow kann, muss aber nicht in der Praxis allein umgesetzt werden. Auch reine Intraoralscanner wie Primescan oder Trios ermöglichen dem Zahnarzt diese Freiheit und die Wahl aus unterschiedlichen Herstellungsverfahren. Der Versand der Daten aus dem Intraoralscanner an das Labor kann über das offene STL-Format erfolgen (Achtung: Datensicherheit berücksichtigen). Zudem können validierte Prozessketten der jeweiligen Hersteller für die nahtlose Übertragung genutzt werden.

Angenommen ich als Praxisinhaber entscheide mich für den Einstieg in den digitalen Workflow. Womit fange ich an?

Davon ausgehend, dass Sie bereits einige Bereiche der Praxis digitalisiert haben, z. B. die Abrechnung oder das Röntgen, empfehle ich zunächst eine Bestandsaufnahme. Analysieren Sie vorhandene Technologien. Das ist wichtig, um bei Neuanschaffungen mit Blick auf die Zukunft Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.

Hier ist Expertenwissen gefragt: Henry Schein bietet maßgeschneiderte Lösungen und individuell konzipierte Maßnahmenpakete. Wir haben eine Vielzahl von CAD/CAM-Systemen im Portfolio und die Grenzen der Kompatibilität im Blick. Primäre Investition für den Einstieg in den digitalen Workflow ist der Intraoralscanner.

Der Intraoralscanner setzt sich zunehmend durch. Warum kommt gerade jetzt Schwung in die Technologie?

Der „Schwung“ ist schon lange da. Die Technologie hat enorme Entwicklungsschritte getan. Moderne Intraoralscanner bieten hohen Komfort, effizientes Arbeiten und hochpräzise Ergebnisse. Die Digitalisierung ist Buzzword in allen Medien und die Notwendigkeit, sich damit zu befassen, ist jedem klar.

Betrachten wir die Vorteile des Intraoralscanners. Da ist einerseits der digitale Datensatz der Mundsituation. Hochauflösende, dreidimensionale Bilder erlauben eine optimale Patientenkommunikation sowie auf Wunsch eine softwaregestützte Auswertung, Konstruktion oder Kooperation über Datenaustausch mit Fertigungsanbietern, wie z.B. dem Dentallabor.

Andererseits überzeugen Vorzüge wie digitale Diagnostik oder platzsparende Archivierung bei sofortiger Wiederverfügbarkeit. Die Daten könnten direkt mit der ePA verknüpft und/oder mit anderen digitalen Datensätzen zusammengeführt werden. Die Zusammenarbeit mit Kollegen oder dem Zahntechniker wird erleichtert.

Viele Zahnärzte suchen den Austausch mit Kollegen, die mit digitalen Systemen arbeiten. Was können Sie empfehlen?

Objektive Erfahrungsberichte sind wichtig, denn der Erfolg der Digitalisierung hängt nicht nur von der Technik ab, sondern von zahlreichen Faktoren, z. B. Installation, Handhabung, Abrechnung oder Implementierung in den Praxisablauf. Hier können erfahrene Kollegen wertvolle Tipps geben. Eine gute Informationsquelle bietet das Netzwerk Von Zahnarzt zu Zahnarzt. Hier kann man Kollegen in der Region suchen und sich direkt austauschen.

Es gibt verschiedenste Scanner- und CAD/CAM-Lösungen. Worauf basiert die Kaufentscheidung?

Zunächst haben sachliche Informationen Priorität, wobei nicht das einzelne Gerät betrachtet werden sollte, sondern die gesamte Prozesskette. Achtung: Hier lauern Stolpersteine! Nach meiner Erfahrung geht der Entscheidungsprozess nicht ohne eine spezialisierte, anbieterunabhängige Beratung. Der Zahnarzt braucht Fachkenntnis, um sicherzustellen, dass seine Visionen und Pläne mit der technischen Ausstattung im Einklang stehen. Für die Entscheidungsfindung empfehle ich, technisch versierte Experten einzubeziehen. Unsere bundesweiten CAD/CAM-Spezialisten bieten individuelle Erstberatungen für Einsteiger, schulen Anwender und deren Teams zu Software, Pflege und Instandhaltung und unterstützen bei Detailfragen und Erweiterungsmöglichkeiten.

 

6 Tipps für den gelungenen Einstieg in die digitale Praxis

  1. Machen Sie eine Bestandsaufnahme der in der Praxis vorhandenen Technologien und betrachten Sie die Systemkompatibilität.
  2. Informieren Sie sich bei Kollegen, worauf beim Einstieg in die Digitalisierung zu achten ist und wo Hürden liegen, z. B. über die Plattform  Von Zahnarzt zu Zahnarzt.
  3. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter und das Dentallabor mit in Ihre Überlegungen ein.
  4. Bewerten Sie nicht nur die Leistung eines Gerätes, sondern betrachten Sie den gesamten Prozessablauf.
  5. Informieren Sie sich über Finanzierungsmodelle (z. B. HIT Leasing)  und erstellen Sie mit Ihrem Finanz- und Steuerberater einen Investitionsplan.
  6. Nutzen Sie die Kompetenz von CAD/CAM-Spezialisten und profitieren Sie von maßgeschneiderten und abgestimmten Gesamtpaketen.

 

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