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Ratgeber: Sichere Befestigung vollkeramischer Versorgungen

Wie wird eine vollkeramische Versorgung im Mund befestigt? Was gilt es bei der adhäsiven Befestigung zu beachten und wie sind Zahn sowie Restauration vorzubereiten? In diesem Artikel werden sieben Fakten zur sicheren Befestigung dargelegt.

Die Befestigung vollkeramischer Versorgungen ist ein komplexes Thema und umfasst zahlreiche Faktoren. Grundsätzlich spielt das Wissen um die Werkstoffkunde eine ebenso wichtige Rolle wie die Fertigkeiten des Behandlungsteams.

Fakt 1 – Die adhäsive Befestigung bietet viele Vorteile.

Die adhäsive Befestigung ist in der Regel dem traditionellen Zementieren vorzuziehen. Nachteile der traditionellen Zementierung sind z. B. ein mögliches Auswaschen des Fügespaltes am Restaurationsrand, eine verringerte Festigkeit (Verkittung; formschlüssiger Verbund) und keine Lichttransmission. Bei der adhäsiven Befestigung sind die mechanischen (Gesamtstabilität) und die optischen Eigenschaften (Ästhetik) sehr gut. Der Verbund ist kraftschlüssig.

Fakt 2 – Schon bei bei der provisorischen Versorgung muss auf das Befestigungsmaterial geachtet werden.

Soll die definitive Restauration adhäsiv befestigt werden, ist für das Einsetzen der provisorischen Versorgung ein eugenolfreier, provisorischer Befestigungszement zu verwenden. Eugenolhaltige Präparate können die Polymerisation von nötigen methacrylatbasierten Adhäsivsystemen negativ beeinflussen.

Fakt 3 – Die Restauration muss nach der Einprobe gründlich gereinigt werden.

Nach der Einprobe im Mund und der Kontamination der Restauration mit Speichel muss eine Reinigung erfolgen. Hier gibt es für die verschiedenen Materialien unterschiedliche Ansätze. Beispielsweise können vollkeramische Restaurationen gut mit Alkohol im Ultraschallbad gereinigt werden. Bei Kunststoffen hingegen sollte kein Alkohol für die Reinigung verwendet werden.

Fakt 4 – Zirkonoxid sollte nicht mit Phosphorsäure in Berührung kommen.

Ist eine adhäsive Befestigung geplant, sollten Zirkonoxidrestaurationen nicht mit Phosphorsäure in Berührung kommen (z. B. zur Reinigung). Die Phosphormoleküle blockieren sonst die Bindungsstellen, die für die chemische Haftung mit dem Befestigungskomposit nötig sind.

Fakt 5 – Der Zahn sollte mittels Kofferdam oder Teflonband trockengelegt werden.

Bei einer konventionellen adhäsiven Befestigung ist die optimale Trockenlegung entscheidend. Ein absolutes Trockenlegen ist nur mittels Kofferdam möglich. Bei einer selbstadhäsiven Befestigung ist eine relative Trockenlegung ausreichend. Diese kann z. B. mit Teflonband, Fäden (mit oder ohne Retraktionsmitteln) im Sulkus und mit Watterollen erzielt werden.

Fakt 6 – Die Abstimmung mit dem Dentallabor ist wichtig.

Das Vorbehandeln der keramischen Restauration (z. B. Ätzen, Korundstrahlen) sollte unmittelbar vor dem Befestigen im Mund erfolgen. Es wird daher empfohlen, die nötige Vorbehandlung direkt in der Praxis vorzunehmen. Eine im Dentallabor vorbehandelte Innenfläche der Restauration kann durch die notwendige Einprobe im Patientenmund und die damit verbundene Kontamination mit Speichel negativ beeinflusst werden.

Fakt 7 – Ein konkreter Leitfaden gibt bei der Befestigung Sicherheit. Kostenfrei im Download!

Für das Befestigen existieren klar definierte Abfolgen, die auf werkstoffkundlichen Kriterien beruhen. Folgen Sie einem genauen Wegweiser zur „richtigen“ Art der Befestigung für verschiedene Restaurations- und Befestigungsmaterialien. Handlungsempfehlungen für die Befestigung prothetischer Restaurationen erhalten Sie z. B. mit klaren Step-by-Step-Gliederungen in einem Leitfaden für den Praxisalltag, den Sie auf der Seite der European Association of Dental Technology kostenfrei herunterladen können.

Voraussetzung für die erfolgreiche Befestigung ist natürlich immer, dass die Produkte gemäß Herstelleranleitung verarbeitet werden.

Annett Kieschnick, Anja Liebermann, Bogna Stawarczyk